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Lebensräume · Im Wald

Das geheimnisvolle Leben der Waldpflanzen | Unterricht

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Autor/in
Matthias Linder

Einsatz im Unterricht

Weshalb sprießt im städtischen Vorgarten ein Nachkömmling einer mächtigen Eiche, obwohl weit und breit kein Wald zu sehen ist? Wie kommt es, dass aus dem Topf der Balkonpflanze Löwenzahn wächst, obwohl dieser dort nie gepflanzt wurde? Weshalb werden unsere einheimischen Arten von einer Pflanze bedroht, deren Heimat man zehntausende Kilometer entfernt auf einem anderen Kontinent findet?

Bei den mobilen Tieren mit ihren Flügeln, Hufen und Flossen stellen wir uns diese Fragen eher nicht. Da Pflanzen aber mit ihren verästelten Wurzeln unbeweglich an ihrem Platz stehen, müssen sie Strategien entwickeln, um sich dennoch ausbreiten zu können. Manche von ihnen haben dabei faszinierende Techniken entwickelt.

Gartenhummel an Lerchensporn (Foto: SWR - Screenshot aus der Sendung)
Gartenhummel an Lerchensporn SWR - Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen
Fichte: männlicher Blütenstand SWR - Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen
Eicheln SWR – Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen

Der Film „Das geheimnisvolle Leben der Waldpflanzen“ zeigt auf beeindruckende Art und Weise, wie es die Pflanzen schaffen ihren Lebensraum zu erweitern. Erfahrungsgemäß ist es einfacher, die SchülerInnen für die Verbreitung der heimischen Tiere zu begeistern oder für die exotische Flora der großen Regenwälder mit ihren rekordverdächtigen Baumriesen, den fleischfressenden Pflanzen und den skurril wirkenden Schlingpflanzen. Die einheimischen Waldpflanzen wirken auf den ersten Blick nicht so spektakulär. Der Film schafft es aber durch faszinierende Details und Zeitlupenaufnahmen, die Magie unserer einheimischen Arten herauszustellen und somit auch in den Interessenfokus der SchülerInnen zu rücken.

Das Thema „Waldpflanzen“ findet seinen Platz im naturwissenschaftlichen Bereich der Bildungspläne. Das Wissen um die Verbreitung der einheimischen Pflanzenarten und die Erschließung neuer Lebensräume wird in der 6. Klasse mit den SchülerInnen erarbeitet. Sie haben in dieser Einheit die Möglichkeit, die heimische Pflanzenwelt kennenzulernen und dabei einfache Zusammenhänge innerhalb eines Ökosystems zu verstehen. Die Einheit legt den Fokus auf die Vermehrungsstrategien unserer einheimischen Waldpflanzen. Dabei sollen die SchülerInnen lernen, aus dem Medium Film wichtige Informationen zu entnehmen und diese in einen Kontext einzubetten.

Möchte man das Thema „Waldpflanzen“ mit dem zur Verfügung gestellten Material einführen, sollten folgende Vorüberlegungen getroffen werden. Der Film ist kein Ersatz für einen Unterrichtsgang in den Wald, der – begleitet von einem Experten – originale Begegnungen ermöglicht. Doch der Film kann nach einer solchen Exkursion zur detaillierten Nachbearbeitung des Themas genutzt werden. Da solche Exkursionen zwar wünschenswert, im Schulalltag aber leider nicht immer zu organisieren sind, kann der Film sehr hilfreich sein, das Thema schülergerecht zu behandeln.

Zur Umsetzung sollten circa vier Schulstunden veranschlagt werden. Da zum Großteil am Computer gearbeitet wird, ist es ratsam, rechtzeitig den Computerraum für den Durchführungszeitraum zu reservieren. Sollte nicht für jede/n SchülerIn ein Computer zur Verfügung stehen, kann das Thema auch in Partnerarbeit erschlossen werden. Planet Schule stellt den Film „Das geheimnisvolle Leben der Waldpflanzen” sowie darauf aufbauende Arbeitsblätter zur Verfügung (www.planet-schule.de). Der Film kann online über einen Beamer gezeigt werden oder als DVD bei einem Medienzentrum ausgeliehen werden. Für die Erarbeitungsphase muss jedem/jeder SchülerIn ein Kopfhörer zu Verfügung stehen.

