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Unterricht: Der Ausbruch des Krieges

Themen:

• Kindheit und Jugend im Ersten Weltkrieg
• Kriegsbegeisterung und ihre Ursachen
• Krieg im Schulunterricht
• Haltung der SPD zum Kriegsausbruch

Einsatz in der Mittelstufe

In der Sendung wird deutlich, wie stark der Beginn des Ersten Weltkriegs das Leben der Menschen veränderte: Nicht nur für die zukünftigen Soldaten war der Einberufungsbefehl ein entscheidender Einschnitt, sondern das Leben aller Menschen wandelte sich – auch das der Kinder und Jugendlichen. Viele waren zunächst begeistert oder zumindest fasziniert vom Krieg. Dies verdeutlicht der Film durch die Geschichten von Elfriede und Peter aus Deutschland, Yves aus Frankreich und Marina aus Russland. Über die Personalisierung und die emotionale Ebene wird gerade jüngeren Schülerinnen und Schülern der Zugang stark erleichtert.

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit einem Steckbrief und erweiternden Fragen jeweils zunächst mit einem der Kinder oder Jugendlichen genauer auseinander und tauschen sich dann untereinander aus (Think-Pair-Share-Methode). Sie erhalten den Steckbrief als Beobachtungsauftrag, bereits bevor der Film gezeigt wird. Am schwierigsten zu erfassen ist die Geschichte des 18-jährigen Peter Kollwitz, der sich gegen den Willen seiner Eltern zum Dienst an der Front verpflichten will. Einfach nachvollziehbar ist die Kriegsbegeisterung des zehnjährigen Yves, die Geschichten von Elfriede und Marina entsprechen einem mittleren Schwierigkeitsgrad. Die Steckbriefe können im Rahmen der Binnendifferenzierung innerhalb der Klasse entsprechend an stärkere oder schwächere Schülerinnen und Schüler verteilt werden.

Die Klasse schaut nun gemeinsam den Film. Jeder macht sich seine Notizen und füllt anschließend den Steckbrief (Arbeitsblatt 1) zu „seinem“ Kind oder Jugendlichen aus (Think-Phase). Je nach Leistungsstärke der Klasse kann den Schülerinnen und Schülern an PCs die Möglichkeit gegeben werden, die relevanten Szenen im individuellen Tempo noch einmal anzuschauen, um alle Inhalte zu erfassen.
Danach tauscht sich jeder Schüler mit einem anderen aus, der den Steckbrief zur selben Person bearbeitet hat (Pair-Phase). Anschließend kommen immer vier Schüler zusammen, die sich mit unterschiedlichen Steckbriefen befasst haben, und stellen ihre Protagonisten noch einmal genauer vor (Share-Phase). Die Gruppe diskutiert: Was hat sie an den Geschichten der Kinder und Jugendlichen besonders überrascht? Warum? Die Ergebnisse werden in Stichpunkten gesammelt und der Klasse vorgestellt.

Einsatz in der Oberstufe

Die Kursstufe setzt sich mit den Ursachen der Kriegsbegeisterung bei der Jugend intensiver auseinander. Dafür lernen die Schülerinnen und Schüler zwei Erklärungsansätze kennen: Die entsprechende Prägung durch den Schulunterricht, in dem Krieg als selbstverständliches Machtmittel eines Staates dargestellt wurde. Und die Jugendbewegung um 1900, die sich von Zwängen befreien wollte und glaubte, mit dem Krieg einen Befreiungsschlag gegen die bestehende Ordnung führen zu können.

Die Schülerinnen und Schüler sehen zunächst den Film mit dem Arbeitsauftrag, sich dabei besonders Notizen zur Kriegsbegeisterung der deutschen Bevölkerung zu machen. Außerdem sollen sie notieren, wie der Krieg im Schulunterricht aufgegriffen wurde. Beide Aspekte werden anschließen unter anderem mit Quellentexten genauer untersucht.

Im ersten Arbeitsschritt legt der Kurs das Augenmerk auf den Schulunterricht. Als Hintergrund dient dabei ein Quellentext aus einem Lehrerhandbuch von Richard Fritzsche aus dem Jahr 1907, das Volksschullehrern schon seit seiner ersten Auflage im Jahr 1898 als Basis für den Geschichtsunterricht diente. (Arbeitsblatt 2) Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass die Propaganda zugunsten kriegerischer Handlungen nicht erst mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges begann, sondern selbstverständlicher Teil des Unterrichts war.

Danach sucht der Kurs mithilfe eigener Internet-Recherchen nach Erklärungen, warum sich die Jugendbewegung so stark für den Ersten Weltkrieg begeistern konnte. Um die Haltung der Jugend dieser Zeit zum Krieg besser nachvollziehen zu können, analysieren die Schülerinnen und Schüler ergänzend das Soldatenlied „Kein schönrer Tod ist in der Welt“. Es war Teil der Liedersammlung „Der Zupfgeigenhansl“ aus dem Jahr 1909. (Arbeitsblatt 3) Die Liedersammlung wurde von den Mitgliedern der Jugendbewegung beim Singen am Lagerfeuer rege genutzt.

Erweiternd zu diesen Inhalten kann im Unterrichtsgespräch die Haltung der SPD zum Krieg thematisiert werden, die durch die Sozialdemokraten Karl und Käthe Kollwitz deutlich wird. Die Schülerinnen und Schüler sollten hierbei erkennen, welche Rolle der Burgfrieden für die spätere Abspaltung der USPD spielte.