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Tagebücher des Ersten Weltkriegs

Der Krieg in der Heimat | Unterricht

STAND
Autor/in
Nadine Albach
Christina Lüdeke
Fachberatung
Dr. Anja Wieber

Themen:

• Bombenkrieg
• Entwurzelung durch Krieg und Gefangenschaft
• Filmanalyse: Einsatz von Quellen und filmischen Mitteln

Unterrichtsansatz für die Mittelstufe

"Der Krieg in der Heimat" stellt zum einen eindrücklich dar, wie sehr der Erste Weltkrieg gesellschaftliche Gegebenheiten veränderte, wie zum Beispiel geschlechtsspezifische Rollenmuster. Der Film schildert zum anderen aber auch, wie durch den Bombenkrieg Bedrohungen unmittelbar in der Heimat Einzug hielten – selbst auf einer Insel wie England. Hautnah erlebte dies Gabrielle West, die als Freiwillige in der Verpflegung einer Munitionsfabrik aushalf. Die Schülerinnen und Schüler achten beim Ansehen des Films besonders auf ihre Geschichte und machen sich dazu Notizen. Dann verfassen sie einen Brief aus der Perspektive von Gabrielle West, in dem sie Gabrielles Erlebnisse in der Munitionsfabrik schildern. Dabei sollen sie sowohl auf die Bedrohung durch den Bombenkrieg als auch auf die veränderte Rolle eingehen, die Frauen durch den Krieg in der Arbeitswelt einnehmen.

Unterrichtsansatz für die Oberstufe

Durch den Krieg, aber auch durch jahrelange Gefangenschaft werden die Soldaten, die überleben, regelrecht entwurzelt. Die Kriegsparteien sind auf die große Zahl von Gefangenen nicht vorbereitet. Für die Betroffenen selbst bleibt oft völlig im Dunkeln, wohin sie gebracht werden und wie lange ihre Reise beziehungsweise die Gefangenschaft noch andauern wird. Die emotionale Tragweite dieser Entwurzelung wird im Film am Beispiel des Soldaten Karl Kasser deutlich. Mithilfe eines Routenplaners vollziehen die Schülerinnen und Schüler die mehrjährige Odyssee des Gefangenen nach. In einem Gedankenspiel versetzen sie sich in die Gefühlswelt des Gefangenen und stellen sie sich anschließend die Frage, wie weit sich der Bauernsohn Kasser ohne den Krieg vermutlich von seinem Heimatdorf Kilb entfernt hätte.

Besonders in der Oberstufe ist dringend notwendig, dass die Schülerinnen und Schüler bei der Rezeption eines Films diesen dekonstruieren: Sie sollen bewusst wahrnehmen, was filmische Originalquellen sind, welche sonstigen Quellen genutzt wurden, aber auch, welche filmischen Mittel eingesetzt wurden, um die geschichtlichen Zusammenhänge zu vermitteln. Die Schülerinnen und Schüler können zwischen zwei Filmszenen wählen und eine davon analysieren. Sie erstellen ein Storyboard von der Szene und notieren sowohl Quellen als auch filmische Mittel, die jeweils genutzt wurden.

Unterrichtsmaterial zum gesamten Schwerpunkt

Tagebücher des Ersten Weltkriegs | Unterricht

Die Reihe "Tagebücher des Ersten Weltkriegs" stellt die Schicksale Einzelner in den Mittelpunkt und erläutert anhand dieser individuellen Erlebnisse die geschichtlichen Zusammenhänge. Dieser Ansatz erleichtert den Schülerinnen und Schülern den Zugang zu der komplexen Thematik. Die Reihe bietet ganz unterschiedliche Möglichkeiten, den Ersten Weltkrieg im Unterricht zu thematisieren. So erkennen die Schülerinnen und Schüler, welche Rolle der Krieg für Kinder und Jugendliche spielte, oder sie setzen sich mit der Technisierung des Krieges auseinander. Durch die Vielfalt an genutzten Quellen und filmischen Mitteln lässt sich die Reihe darüber hinaus unter mediendidaktischen Aspekten im Unterricht einsetzen. Das Unterrichtsmaterial ist nach dem Baukastenprinzip aufgebaut und bietet sowohl Ansätze für den Einsatz in der Mittelstufe als auch in der Kursstufe.

