In dieser Folge lernst du, wie du einen pragmatischen Text effektiv vorstellst. Du erfährst, wie man formale und inhaltliche Eckdaten erkennt und zentrale Aussagen herausarbeitet.
Was sind pragmatische Texte?
Pragmatische Texte, auch expositorische Texte oder Gebrauchstexte genannt, sind solche, die eine bestimmte Absicht verfolgen. Man unterscheidet Sachtexte nach ihrer Funktion: darstellend, informierend, appellierend, argumentierend. Aus diesen Funktionen lassen sich strukturelle und formale Textsortenmerkmale ableiten, die es bei der strategischen Erschließung dieser Texte zu beachten gilt.
Pragmatische Texte sind im Gegensatz zu literarischen Texten meist sachlich und auf den Punkt gebracht. Auch wenden sie sich an ein breites Publikum und orientieren sich an der Wirklichkeit und an Fakten. Ein pragmatischer, meinungsbildender Text enthält zudem die persönliche Meinung des Autors und ist darauf ausgerichtet, den Leser zu beeinflussen.
Formale Eckdaten erfassen
Um einen pragmatischen Text korrekt vorzustellen, ist es wichtig, zuerst die formalen Eckdaten zu identifizieren. Diese umfassen:
- Autor: Vorname, Nachname, Beruf (wenn bekannt)
- Titel des Werks: stets in Anführungszeichen setzen (evtl. reicht der Obertitel),
- Textsorte: Handelt es sich um einen Kommentar, eine Reportage, einen Bericht, eine Rede, eine Glosse oder um einen Leserbrief?
- Quellenangabe: Buchtitel oder Zeitungsname (jeweils in Anführungszeichen) oder Internetquelle, Datum der Veröffentlichung
- Anlass: Ein konkretes, meist punktuelles Ereignis, das den Verfasser veranlasst, diesen Beitrag zu schreiben (häufig auf den Tag / die Tage vor der Veröffentlichung datierbar)
Wenn du diese Eckdaten gleich beim ersten Lesen des Textes farblich markierst, hilft es dir, sie später schnell wiederzufinden.
Kerninhalt und Teilintentionen erkennen
Wenn du die formalen Eckdaten erfasst hast, geht es darum, den Kerninhalt des Textes zu verstehen. Dies bedeutet, die zentrale Aussage des Textes zu erkennen und zu abstrahieren. Dabei ist es wichtig, die Meinung des Autors zu berücksichtigen. Wie teilt der Autor seine Meinung mit? Achte dabei auf die Strukturwörter, die sogenannten “strukturierenden Verben“. Das sind Verben, die eine Handlung oder einen Zustand beschreiben.
Kernaussage
Was ist die Hauptbotschaft des Textes? Hier kann es dir helfen, den Text in Sinnabschnitte zu unterteilen und jedem Abschnitt eine eigene Überschrift zu geben, die die jeweilige Intention zusammenfasst.
Ein Sinnabschnitt in einem pragmatischen Text ist ein inhaltlich zusammenhängender Teil, der einen ganz bestimmten Aspekt oder eine spezielle Information beleuchtet. Er besteht aus mehreren Sätzen oder Absätzen. In jedem Sinnabschnitt geht es um einen neuen Aspekt. Oder ein Aspekt wird aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Oder eine neue Frage zum Kernthema thematisiert.
Aber Achtung! Nicht immer beginnt mit einem neuen Absatz auch ein neuer Sinnabschnitt! Mach dir am Rand stichpunktartige Notizen, in denen du den Inhalt in eigenen Worten kurz zusammenfasst. Stell dir dabei die Frage: Welche Kernaussage thematisiert der Verfasser in dem jeweiligen Abschnitt?
Absicht
Bei einer Rede oder einem Kommentar wird die Hauptabsicht meist am Ende besonders deutlich. Der Verfasser oder die Rednerin lobt eine Entwicklung, er kritisiert etwas und / oder appelliert an jemanden, etwas in Zukunft zu verändern.
Präsentation der relevanten Informationen
Die gesammelten Informationen müssen nun strukturiert und präsentiert werden. Dies kann sowohl mündlich als auch schriftlich erfolgen. Hauptsache deine Präsentation ist klar und prägnant.
Teile deine Darstellung am besten auf in:
- Überblicksinformation: Eine kurze Zusammenfassung der formalen Eckdaten und der Kernaussage.
- Detailinformationen: Eine detaillierte Darstellung der Teilintentionen und der relevanten Inhalte.
Achte darauf, beim Präsentieren die eigene Meinung des Autors deutlich zu machen und diese im Konjunktiv wiederzugeben, wenn eine Expertenaussage zitiert wird.