Als Einstieg in das Thema können zwei Schlagzeilen von der Lehrkraft an die Wand projiziert werden.

Diese zwei Schlagzeilen sollen Ausgangspunkt eines Klassengesprächs werden. In diesem Gespräch sollen Hypothesen formuliert werden, wie es den beiden Spezies gelingt, sich neuen Lebensraum zu erschließen. Die Lehrkraft fixiert diese Überlegungen an der Tafel. Vermutlich wird es den SchülerInnen leichter fallen, über die Verbreitung des „mobilen“ Wolfes Vermutungen aufzustellen als über die „verwurzelte“ Pflanze. Dieses Gespräch bildet nun die Grundlage, sich genauer mit den Verbreitungsstrategien der Pflanzen zu beschäftigen.

Der halbstündige Film knüpft nun an die Einführungsphase an. Ein überfachliches Lernziel dieser Einheit ist, aus dem Medium Film relevante Informationen herauszufiltern. Deshalb arbeiten die SchülerInnen gleichzeitig mit dem Film und den dazugehörigen Arbeitsblättern. Bevor der/die LehrerIn den Film im Plenum zeigt, wird Arbeitsblatt 1 ausgeteilt und besprochen. Während des Films sollen die SchülerInnen eine leichte Zuordnungsaufgabe lösen, die aber eine hohe Aufmerksamkeit verlangt. Eine erhöhte Aufmerksamkeit soll dadurch erzeugt werden, dass die Aufgabenstellung altersgerechtin ein kleines Rätsel verpackt ist.

In den Folgestunden sollen sich die SchülerInnen in Einzel- oder Partnerarbeit tiefgründiger mit dem Film beschäftigen. Dazu stehen drei Arbeitsblätter zur Verfügung. Die Aufgabenstellungen sind so konzipiert, dass diese mit Hilfe des Films bearbeitet werden können. Dazu benötigt jeder SchülerIn einen internetfähigen Computer und einen Kopfhörer. Über den auf den Arbeitsblättern 2 und 3 ausgewiesenen Link gelangen die SchülerInnen online zum Film. Als Hilfestellung sind bei jeder Aufgabe Zeiten angegeben.

Auf Arbeitsblatt 4 befindet sich ein Kreuzworträtsel, das auf spielerische Art und Weise das Gelernte nochmals wiederholt beziehungsweise überprüft.

Die Arbeitsblätter sind so konzipiert, dass die SchülerInnen sehr eigenständig arbeiten können und nur selten Hilfestellung benötigen. Dies bietet dem/der LehrerIn die Möglichkeit, sich in die Rolle des Beobachters zu begeben und seine/ihre SchülerInnen aus einer anderen Perspektive heraus zu erleben. Die unterschiedlichen Herangehensweisen zur Informationsbeschaffung, der Umgang mit dem Computer, aber auch der unterschiedliche Umgang der SchülerInnen mit nicht sofort lösbaren Aufgabenstellungen sind aus der Perspektive des Beobachters deutlich zu erkennen.

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Das geheimnisvolle Leben der Waldpflanzen

Ohne sie gäbe es kein tierisches oder menschliches Leben auf unserem Planeten – Pflanzen! Im Wald treffen wir auf die verschiedensten Arten der kleinen, grünen Sauerstoffproduzenten. Jede Pflanze hat eine bestimmte Nische erobert und viele von ihnen verfügen über verblüffende Taktiken, um sich fortzupflanzen. Relativ wenig Aufwand treiben die Windbestäuber, wie Hasel oder Fichte. Der Lerchensporn investiert in Nektar, um bestäubende Insekten anzulocken. Der Aronstab nimmt seine Bestäuber gar vorübergehend gefangen. Auch die Verbreitungswege der Samen sind vielfältig: Lassen sich manche einfach vom Winde verwehen, so haben es andere darauf abgesehen, sich fressen zu lassen. Erdbeere und Moschuskraut rekrutieren Schnecken für den Samentransport. Das Springkraut erschließt mit einem raffinierten Schleudermechanismus neue Lebensräume für seine Nachkommen. Vom Lebenszyklus der Pflanzen und ihren Anpassungen an die Umwelt erzählt dieser Film.

