(Quelle: Ulrich Velten, Pixelio.de) (Foto: Ulrich Velten, Pixelio)

Lebensräume · Auf Feldern und Wiesen

Leben im Kornfeld | Unterricht

STAND
Autor/in
Bernhard Maier

Ein Grundsatzproblem - Die Frage zum Einstieg

Ist das Reh die Frau vom Hirsch? Bei einer Umfrage des Forsa-Institutes zum Kinostart von Bambi 2 am 27.4.2006 wurden auf die Frage: „Was wissen deutsche Kinder über die Natur?“ folgende Antworten gegeben:

● Mehrheitlich haben die Kinder von 7–13 Jahren ein Basiswissen über einheimische Wildtiere. Sie erkennen Fuchs, Reh und Feldhamster als Wildtiere und unterscheiden richtig zwischen Nutz- und Wildtieren. Weitergehende Fragen zeigen allerdings flächendeckende Wissens- und Verständnislücken über Tierarten, Lebensräume oder Zusammenhänge in der Natur.

● So bezeichnen 98 Prozent der Kinder nur den Wald als intakten Lebensraum für Wildtiere. Dagegen vermuten sie aber keine Wildtiere in Feldern, Äckern, Gewässern usw.

● Etwa 25 Prozent der Kinder glauben, dass tropischer Regenwald oder Wüsten als Lebensräume in Deutschland vorkommen.

● So halten 40 Prozent den häufigen Rothirsch für vom Aussterben bedroht und nur 43 Prozent den Feldhamster, der aber tatsächlich akut vom Aussterben bedroht ist.

● So ist für zwei Drittel der befragten Kinder das Reh die Frau vom Hirsch. Und so weiter...

Kornblume (Foto: Ulrich Velten, Pixelio.de)
Im Sommer ist das Kornfeld ein Schlaraffenland für Insekten und andere Tiere Ulrich Velten, Pixelio.de Bild in Detailansicht öffnen
Feldhase Modmate Bild in Detailansicht öffnen

Die Kinder erkannten den Spatz, immerhin einen populären Kulturfolger, signifikant weniger als den Rothirsch, der zurückgezogen lebt. Das lässt nur den Schluss zu, dass die Kinder ihr Naturwissen, soweit es um Wiedererkennen geht, nicht durch eigenes Erleben, sondern aus Medien und/oder im Kindergarten erlernt haben.

Marienkäfer (Foto: knipseline / pixelio.de)
Ein Marienkäfer vertilgt bis zu 40 000 Blattläuse in seinem Leben knipseline / pixelio.de Bild in Detailansicht öffnen
Mähdrescher bei der Ernte Ibefisch / pixelio.de Bild in Detailansicht öffnen

Bezüge zu den Bildungsplänen

Beim Blick auf die Bildungspläne in Baden-Württemberg – dies gilt entsprechend für die anderen Bundesländer – stehen obiger Umfrage ganz andere Vorstellungen
gegenüber:

Grundschule

(inhaltlich aus der Einführung in den Bildungsplan Baden-Württemberg 2004,S.10 ff)

In den Kompetenzbereichen (der Grundschule Bildungsplan Baden-Württemberg, S.96ff): „Mensch, Tier und Pflanze: staunen, schützen, erhalten und darstellen“ geht es darum, dass die Schüler nicht nur ihre Kenntnisse von heimischen Lebewesen erweitern, sondern dadurch auch erkennen, dass alle Menschen in der Verantwortung für die Bewahrung und Erhaltung der Natur und Umwelt stehen.

Weiterführende Schulen, Sek.I

Aus den stufenspezifischen Hinweisen für die Jahrgangsstufe 6 (allgemeinbildendes Gymnasium, Bildungsplan Baden-Württemberg 2004, S.203) stellvertretend für alle drei weiterführenden Schularten: Der Biologieunterricht der Klassen 5 und 6 soll an den naturwissenschaftlichen Unterricht der Grundschule anknüpfen. Den Schülerinnen und Schülern sollen der Formenreichtum, die Vielgestaltigkeit und ökologische Bedeutung verschiedener Wirbeltiere, ausgewählter Wirbelloser und verschiedener Blütenpflanzen bewusst gemacht werden. Sie erkennen, dass die Vielfalt das Ergebnis einer evolutiven Entwicklung ist. Auf der Basis einer angemessenen Artenkenntnis entwickeln sie eine Wertschätzung für die Natur, denn man schätzt nur, was man kennt.

