Hier lernst du die Unterschiede zwischen direktem und indirektem Zitieren kennen. Du erfährst zudem, wie du Zitate geschickt in deinen eigenen Satzbau integrieren kannst.
Warum zitieren?
Das Zitieren ist eine zentrale Technik beim wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben. Es ermöglicht dir, die Gedanken und Erkenntnisse anderer Autoren in deinen eigenen Texten zu nutzen und zu verarbeiten, um deine eigene Argumentation zu stützen und für Nachvollziehbarkeit zu sorgen. Dabei wird zwischen direktem und indirektem Zitieren unterschieden.
Direktes Zitieren
Direkte Zitate sind wörtliche Übernahmen aus einem Text. Sie werden verwendet, um besonders prägnante oder bedeutende Aussagen unverändert wiederzugeben. Beim direkten Zitieren ist es wichtig, den Originaltext genau zu übernehmen und jede Änderung kenntlich zu machen. Vermeide sinnentstellende Veränderungen und achte darauf, grammatikalische Anpassungen vorzunehmen, wenn es der Satzbau erfordert. Die Textausschnitte von direkten Zitaten werden in der Regel in doppelten Anführungszeichen wiedergegeben.
Formatierungsregeln
- Kurze Zitate (bis zu 3 Zeilen) werden in den Fließtext eingearbeitet und mithilfe von Anführungszeichen gekennzeichnet.
- Längere Zitate (ab mehr als 3 Zeilen) werden als Blockzitat dargestellt, das heißt, sie werden als eingerückter Absatz in kleinerer Schrift ohne Anführungszeichen wiedergegeben (gilt bei nicht-handschriftlichen Texten).
- Auslassungen (Inhalte, die im Originaltext vorkommen, im Zitat aber übersprungen werden) werden mit […] verdeutlicht. Wenn am Anfang oder Ende etwas ausgelassen wird, sind keine […] nötig. - Veränderungen (z.B. grammatikalische Angleichungen) oder Hinzufügungen (z.B. bei der Umstellung des Satzbaus) werden auch in eckige Klammern gesetzt.
- Wichtig! Fehler im Originaltext werden ebenfalls bei der Erstellung eines Zitats übernommen. Sie werden mit [sic] (lateinisch für „so“, „wirklich so“) oder [!] hinter der fehlerhaften Stelle gekennzeichnet.
- Es folgt ein Quellenbeleg in runden Klammern. Die jeweiligen Zeilen werden mit den entsprechenden Zeilennummern angegeben, z.B. Z. 1 oder Z.1-3, wenn das Zitat mehrere Zeilen umfasst. Auch f. oder ff. kann für eine oder die folgende Zeile verwendet werden, z.B. Z. 1 ff., wenn das Zitat in Zeile 1 bis 3 zu finden ist. - Der Schlusspunkt des gesamten Satzes wird nach der Klammer gesetzt, wenn das Zitat in einem Satz der Analyse steht.
Indirektes Zitieren
Indirekte Zitate geben den Inhalt eines Textes in eigenen Worten wieder. Diese Technik wird häufig genutzt, um die Kernaussagen eines Textes zu paraphrasieren (Wiedergabe in eigenen Worten) und in den eigenen Argumentationsfluss einzubinden. Indirekte Zitate erfordern den Einsatz des Konjunktivs, um die Distanz zum Originaltext zu wahren. Sonst würdest du dir jede Aussage des Autors selbst zu eigen machen. Beim Paraphrasieren ist es wichtig, die ursprüngliche Aussage nicht zu verfälschen und die Quelle korrekt anzugeben. Somit erfolgt zwar keine wörtliche Wiedergabe, aber eine Umschreibung des Gedankens.
Kennzeichnung
- Keine Verwendung von Anführungszeichen!
- Paraphrasen enthalten einen Quellenhinweis, gemäß des verwendeten Zitierstils (es folgt also eine Angabe der Quelle, die mit einem Verweis auf das vollständige paraphrasierte Zitat einhergeht), der häufig mit „vgl.“ gekennzeichnet wird. Die jeweiligen Zeilen werden mit den entsprechenden Zeilennummern angegeben, z.B. Z.1 oder Z.1-3, wenn das Zitat mehrere Zeilen umfasst. Auch die Variante f. oder ff. kann für eine oder die folgende Zeile verwendet werden, z.B. Z. 1 ff., wenn das Zitat in Zeile 1 bis 3 zu finden ist.
- Das indirekte Zitat muss inhaltlich korrekt sein und in einer eigenen Formulierung wiedergegeben werden.
- Der Schlusspunkt des gesamten Satzes wird nach der Klammer gesetzt.
Prinzipien des Zitierens
Beim Zitieren sind einige grundlegende Prinzipien zu beachten: Jede Veränderung des Originaltextes muss gekennzeichnet werden, und die Quellenangabe ist obligatorisch. Korrektes Zitieren stärkt die Glaubwürdigkeit deiner Arbeit und zeigt, dass du dich intensiv mit den Quellen auseinandergesetzt hast.
Varianten des Zitateinbaus
Zitate können auf verschiedene Weisen in deinen Text eingebaut werden. Du kannst sie mit einem Doppelpunkt am Ende eines Satzes einleiten oder mit einem einleitenden Nomen verbinden. Eine besonders elegante Möglichkeit ist, Zitate flüssig in deinen Satzbau zu integrieren. Diese Variante spielt auch eine Rolle bei der Beurteilung deines Schreibstils und Ausdruckvermögens.
Anwendung in Prüfungsaufgaben
In der Abschlussprüfung können Zitate in unterschiedlichen Aufgabenstellungen relevant sein, wie bei der Erörterung eines Sachtextes oder der Charakterisierung einer literarischen Figur. Ein geschickter Einsatz von Zitaten kann deine Argumentation untermauern und deine Analyse vertiefen.
Schutz des geistigen Eigentums
Das Zitieren schützt vor geistigem Diebstahl (Plagiat). Wenn fremde Gedanken ohne Quellenangabe übernommen werden, gilt das als Täuschung und kann schwerwiegende Folgen haben
Respekt vor anderen Autoren
Das korrekte Zitieren ist eine Schlüsselkompetenz für das Schreiben wissenschaftlicher Texte. Es erfordert Präzision und Sorgfalt, um die Gedanken anderer Autoren respektvoll zu nutzen und gleichzeitig die eigene Stimme zu bewahren. Nutze die Prinzipien des Zitierens, um deine Texte überzeugend und fundiert zu gestalten.