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Sendungsinhalt: Neue Städte für neue Bürger

Nicht im Mittelmeer, sondern am alten Rhein bei Roxheim spielte sich vor 450 Jahren ein Flüchtlingsdrama ab. Männer, Frauen und Kinder, vertrieben aus ihrer Heimat, landeten hier in überfüllten Booten. Es waren protestantische Glaubensflüchtlinge, die in den katholischen Niederlanden um ihr Leben fürchten mussten. Der pfälzische Kurfürst Friedrich III. hatte um 1560 in der gesamten Kurpfalz den protestantischen Calvinismus eingeführt. Die Flüchtlinge kamen ihm gerade recht, brachten sie doch neues technisches Knowhow und protestantische Arbeitsmoral in die Kur-Pfalz. Sie waren hervorragende Gold- und Silberschmiede und Textilspezialisten. Berühmt waren ihre Gobelinmacher.

Gobelins, Bildteppiche, waren in den Schlössern der Renaissance sehr beliebt und so zeigen wir in einem Experiment ihre aufwändige Herstellung. Aus dem aufgelassenen Kloster Frankenthal machten die Glaubensflüchtlinge eine prosperierende Handwerker- und Händlerstadt. Bis der Dreißigjährige Krieg das Glück der Flüchtlinge zerstörte. Es war eine kurze Blüte in Frankenthal.

Die Stadt ist ein Beispiel für protestantische Stadtgründungen – aber auch für das fragile politische System dieser Epoche. Die Spaltung durch die Reformation und Gegenreformation hat am Ende ganz Europa zerrissen.

Filmskript: Neue Städte für neue Bürger

Neue Städte für neue Bürger

Kapitelübersicht:

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Protestantische Flüchtlinge in der Kurpfalz

00:00 – 03:30

1562 fanden Flüchtlinge aus den Niederlanden eine neue Heimat in der protestantischen Kurpfalz. Kurfürst Friedrich III. unterstützte aus politischem und wirtschaftlichem Kalkül die Ansiedelung der calvinistischen Protestanten. Sie galten als fleißig und talentiert und er erhoffte sich von ihnen einen wirtschaftlichen Aufschwung für die Region.

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Der Aufbau einer neuen Stadt

03:30 – 05:57

Aus dem Notquartier entwickelte sich eine prosperierende Stadt. Die calvinistischen Handwerker bauten die Siedlung Frankenthal zu einem wohlhabenden Städtchen aus. Sie waren spezialisiert auf Textil-, Gold- und Silberschmiedearbeiten. Der Kurfürst profitierte durch Steuern, Abgaben und Handelszölle. Im Gegenzug gewährte er den ehemaligen Flüchtlingen große Freiheiten.

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Goldschmiede, Maler und Tuchmacher

05:57 – 09:16

Die Maler und Tuchmacher von Frankenthal hatten einen hervorragenden Ruf und verkauften ihre Waren weit über die Landesgrenzen hinaus. Friedliches Miteinander war für sie ein Wirtschaftsfaktor. Berühmt waren ihre Gobelins. Besonders in den Schlössern waren sie geschätzt für ihre wärmenden und ästhetischen Qualitäten.

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Die Technik des Teppichwebens

09:16 – 11:28

In einer Textilwerkstatt in Backnang zeigt eine Expertin die alte Technik des Bildwirkens. In mühsamer Kleinarbeit entstehen auf dem Webstuhl prächtige Bilder. Tausende Stunden dauert die Anfertigung eines großen Gobelins.

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Städte in der Zeit der Glaubenskämpfe

11:28 – Ende

Die Spaltung durch die Reformation und Gegenreformation zerriss ganz Europa. Die Glaubenskriege zerstörten auch den Wohlstand der Region von Frankenthal. Im Dreißigjährigen Krieg wechselte die Stadt mehrmals den Besitzer, katholische und protestantische Heerführer saßen in der Stadt. Die Calvinisten, die sich so gut eingerichtet hatten, mussten ihre neue Heimat wieder verlassen