kolleg24 Deutsch | Folge 5

Recherche im Internet

Stand

Von Autor/in Beatrix Krausenecker, Irmhild Mäurer

In dieser Folge lernst du, wie du Suchmaschinen effektiv für deine Recherchezwecke einsetzt, die Chancen und Grenzen von KI-Tools erkennst und Suchergebnisse kritisch hinterfragst.

Zielgerichtete Recherche mit Suchmaschinen

Bei der Recherche im Internet ist es entscheidend, das Ziel deiner Suche klar zu definieren. Je genauer dein Rechercheziel, desto effizienter wird deine Suche. Nehmen wir das Beispiel „Viertagewoche“: Möchtest du Informationen zu den Vor- und Nachteilen der Viertagewoche finden, solltest du präzisieren, ob du nach Erfahrungen aus der Sicht von Arbeitgebern oder Arbeitnehmern suchst oder nach Regelungen in anderen Ländern.    

Suche und Recherche im Internet (Illustration) | kolleg24 Deutsch

Anpassung des Suchbegriffs durch Filter

Um dein Rechercheziel zu erreichen, ist es hilfreich, spezifische Suchbegriffe und Filter zu verwenden. Statt nur „Viertagewoche“ einzugeben, könntest du beispielsweise nach „Vor- und Nachteile der Viertagewoche“ oder „Studien Viertagewoche“ suchen. Nutze verschiedene Filter wie „News“, „Bilder“ oder „Videos“, um die für dich relevanten Informationen zu finden.

Einsatz von Suchoperatoren

Operatoren sind Zeichen oder Begriffe, die deine Suchanfragen präzisieren und die Effizienz deiner Suche erhöhen. Beispiele hierfür sind:

OperatorBeschreibungBeispiel
UND
+
AND
Soll das Netz alle Begriffe gleichzeitig anzeigen, helfen diese Operatoren. Es werden hier Dokumente angezeigt, die beide Begriffe enthalten. Suchmaschinen verknüpft alle Wörter, die ihr in das Suchfeld eingebt, automatisch mit „und“.+Viertagewoche +Deutschland
ODER
OR
Mit diesen Operatoren wird angezeigt, dass nach Begriffen gesucht wird, die entweder die eine oder die andere Information enthalten. Die Suchmaschine sucht bei der Eingabe von Information A OR Information B nach Seiten, auf denen entweder Links zu A oder zu B enthalten sind.Viertagewoche OR Work-Life-Balance
NICHT
-
NOT
Mit dem Operator „-“ können bestimmte Begriffe ausgeklammert werden. Mit der Verknüpfung „NICHT” - „NOT“ werden Seiten zu diesen Begriffen nicht (!) genannt. Viertagewoche
-Großbritannien
„...”Anführungszeichen vor und hinter den Begriffen ermöglichen die Suche nach Formulierungen bzw. Wortkombinationen. Eine Wortkombination in Anführungszeichen sucht nach der exakten Formulierung auf den Seiten. „Studien zur Viertagewoche“
intitle:Mit dem Operator „intitle:“ beschränkt sich die Suche auf Dokumente, die den gesuchten Begriff im Titel enthalten.intitle:Work-Life-Balance
inurl:Inurl:… beschränkt sich auf URLs, die den gesuchten Begriff in ihrem Link enthalten.inurl:Arbeit
Domain:Mit dem Operator Domain.at werden z. B. nur Seiten aus Österreich (.at) angezeigt.Domain.at
*Der Stern* ist ein Platzhalter. Arbeit* sucht nach Wortkombinationen wie Arbeitszeit, Arbeitsleben, also nach Begriffen, die mit dem Wort „Arbeit“ beginnen. Arbeit*

Personalisierung vermeiden

Es ist möglich, dass deine Suchmaschine aufgrund von Personalisierung deine Suchhistorie und die Aktivierung des Standortes nutzt und deine Suchergebnisse beeinflusst. Um dies zu vermeiden, kannst du den Inkognito-Modus deines Browsers verwenden. Zusätzlich hilft es, regelmäßig deinen Suchverlauf zu löschen oder alternative Suchmaschinen zu nutzen, die weniger personalisiert arbeiten.

Chancen und Grenzen von KI-Tools

KI-Tools bieten viele Chancen bei der Recherche. Sie können dir schnell und kompakt aufbereitete Informationen liefern und dir bei geringem Vorwissen helfen. KI kann auch das Sprachniveau anpassen und Informationen visuell aufbereiten.

Allerdings arbeiten KI-Tools mit Wahrscheinlichkeiten, was zu Aktualitätsproblemen und Verzerrungen durch den Algorithmus („Bias“) führen kann. KI-Tools können zudem sogenannte Halluzinationen erzeugen, bei denen sie Informationen „erfinden“.

Hinterfragen von Suchergebnissen und Quellenkritik

Suchergebnisse sollten immer kritisch hinterfragt werden. Die Reihenfolge der angezeigten Ergebnisse basiert oft auf der Häufigkeit der Aufrufe und nicht auf der Qualität. Achte auf die Seriosität der Homepages: Vorhandensein von Impressum und Kontaktdaten, formalsprachliche Korrektheit und sichere Verbindung sind wichtige Indikatoren. Ein weiterer Tipp ist, die URL genau zu prüfen - Seiten von offiziellen Institutionen enden mit vertrauenswürdiger Top-Level-Domain (.de, .com, .gov oder .edu).

Prüfe die Aktualität der Informationen und unterscheide zwischen Fakten und Meinungen. Beachte die Intention der Quelle und vergleiche verschiedene Quellen, um die Qualität deiner Ergebnisse zu sichern. Außerdem könnte es hilfreich sein, sich mit der Funktionsweise von Suchmaschinen und deren Ranking-Algorithmen vertraut zu machen, um Ergebnisse besser einschätzen zu können.

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Beatrix Krausenecker
Irmhild Mäurer
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