Natur nah: Das geheimnisvolle Leben der Waldpflanzen SWR Fernsehen

Pflanzen und Tiere im Schwarzwald

Der Schwarzwald – ein sagenumwobenes Mittelgebirge im Südwesten Deutschlands und Heimat für eine Vielzahl bemerkenswerter Bewohner: Der Luchs war im Schwarzwald komplett ausgerottet. Seit ein paar Jahren werden die Raubkatzen hin und wieder gesichtet. In Hochmoorregionen kämpfen Auerhähne um die Gunst der Weibchen. Das Landschaftsbild des Schwarzwalds wurde vom Menschen nachhaltig geprägt. Schon seit dem 15. Jahrhundert ist das Holz des Schwarzwalds ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Heute dominieren Fichten die Wälder, da sie in der Holzproduktion als besonders profitabel gelten. Tannen sind inzwischen weitaus seltener. Sechzig Jahre dauert es, bis aus einem winzigen Samen ein stattlicher Baum geworden ist. Und da die Samen bei Mäusen, Eichhörnchen und anderen Tieren als Nahrung sehr begehrt sind, wird längst nicht jeder Samen zum Baum.

Der Schwarzwald SWR Fernsehen

Lebensraum Bannwald

Ob Monokultur oder Mischwald aus Laub- und Nadelbäumen – unsere Wälder werden bewirtschaftet. Auf weniger als einem Prozent unserer Waldfläche ist das anders: im Bannwald. Hier greift der Mensch nicht ein. Aus umgefallenen und zersetzten Bäumen wächst neues Leben; der Wald verjüngt sich natürlich. Das Zusammenspiel zwischen Pflanzen, Tieren, Bakterien und Pilzen funktioniert. Es gibt keinen Abfall oder Müll; was auch entsteht, es wird gebraucht. Pflanzen wandeln die Energie der Sonne um und wachsen. Tiere fressen Pflanzen oder andere Tiere. Und wenn Pflanzen und Tiere absterben, werden sie zersetzt. Dafür sind Millionen Kleinlebewesen und Bakterien zuständig, auch Pilze gehören zur „zersetzenden Gesellschaft“. Produzenten, Konsumenten und Destruenten arbeiten in der „Recyclinganlage Bannwald“ optimal zusammen. Der Film beschreibt die Pflanzen und Tiere im Lebensraum Bannwald, und er macht deutlich, weshalb Wirtschaftswälder, die aus gleichartigen und gleichaltrigen Bäumen bestehen, empfindlich auf Naturereignisse reagieren.

Tiere und Pflanzen SWR Fernsehen

Lebensraum Pfälzerwald

Der Pfälzerwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Hier finden mitten in Rheinland-Pfalz viele Tierarten einen geeigneten Lebensraum, die anderswo schon ausgestorben sind. Zu ihnen gehört die Wildkatze. Sie sucht den Schutz der Buchenwälder, genauso wie der Feuersalamander. Im offenen Gelände, an sonnigen Hängen, gedeihen nicht nur Weinreben. Wärmeliebende Arten wie die Smaragdeidechse und die Gottesanbeterin sind hier zu Hause. In den Terrassen der Weinberge legen die farbenprächtigen Bienenfresser ihre Nester an. Sie ziehen im Frühsommer aus Afrika hierher.

Lebensraum Pfälzerwald SWR Fernsehen

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Matthias Linder