Die Schülerinnen und Schüler können

● Phänomene aus der belebten Natur beschreiben und einfache Erklärungen finden.

● Verschiedene Blütenpflanzen ... aus ihrer direkten Umgebung an charakteristischen Merkmalen erkennen.

● Die Gefährdung einheimischer Tier- und Pflanzenarten erläutern und Schutzmaßnahmen aufzeigen (hier: den Lebensraum Kornfeld, den Feldhamster, ...).

Kornblume im Getreidefeld (Foto: Andreas Depping / pixelio.de)
Kornblume im Getreidefeld Andreas Depping / pixelio.de Bild in Detailansicht öffnen
Klatschmohn gedeiht zwischen Getreide besonders gut Sabine Geißler / pixelio.de Bild in Detailansicht öffnen

Das Leben erwacht

In diesem Filmabschnitt werden verschiedene Tiere vorgestellt, die man auf dennoch brachen Feldern antreffen kann. Dabei sind drei Tiere von besonderer Bedeutung, Hamster, Maulwurf und Regenwurm. Sie werden mehrfach im Film auftreten, da an ihnen die wechselnden Lebensbedingungen im Verlaufe eines Jahres im Kornfeld oder ihre besondere Bedeutung für diesen Lebensraum gezeigt wird.

Pflanzen sprießen auf dem Acker

Mit der Aussaat fällt der Startschuss für das Leben im Kornfeld. Hier ergibt sich eine günstige Gelegenheit, auf Sprechertext, Definitionen und Fachsprache einzugehen: Getreide sind Gräser und als solches ist ein Getreidefeld natürlich eine Graslandschaft, eine Steppe aus Menschenhand. Haben wir gerade noch den Hamster verschlafen in seiner Höhle beobachtet, so lernen wir hier, dass Hamster in dieser frühen Jahreszeit auch tierische Nahrung brauchen, z.B. Wachteleier. Die Bedeutung der naturnahen Landwirtschaft durchzieht den Film und die Schüler lernen, dass Unkräuter, also die bunten Wiesen- und Feldblumen, zwischen den Getreiden als ein positives Zeichen zu bewerten sind. Mit dem bekannten Klatschmohn und der unbekannten Mohnbiene und ihrem besonders ungewöhnlichen Verhalten blickt der Film auf ein Detail, das die Sensibilität und damit die Wichtigkeit eines intakten Ökosystems aufzeigt. Denn selbst die Fachleutewissen nicht, warum die Mohnbiene sich so verhält – und die Mohnbiene gäbe es nicht mehr, wenn durch Chemie die Wildblumen gänzlich vom Feld verdrängt wären. Dass auch Familie Hamster die Mohnblütenblätter als vitaminreiches Kraftfutter verschlingt, rundet diesen Abschnitt ab.

Von Hamstern und Marienkäfern

Die Zeit der Fruchtreife bei den Pflanzen ist gekommen, Familie Hamster lebt im Schlaraffenland. Beim genauen Zuschauen zeigt der Film in diesem Abschnitt unterschiedliche Strategien bei Pflanzen und bei Tieren. Die Samenverteilung beim wilden Klatschmohn erfolgt aus den Samenkapseln, geschüttelt vom Wind – vergleichbar einem Pfefferstreuer. Ganz anders beim gezüchteten Getreide, hier darf das Korn erst vom Halm, wenn gedroschen wird. Auch der Unterschied zwischen Nützlingen und chemischer Keule wird angesprochen, indem mit dem Marienkäfer ein Blattlausvertilger (40.000Läuse pro Marienkäfer) der Extraklasse vorgestellt wird.

Leben im Dunkeln

Ein Blick unter die Erde zeigt den Maulwurf beim Graben und Vorräte anlegen. Dabei erfahren die Schüler, dass Maulwürfe nicht nur Engerlinge, sondern besonders gerne Regenwürmer fressen. Mit einem Blick auf die Maulwurfsgrille lassen sich Analogie und Konvergenz erklären und damit sogar der Bogen auf Selektion und Evolution erweitern. An den Beispielen der nachtaktiven Pflanzen und Tiere lässt sich das Konkurrenzvermei-dungsprinzip als Selektionsfaktor ergänzen (Lichtnelke, die abends erst ihre Blüten öffnet, das Mondlicht reflektiert und sich von den angelockten Nachtfaltern bestäuben lässt usw.). Mit den jungen Feldhamstern, die zum ersten Mal aus dem Bau ans Tageslicht kommen, endet diese Sequenz.

