kolleg24 Deutsch | Folge 9

Reportage: Aufbau und Merkmale

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Von Autor/in Irmhild Mäurer, Beatrix Krausenecker

In diesem Kapitel lernst du, wie eine Reportage aufgebaut ist und welche Merkmale sie prägen. Du erfährst, wie diese Textsorte Spannung erzeugt und unterhaltsam informiert.

Was ist eine Reportage?

Die Reportage ist eine journalistische Textsorte, die sowohl im gedruckten als auch im digitalen Format vorkommt. Sie bietet eine Mischung aus Information und Unterhaltung und zielt darauf ab, beim Leser das Gefühl zu erzeugen, „live“ dabei zu sein. Das bedeutet: Abstrakte Themen werden durch anschauliche Schilderungen greifbar gemacht und die Beschreibung eines konkreten Einzelfalls hebt einen besonderen Aspekt eines Themas hervor. Der Autor berichtet zugleich aus dem eigenen Erleben heraus und versucht, Informationen möglichst lebendig und detailliert zu vermitteln.

Allgemeine Merkmale der Reportage

Eine Reportage gehört zu den informierenden Textsorten, ebenso wie beispielsweise die Nachricht. Ziel der Reportage ist es allerdings, zu informieren und gleichzeitig zu unterhalten. Durch ausgewogene Berichterstattung, beispielsweise durch Darstellung unterschiedlicher Positionen, trägt sie zur Meinungsbildung bei. Die Vorstellungskraft des Lesers wird angeregt, indem der Reporter oder die Reporterin ein Thema anhand eines konkreten Beispiels schildert. Dadurch wird ein abstraktes Thema anschaulicher und begreifbarer vermittelt. Zugleich soll der Reporter sachlich und neutral informieren, ohne seine persönliche Meinung einzubringen.

Gestalterische Merkmale der Reportage

Typisch für eine Reportage ist der szenische Einstieg. Das bedeutet, dass der Text mit einer konkreten Situation beginnt, die das Thema bebildert und Spannung sowie Neugier erzeugt. Häufig wird dieser Einstieg am Ende des Textes wieder aufgegriffen, indem die Reporterinnen und Reporter in dieselbe Szene zurückkehren oder ein markantes Zitat wiederholen. So entsteht eine inhaltliche Klammer, die die Reportage abschließt. Der Leser soll wie bei einer Schilderung mit allen Sinnen angesprochen werden: Hören, Sehen, Fühlen usw.

Stilmittel und Sprache

Eine Reportage ist in der Regel im Präsens verfasst, was ein Gefühl der Aktualität und Unmittelbarkeit erzeugt. Wörtliche Zitate und direkte Rede sorgen dafür, dass die Leserinnen und Leser das Gefühl haben, das Geschehen selbst mitzuerleben. Adjektive und bildhafte Sprache beschreiben optische Eindrücke, Geräusche oder Gerüche und machen die geschilderte Szene lebendiger. Stilmittel wie Metaphern und Vergleiche tragen ebenfalls zu einer anschaulichen und unterhaltsamen Darstellung bei.

Inhaltliche Merkmale der Reportage

Bei einer Reportage wird viel Wert auf Atmosphäre und Details gelegt. Reporterinnen und Reporter beschreiben Stimmungen, Gefühle und Eindrücke möglichst plastisch und bildhaft, statt sie einfach nur zu benennen. Dabei werden sorgfältig recherchierte Fakten und persönliche Eindrücke miteinander verknüpft. Objektiv-sachliche und subjektiv-erzählende Passagen wechseln sich ab. Eine gute Recherche ist dabei die Grundlage für eine fundierte Reportage.

Spannungsbogen und Dramaturgie der Reportage

Der Aufbau einer Reportage folgt einem Spannungsbogen und einer Dramaturgie, ähnlich wie bei einem Film. Der Text ist so gestaltet, dass er möglichst spannend und interessant zu lesen ist. Der Reporter gibt zwar seine persönlichen Eindrücke wieder, kommentiert sie aber nicht.    

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Autor/in
Irmhild Mäurer
Beatrix Krausenecker
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Textgliederung erstellt mit KI-Unterstützung