Alle Themen zum Schwerpunkt Tagebücher des Ersten Weltkriegs

Der Ausbruch des Krieges

Als im Juni 1914 in Sarajewo der österreichisch-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau ermordet werden, ist Europa ein von Spannungen gezeichneter Kontinent. Der Erste Weltkrieg bricht aus. Die Menschen empfinden es als ihre Pflicht, für das Vaterland in den Krieg zu ziehen. Die junge Kosakin Marina Yurlova will für den russischen Zaren kämpfen. Der 18-jährige Peter Kollwitz zieht für Deutschland an die Westfront; der Landwirt Karl Kasser soll das Großreich Österreich-Ungarn an der Ostfront verteidigen. Im ostdeutschen Schneidemühl, nur wenige Kilometer von der russischen Grenze entfernt, fürchtet die zwölfjährige Elfriede Kuhr den Einmarsch der Russen. Im französischen Sedan erlebt der zehnjährige Yves Congar, wie seine Heimatstadt von den Deutschen angegriffen wird.

Tagebücher des Ersten Weltkriegs SWR Fernsehen

Das Sterben an der Front

Aus dem europäischen Konflikt ist ein Weltkrieg geworden. In den Schützengräben an der 700 Kilometer langen Westfront, der 1600 Kilometer langen Ostfront und an der italienisch-österreichischen Front kämpfen mehr als 60 Millionen Soldaten: unter ihnen der Franzose Louis Barthas, der Deutsche Ernst Jünger, der Österreicher Karl Kasser und die russische Kosakin Marina Yurlova. Viele ihrer Kameraden sind bereits gefallen. In diesem Krieg werden erstmals Giftgas, Maschinengewehre und Panzer eingesetzt – mit verheerender Wirkung. Wie viele Frauen will auch die englische Krankenschwester Sarah Macnaughton den Opfern des Krieges helfen und bricht zu den Armeniern im türkisch-russischen Kampfgebiet auf.

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Der Krieg in der Heimat

Zerstörung und Tod, Verzweiflung, Hunger und Einsamkeit prägen jetzt nicht nur das Leben an der Front, sondern auch in der Heimat. Der Krieg hat das romantische Bild der intakten Heimat zerstört. Heimat und Front sind eins geworden – der Krieg ist überall. Millionen von Soldaten sind gefallen. Hunderttausende kommen in Kriegsgefangenschaft, wie der Niederösterreicher Karl Kasser, der an der Ostfront gekämpft hat. Auch Frauen und Kinder leisten ihren Beitrag für das Vaterland: So meldet sich die Engländerin Gabrielle West freiwillig zum Dienst in einer Munitionsfabrik. Aber die Mobilität der Soldaten bringt auch neue Freiheiten: Angesichts des drohenden Todes werden althergebrachte Moralvorstellungen hinfällig. Männer und Frauen schließen leichter Bekanntschaft. So verliebt sich die Schülerin Elfriede Kuhr in einen jungen Fliegerleutnant. Doch der Krieg überschattet die romantischen Gefühle. Niemand glaubt mehr an ein gutes Ende.

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Das Ende des Krieges

Im Frühjahr 1918 will die deutsche Heeresleitung durch eine letzte große Offensive an der Westfront die Entscheidung herbeiführen. Der Stoßtruppführer Ernst Jünger dringt dabei mit seiner Einheit in britisch kontrolliertes Gebiet vor, in dem Charles Edward Montague für den britischen Geheimdienst arbeitet. Doch nach anfänglichen Erfolgen der Deutschen scheitert der Angriff; von den Amerikanern unterstützt starten Briten und Franzosen eine Gegenoffensive. Der Krieg ist für Deutschland verloren. In der Heimat muss die 16-jährige Elfriede Kuhr erleben, wie Säuglinge an Mangelernährung sterben. In Russland droht der Kosakin Marina Yurlova nach der Machtübernahme der Bolschewiken der Tod durch die Rote Armee. Nachdem sich deutsche Matrosen weigern, die britische Flotte anzugreifen, bricht auch in Deutschland die Revolution aus. Im November 1918 ist der Krieg zu Ende; das Deutsche Kaiserreich wird von einer bürgerlichen Republik abgelöst.

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Kleine Schritte im großen Krieg (Multimediaspiel)

„Kleine Schritte im großen Krieg“ macht das Thema Erster Weltkrieg interaktiv erfahrbar.

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Nadine Albach
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Dr. Anja Wieber