In dieser Folge lernst du, wie du die Mehrdeutigkeit literarischer Texte erkennen und überzeugende Deutungshypothesen formulieren kannst.
Grundlagen der Deutungshypothese
Bevor eine Deutungshypothese aufgestellt werden kann, ist es wichtig, den Primärtext gründlich zu analysieren. Dies beinhaltet mehrfaches Durchlesen, das Markieren von Schlüsselstellen und das Nachschlagen unbekannter Begriffe. Eine Deutungshypothese ist das zusammengefasste Ergebnis dieser Textanalyse und dient als Struktur für die weitere Arbeit. Sie sollte allgemein formuliert sein, aber spezifisch auf den Primärtext passen.
Die Mehrdeutigkeit literarischer Texte
Literarische Texte sind oft mehrdeutig, das heißt, sie können auf verschiedene Weise interpretiert werden. Diese Mehrdeutigkeit kannst du verwenden, um eigene Beobachtungen und Deutungen zu entwickeln. Dabei ist es entscheidend, dass die Deutungen immer textnah und belegbar sind.
Techniken der literarischen Argumentation
Um deine Deutungen überzeugend zu präsentieren, ist es wichtig, sie mit konkreten Textbelegen zu untermauern. Dies erfordert präzises Zitieren und die Fähigkeit, Passagen aus dem Primärtext in direkter und indirekter Form wiederzugeben. Versuche stets, verschiedene Textstellen zu finden, die deine Argumente stützen.
Punkt für Punkt zur die Deutungshypothese
- Die Deutungshypothese ist das zusammengefasste Ergebnis der Textanalyse und strukturiert die Arbeit vor.
- Sie ist allgemein formuliert, passt aber spezifisch auf den Primärtext.
- Manche Besonderheiten eines Protagonisten in einem literarischen Text können unterschiedlich gedeutet werden, müssen jedoch immer textnah und in Einklang zur Deutungshypothese sein.
- Vor dem Aufstellen von Deutungshypothesen oder literarischen Behauptungen muss der Primärtext durchdrungen werden (mehrfaches Durchlesen, Markierungen, Nachschlagen unbekannter Begriffe, Anfertigung einer Stoffsammlung, das heißt Sammeln der Eigenschaften und Besonderheiten der zu charakterisierende Person, auch hinsichtlich der Ebene der sprachlich-stilistischen Gestaltung).
- Anfertigung einer Stoffsammlung, das heißt Sammeln und Ordnen der Eigenschaften und Besonderheiten der zu charakterisierende Person (auch hinsichtlich der Ebene der sprachlich-stilistischen Gestaltung).
- Zusammenführen von Teileigenschaften zu einer Deutungshypothese, die eine Gesamtsicht bietet (=Abstraktion, je kompakter die literarische Behauptung, desto überzeugender die nachfolgende Begründung)