zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.

Inhalt

Hintergrund: Wirbellose

Insekten

Insekten erschienen viele Millionen Jahre früher an Land als die Wirbeltiere. Vermutlich waren sie deshalb auch die ersten Tiere auf der Erde, die Luftschall wahrnehmen konnten.

Unter den heute lebenden Insekten sind vor allem diejenigen mit einem guten Hörvermögen ausgestattet, die auch zur Schallerzeugung befähigt sind und Schallsignale zur Kommunikation und Partnerfindung einsetzen. Das akustische Wahrnehmen von Beutegreifern (durch Luftschall) scheint im Reich der Insekten nur eine untergeordnete Rolle zu spielen (Ausnahme: siehe unten).

Hörorgane sind bei Insekten keinesfalls auf den Kopfbereich beschränkt, sondern kommen an ganz unterschiedlichen Stellen des Körpers vor. So kommen "Ohren" bei vielen Heuschrecken beispielsweise an den Beinen oder am Hinterleib vor, während bei Florfliegen die Vorderflügel mit Hörorganen ausgestattet sind.

  • Panzerheuschrecke (Quelle: Dr. Peter Bernstein; Universität Tübingen) Panzerheuschrecke mit auf dem Bild markierten Hörorgan (Kreis)

Als typisches Hörorgan vieler hörender Insekten gilt das Tympanalorgan, welches aus einer dünnen Hautmembran ("Trommelfell") besteht, die mit Sinneszellen in Verbindung steht. Die Membran des Tympanalorgans kann durch Luftschall genauso in Schwingungen versetzt werden wie das Trommelfell der Landwirbeltiere. Aber weil die Insekten im Allgemeinen so viel kleiner sind als die Wirbeltiere, ist die Empfindlichkeit ihrer Hörorgane normalerweise wesentlich geringer.

  • Stechmücke (Quelle: picture-alliance / dpa) Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme einer Stechmücke beim Blutsaugen

Mücken

Das beste Hörvermögen im Insektenreich besitzen die Männchen bestimmter Mückenarten. Sie nehmen mit Hilfe ihrer nur wenige Millimeter langen Antennen an ihrem Kopf das Summen der Weibchen wahr. Dieser Ton entsteht durch den Flügelschlag der Weibchen. Die Antennen werden in Schwingungen versetzt und ein spezielles Organ an der Basis der Antennen misst die dabei auftretende Bewegung der Antennen. Die eigene von den Weibchen abweichende Flügelschlagfrequenz wird dabei nicht wahrgenommen. Die Töne unterscheiden sich je nach Mückenart. So können die Mückenmännchen ihre weiblichen Artgenossen erkennen. Bei den Stechmücken (Aedes aegypti) hat er eine Tonhöhe von 380 Hz, bei anderen Mückenarten liegt er beispielsweise bei 500 Hz.

Sinneshaare können aufgrund ihrer Kleinheit generell von Luftschall in Schwingungen versetzt werden, daher kann man ein einfaches, nicht sehr effizientes "Gehör" bei den meisten Insekten und auch Spinnentieren vermuten, doch erst spezialisierte Organstrukturen erlauben diesen Tieren eine Hörleistung, die z. B. bei der innerartlichen Kommunikation verwendet werden kann.

Nachtfalter auf der Flucht

Zu den wenigen Insekten, die ihr Hörvermögen zur Feindabwehr einsetzen, gehören einige Nachtfalterarten. Diese befinden sich, wie der Name vermuten lässt, des Nachts in der Luft und werden von Fledermäusen gejagt. Diese Nachtfalter verfügen über ein sehr effizientes Gehör, das bei ihnen von im Brustbereich liegenden Tympanalorgan gebildet wird. Sie sind in der Lage, die Ultraschalllaute der angreifenden Fledermäuse wahrzunehmen und reagieren mit einem Zusammenfalten der Flügel auf einen solchen Angriff. Durch das plötzliche "Sich-Fallen-Lassen" geht der Angriff der Fledermaus oft ins Leere. So haben diese Insekten im gegenseitigen Wettrüsten der Sinnesorgane einen Weg gefunden, selbst der Jagdtechnik der Fledermäuse eine ebenso ausgefeilte Technik entgegenzusetzen.

Weitere Informationen zum Thema