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Tödliche Exporte

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2015 enthüllte Daniel Harrich in seiner Dokumentation „Tödliche Exporte“, wie Sturmgewehre vom Typ G36 aus Baden-Württemberg in mexikanische Krisengebiete gelangten, ohne dass der Hersteller Heckler & Koch dafür eine Exportgenehmigung hatte. Kurz nach der Ausstrahlung erhob die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen die verantwortlichen Manager. Den darauffolgenden Gerichtsprozess beleuchtete 2020 die Dokumentation „Tödliche Exporte 2“.

Kleinwaffe in Halterung (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)
Waffe des deutschen Unternehmens Sig Sauer bei Militärparade in Mexiko SWR – Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen
Die mexikanische Polizei ist an Gewaltverbrechen beteiligt SWR – Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen

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Wie das G36 nach Mexiko kam

Bei Protesten in Mexiko werden zwei Studenten von der Polizei erschossen. Die tödlichen Schüsse kommen aus einem G36 Sturmgewehr der deutschen Waffenfirma Heckler & Koch. Eigentlich hat die Bundesregierung den Export von Waffen in den Bundesstaat Guerrero untersagt. Es gibt erhebliche Bedenken, ob die Menschenrechte in der Region geschützt sind. Der Autor Daniel Harrich geht in dem Film der Frage nach, wie die Waffenexportkontrolle durch Bundesministerien und Behörden versagen konnte.

Tödliche Exporte SWR Fernsehen

Rüstungsmanager vor Gericht

Der Waffenhersteller Heckler & Koch wird wegen des Verdachts illegaler Exporte in den mexikanischen Bundesstaat Guerrero angeklagt. Vor dem Landgericht Stuttgart werden die Geschäftsführer freigesprochen, eine Sekretärin wird verurteilt. Der Autor Daniel Harrich hat die Verhandlung beobachtet und die Genehmigungsverfahren analysiert. In seinem Film kommen Experten, ehemalige Mitarbeiter von Heckler & Koch und Angehörige der in Mexiko mit deutschen Waffen ermordeten Studenten zu Wort.

Tödliche Exporte SWR Fernsehen

Lernmaterial zum gesamten Schwerpunkt

Tödliche Exporte | Hintergrund

Nach Angaben der Vereinten Nationen sterben die meisten Menschen in bewaffneten Konflikten durch den Einsatz von Handfeuerwaffen und Sturmgewehren. UNICEF bezeichnet Kleinwaffen als das Massenvernichtungsmittel unserer Zeit. Schätzungen gehen von jährlich hunderttausenden Todesopfern, besonders in ärmeren Regionen der Welt, aus. Auch die deutsche Rüstungsindustrie mischt beim Export von Kleinwaffen mit. Der Gesamtwert der Genehmigungen für Kleinwaffen und Kleinwaffenteile belief sich laut Bundesregierung 2019 auf 69,49 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg um 80% im Vergleich zum Vorjahr.

Tödliche Exporte | Unterricht

Die Bunderepublik Deutschland gehört zu den wichtigsten Rüstungsexportländern der Welt. Die Ausfuhr von Waffen und Kriegsgerät ist ein umstrittenes, komplexes und hoch emotionales Thema. Nicht zuletzt, weil Waffenexporte auch in jene Länder erfolgen, in denen massive Menschenrechtsverletzungen stattfinden. Die Bundesregierung betont immer wieder, nur nach sorgfältiger Prüfung und unter strengen Auflagen Waffenexporte zu genehmigen.

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Planet Schule