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Tagebücher des Ersten Weltkriegs

Der Ausbruch des Krieges | Unterricht

STAND
Autor/in
Nadine Albach
Christina Lüdeke
Fachberatung
Dr. Anja Wieber

Themen:

• Kindheit und Jugend im Ersten Weltkrieg
• Kriegsbegeisterung und ihre Ursachen
• Krieg im Schulunterricht
• Haltung der SPD zum Kriegsausbruch

Einsatz in der Mittelstufe

In der Sendung wird deutlich, wie stark der Beginn des Ersten Weltkriegs das Leben der Menschen veränderte: Nicht nur für die zukünftigen Soldaten war der Einberufungsbefehl ein entscheidender Einschnitt, sondern das Leben aller Menschen wandelte sich – auch das der Kinder und Jugendlichen. Viele waren zunächst begeistert oder zumindest fasziniert vom Krieg. Dies verdeutlicht der Film durch die Geschichten von Elfriede und Peter aus Deutschland, Yves aus Frankreich und Marina aus Russland. Über die Personalisierung und die emotionale Ebene wird gerade jüngeren Schülerinnen und Schülern der Zugang stark erleichtert.

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit einem Steckbrief und erweiternden Fragen jeweils zunächst mit einem der Kinder oder Jugendlichen genauer auseinander und tauschen sich dann untereinander aus (Think-Pair-Share-Methode). Sie erhalten den Steckbrief als Beobachtungsauftrag, bereits bevor der Film gezeigt wird. Am schwierigsten zu erfassen ist die Geschichte des 18-jährigen Peter Kollwitz, der sich gegen den Willen seiner Eltern zum Dienst an der Front verpflichten will. Einfach nachvollziehbar ist die Kriegsbegeisterung des zehnjährigen Yves, die Geschichten von Elfriede und Marina entsprechen einem mittleren Schwierigkeitsgrad. Die Steckbriefe können im Rahmen der Binnendifferenzierung innerhalb der Klasse entsprechend an stärkere oder schwächere Schülerinnen und Schüler verteilt werden.

Die Klasse schaut nun gemeinsam den Film. Jeder macht sich seine Notizen und füllt anschließend den Steckbrief (Arbeitsblatt 1) zu „seinem“ Kind oder Jugendlichen aus (Think-Phase). Je nach Leistungsstärke der Klasse kann den Schülerinnen und Schülern an PCs die Möglichkeit gegeben werden, die relevanten Szenen im individuellen Tempo noch einmal anzuschauen, um alle Inhalte zu erfassen.
Danach tauscht sich jeder Schüler mit einem anderen aus, der den Steckbrief zur selben Person bearbeitet hat (Pair-Phase). Anschließend kommen immer vier Schüler zusammen, die sich mit unterschiedlichen Steckbriefen befasst haben, und stellen ihre Protagonisten noch einmal genauer vor (Share-Phase). Die Gruppe diskutiert: Was hat sie an den Geschichten der Kinder und Jugendlichen besonders überrascht? Warum? Die Ergebnisse werden in Stichpunkten gesammelt und der Klasse vorgestellt.

Einsatz in der Oberstufe

Die Kursstufe setzt sich mit den Ursachen der Kriegsbegeisterung bei der Jugend intensiver auseinander. Dafür lernen die Schülerinnen und Schüler zwei Erklärungsansätze kennen: Die entsprechende Prägung durch den Schulunterricht, in dem Krieg als selbstverständliches Machtmittel eines Staates dargestellt wurde. Und die Jugendbewegung um 1900, die sich von Zwängen befreien wollte und glaubte, mit dem Krieg einen Befreiungsschlag gegen die bestehende Ordnung führen zu können.

Die Schülerinnen und Schüler sehen zunächst den Film mit dem Arbeitsauftrag, sich dabei besonders Notizen zur Kriegsbegeisterung der deutschen Bevölkerung zu machen. Außerdem sollen sie notieren, wie der Krieg im Schulunterricht aufgegriffen wurde. Beide Aspekte werden anschließen unter anderem mit Quellentexten genauer untersucht.

Im ersten Arbeitsschritt legt der Kurs das Augenmerk auf den Schulunterricht. Als Hintergrund dient dabei ein Quellentext aus einem Lehrerhandbuch von Richard Fritzsche aus dem Jahr 1907, das Volksschullehrern schon seit seiner ersten Auflage im Jahr 1898 als Basis für den Geschichtsunterricht diente. (Arbeitsblatt 2) Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass die Propaganda zugunsten kriegerischer Handlungen nicht erst mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges begann, sondern selbstverständlicher Teil des Unterrichts war.

Danach sucht der Kurs mithilfe eigener Internet-Recherchen nach Erklärungen, warum sich die Jugendbewegung so stark für den Ersten Weltkrieg begeistern konnte. Um die Haltung der Jugend dieser Zeit zum Krieg besser nachvollziehen zu können, analysieren die Schülerinnen und Schüler ergänzend das Soldatenlied „Kein schönrer Tod ist in der Welt“. Es war Teil der Liedersammlung „Der Zupfgeigenhansl“ aus dem Jahr 1909. (Arbeitsblatt 3) Die Liedersammlung wurde von den Mitgliedern der Jugendbewegung beim Singen am Lagerfeuer rege genutzt.

Erweiternd zu diesen Inhalten kann im Unterrichtsgespräch die Haltung der SPD zum Krieg thematisiert werden, die durch die Sozialdemokraten Karl und Käthe Kollwitz deutlich wird. Die Schülerinnen und Schüler sollten hierbei erkennen, welche Rolle der Burgfrieden für die spätere Abspaltung der USPD spielte.

