Aufgabe 1
Formuliere einen Basissatz zu folgender Kurzgeschichte:
Lösung
Die Kurzgeschichte „Das Brot“ hat der Autor Wolfgang Borchert verfasst. Sie ist 1949 in Hamburg erschienen und behandelt das Thema des Vertrauensverlusts und der gegenseitigen Schonung in einer von Mangel geprägten Nachkriegszeit. Im Zentrum der Handlung steht ein älteres Ehepaar, bei dem der Mann nachts heimlich Brot isst und seine Frau ihn bei dieser Lüge ertappt, ihn jedoch aus Mitleid nicht konfrontiert, sondern ihm am nächsten Tag eine zusätzliche Scheibe überlässt. Die Geschichte lässt sich als Parabel über die menschliche Würde und Solidarität in existentieller Not deuten.
Aufgabe 2
Unterteile den Text in vier Sinnabschnitte und ordne diesen die Zeilenangaben und Überschriften zu, die am besten für die jeweiligen Abschnitte passen. Mögliche Zeilenangaben: 1-3, 1-8, 1-14, 4-14, 9-18, 19-28, 15-34, 15-39, 33-45, 40-49, 46-54, 50-58 Mögliche Überschriften: Gemeinsames Aufwachen, Nächtliches Geräusch, Ein Einbrecher, Gespräch in der Küche, Die Dachrinne lügt, Sie ist alt, Mit der Dachrinne ins Bett, Gemeinsam wieder ins Bett, Von Abend bis Morgen, Kauen und Essen, Lange verheiratet, Situation am nächsten Abend
Sinnabschnitt 1
Zeilen: 1-14 Überschrift: Nächtliches Geräusch
Sinnabschnitt 2
Zeilen: 15-39 Überschrift: Gespräch in der Küche
Sinnabschnitt 3
Zeilen: 40-49 Überschrift: Gemeinsam wieder ins Bett
Sinnabschnitt 4
Zeilen: 50-58 Überschrift: Situation am nächsten Abend
Aufgabe 3
Verfasse eine vollständige Inhaltsangabe. Achte darauf, dass du nicht nur die äußere Handlung darstellst, sondern auch die innere.
Lösung
Die Kurzgeschichte „Das Brot“ wurde 1946 von Wolfgang Borchert verfasst und entstammt den Seiten 320-322 aus dem Sammelband „Wolfgang Borchert: Das Gesamtwerk“, welcher 1949 in Hamburg erschienen ist. Eine Frau wacht nachts von einem Geräusch auf und bemerkt, dass ihr Mann nicht mehr im Bett liegt. Sie steht auf und findet ihn in der Küche. Dort entsteht ein Gespräch zwischen den beiden, in welchem ihr Mann vorgibt, aufgrund eines Geräusches geweckt worden zu sein. Sie bemerkt aber, dass er heimlich Brot gegessen hat und tut so, als hätte sie die klappernde Dachrinne gehört. Anschließend gehen beide zu Bett und es ist sehr schmerzhaft für sie, dass er sie nach so langen Ehejahren noch anlügt. Während sie ihn im Bett kauen hört, schläft sie ein. Am nächsten Abend bietet sie ihm eine von ihren Brotscheiben an und behauptet aus Mitleid, sie vertrage abends nicht so viel zu essen. Der Text endet damit, dass der Mann sich für die gesamte Situation schämt. Optional Die Handlung zeigt, wie sehr die Zeit nach dem 2. Weltkrieg von Mangel geprägt war und wie sich dies auf das Miteinander ausgewirkt hat.