Aufgabe 1
Bitte verfassen Sie einen Kommentar zum Thema „Kinder im Spitzensport“. Bitte beziehen Sie die beiliegenden Materialien M1 und M2 mit ein. Der Kommentar sollte nicht mehr als 800 Zeichen umfassen.
M 1 - Zwölfjährige Schwimmerin bei WM
Singapur Yu Zidi holt Bronze bei der Schwimm-Weltmeisterschaft 2025. Yu ist zwölf Jahre alt. Nicht nur Mediziner, auch Menschenrechtler fordern Alternsgrenzen im Spitzensport. Kinder befänden sich im Wachstum, so die Kritiker und es sei unklar, wie sich die Tausenden von Trainingsstunden auf den jungen Körper auswirkten. Denn 30 Stunden Training die Woche wie beispielsweise im Turnsport seien für die betroffenen Kinder die Regel. Bedenklich für junge Körper, die sich im Wachstum befinden seien auch die strengen Gewichtsvorgaben im Hochleistungssport. Nicht selten führe die drastische Diät, zu der diese Kinder gezwungen werden, zu späterer Magersucht. Auch die autoritären Trainingsmethoden sind Teil der Kritik. So würden Kinder, die vor Schmerzen weinen, weil die Gelenke überlastet sind oder die Handinnenflächen bluten, vor den anderen bloßgestellt und verlacht. Kinder, die Außenstehenden davon berichten, gelten als Nestbeschmutzer und werden ausgeschlossen. Mancherorts schließen sich Eltern zusammen, um gegen diese Art von Missbrauch im Spitzensport vorzugehen.
M 2 - EU-Studie deckt Gewalt an Kindern im Spitzensport auf
Im Rahmen des Erasmus+-Programms der EU wurden vom 22. Oktober bis 14. Dezember 2020 in sieben europäischen Ländern 10.302 Personen im Alter von 18 bis 35 Jahren befragt. Die CASES-Studie erhebt Daten zur Prävalenz interpersonaler Gewalt bei Personen, die als Kinder oder Jugendliche am organisierten Sport teilgenommen haben. In allen Ländern wurde derselbe Fragebogen eingesetzt, die Stichproben wurden nach Geschlecht und Alter gleich gewichtet. Für Deutschland liegen die Prävalenzraten zwischen 26 % für sexualisierte Gewalt mit Körperkontakt und 71% für psychische Gewalt. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass interpersonale Gewalt im Sport häufig vorkommt und in allen untersuchten Ländern ein relevantes Problem darstellt.