Unterrichtsmaterial zum gesamten Schwerpunkt

Tagebücher des Ersten Weltkriegs | Unterricht

Die Reihe "Tagebücher des Ersten Weltkriegs" stellt die Schicksale Einzelner in den Mittelpunkt und erläutert anhand dieser individuellen Erlebnisse die geschichtlichen Zusammenhänge. Dieser Ansatz erleichtert den Schülerinnen und Schülern den Zugang zu der komplexen Thematik. Die Reihe bietet ganz unterschiedliche Möglichkeiten, den Ersten Weltkrieg im Unterricht zu thematisieren. So erkennen die Schülerinnen und Schüler, welche Rolle der Krieg für Kinder und Jugendliche spielte, oder sie setzen sich mit der Technisierung des Krieges auseinander. Durch die Vielfalt an genutzten Quellen und filmischen Mitteln lässt sich die Reihe darüber hinaus unter mediendidaktischen Aspekten im Unterricht einsetzen. Das Unterrichtsmaterial ist nach dem Baukastenprinzip aufgebaut und bietet sowohl Ansätze für den Einsatz in der Mittelstufe als auch in der Kursstufe.

Alle Themen zum Schwerpunkt Tagebücher des Ersten Weltkriegs

Der Ausbruch des Krieges

Als im Juni 1914 in Sarajewo der österreichisch-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau ermordet werden, ist Europa ein von Spannungen gezeichneter Kontinent. Der Erste Weltkrieg bricht aus. Die Menschen empfinden es als ihre Pflicht, für das Vaterland in den Krieg zu ziehen. Die junge Kosakin Marina Yurlova will für den russischen Zaren kämpfen. Der 18-jährige Peter Kollwitz zieht für Deutschland an die Westfront; der Landwirt Karl Kasser soll das Großreich Österreich-Ungarn an der Ostfront verteidigen. Im ostdeutschen Schneidemühl, nur wenige Kilometer von der russischen Grenze entfernt, fürchtet die zwölfjährige Elfriede Kuhr den Einmarsch der Russen. Im französischen Sedan erlebt der zehnjährige Yves Congar, wie seine Heimatstadt von den Deutschen angegriffen wird.

Tagebücher des Ersten Weltkriegs SWR Fernsehen

Das Sterben an der Front

Aus dem europäischen Konflikt ist ein Weltkrieg geworden. In den Schützengräben an der 700 Kilometer langen Westfront, der 1600 Kilometer langen Ostfront und an der italienisch-österreichischen Front kämpfen mehr als 60 Millionen Soldaten: unter ihnen der Franzose Louis Barthas, der Deutsche Ernst Jünger, der Österreicher Karl Kasser und die russische Kosakin Marina Yurlova. Viele ihrer Kameraden sind bereits gefallen. In diesem Krieg werden erstmals Giftgas, Maschinengewehre und Panzer eingesetzt – mit verheerender Wirkung. Wie viele Frauen will auch die englische Krankenschwester Sarah Macnaughton den Opfern des Krieges helfen und bricht zu den Armeniern im türkisch-russischen Kampfgebiet auf.

Tagebücher des Ersten Weltkriegs SWR Fernsehen

Der Krieg in der Heimat

Zerstörung und Tod, Verzweiflung, Hunger und Einsamkeit prägen jetzt nicht nur das Leben an der Front, sondern auch in der Heimat. Der Krieg hat das romantische Bild der intakten Heimat zerstört. Heimat und Front sind eins geworden – der Krieg ist überall. Millionen von Soldaten sind gefallen. Hunderttausende kommen in Kriegsgefangenschaft, wie der Niederösterreicher Karl Kasser, der an der Ostfront gekämpft hat. Auch Frauen und Kinder leisten ihren Beitrag für das Vaterland: So meldet sich die Engländerin Gabrielle West freiwillig zum Dienst in einer Munitionsfabrik. Aber die Mobilität der Soldaten bringt auch neue Freiheiten: Angesichts des drohenden Todes werden althergebrachte Moralvorstellungen hinfällig. Männer und Frauen schließen leichter Bekanntschaft. So verliebt sich die Schülerin Elfriede Kuhr in einen jungen Fliegerleutnant. Doch der Krieg überschattet die romantischen Gefühle. Niemand glaubt mehr an ein gutes Ende.

Tagebücher des Ersten Weltkriegs SWR Fernsehen

Das Ende des Krieges

Im Frühjahr 1918 will die deutsche Heeresleitung durch eine letzte große Offensive an der Westfront die Entscheidung herbeiführen. Der Stoßtruppführer Ernst Jünger dringt dabei mit seiner Einheit in britisch kontrolliertes Gebiet vor, in dem Charles Edward Montague für den britischen Geheimdienst arbeitet. Doch nach anfänglichen Erfolgen der Deutschen scheitert der Angriff; von den Amerikanern unterstützt starten Briten und Franzosen eine Gegenoffensive. Der Krieg ist für Deutschland verloren. In der Heimat muss die 16-jährige Elfriede Kuhr erleben, wie Säuglinge an Mangelernährung sterben. In Russland droht der Kosakin Marina Yurlova nach der Machtübernahme der Bolschewiken der Tod durch die Rote Armee. Nachdem sich deutsche Matrosen weigern, die britische Flotte anzugreifen, bricht auch in Deutschland die Revolution aus. Im November 1918 ist der Krieg zu Ende; das Deutsche Kaiserreich wird von einer bürgerlichen Republik abgelöst.

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Kleine Schritte im großen Krieg (Multimediaspiel)

„Kleine Schritte im großen Krieg“ macht das Thema Erster Weltkrieg interaktiv erfahrbar.

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Nadine Albach
Christina Lüdeke
Fachberatung
Dr. Anja Wieber