Erntezeit

Nach vier Wochen ist die Kinderzeit bei den Feldhamstern vorbei. Die Erntezeit naht, das Schlaraffenland vergeht. Der Lärm des Mähdreschers vertreibt alle Tiere, die Hamster halten „Nachlese“ und legen sich einen Wintervorrat an. Das geschäftige Leben kommt zur Ruhe und wartet auf das nächste Frühjahr.

Die ruhigen Bilder und klaren Worte des Filmes stellen den Schülern Tiere und Pflanzen eines Lebensraumes vor, der für unsere Heimat sehr typisch ist, den Kinder und Jugendliche aber gar nicht (richtig) kennen. Wer mit Schulklassen oder kleineren Gruppen schon auf Exkursion oder Wandertag war, weiß, wie schwer es für Jugendliche ist, sich in der freien Natur so zu verhalten, dass man Tiere hören und beobachten kann, ohne dass diese Tiere fliehen. Mit diesem Film können Tiere beobachtet werden, die zum Teil sogar versteckt in der Erde leben. Man erfährt Details und Hintergrundinformationen, sodass die Schüler nicht nur ihre Kenntnisse von heimischen Lebewesen erweitern, sondern auch erkennen können, wie sehr alle Menschen in der Verantwortung für die Bewahrung und Erhaltung der Natur und Umwelt stehen. Es mag den Schülern zumindest am Filmende erkennbar sein, dass der Lärm eines Mähdreschers für die Tiere im Kornfeld bedrohend ist, genauso wie der Krach einer tobenden, herumalbernden Klasse. Natur beobachten, um sie kennenzulernen, geht nur sehr vorsichtig und rücksichtsvoll. Der Film ersetzt natürlich nicht die unmittelbare Naturbeobachtung, aber er motiviert zur Exkursion und ergänzt sie (Kornfelder im Spätsommer/Herbst – Wildblumen am Wegesrand oder im Kornfeld – sterile Maisplantagen – etc.).

Eine Getreideähre in Nahaufnahme (Foto: Ingo Anstötz / pixelio.de)
Reifes Getreide Ingo Anstötz / pixelio.de

Einsatz im Unterricht

Vom Getreide zum Kornfeld – die Nutzpflanzen und ihr Lebensraum

Während der Vergleich der verschiedenen Getreidearten (Weizen, Hafer, Gerste, Roggen, Hirse, Reis und Mais) in allen aktuellen Schulbüchern der Sekundarstufe I Standard ist, wird der Lebensraum, das Ökosystem Kornfeld, lediglich in einem Schulbuch (Fokus, Biologie Gym1 vom Cornelsen-Verlag) angesprochen.

Dort findet sich unter der Überschrift „Unkräuter oder Wildkräuter im Getreidefeld?“ ein Hinweis darauf, dass Kamille, Kornblume, roter Klatschmohn und andere Wildpflanzen die bunten Farbtupfen im Getreidefeld sind. Bei großer Anzahl konkurrieren sie aber mit den Getreiden um Licht, Wasser und Mineralstoffe und sind dann eben für den Landwirt Unkräuter, die er in der Regel mit chemischen Mitteln bekämpft. Dadurch sind diese Pflanzen zum Teil vom Aussterben bedroht. Heute versuchen ökologische Landwirte, diesen Pflanzen durch Ackerstreifenwieder Lebensraum zu bieten. Damit erhalten auch Insekten (z.B. Mohnbiene) und weitere Kleintiere Nahrung und Lebensraum. Weitere Gedanken oder Arbeitsaufträge zum Thema Kornfeld gibt es aber nicht. Deshalb eignet sich dieser Film besonders gut, um den Schülern nach der Erarbeitung der Nutzgräser (Getreidearten) den Lebensraum Kornfeld von einer ganz anderen Seite zu zeigen.

Sendung Online

Der Film ist mit Sprungmarken aufbereitet, sodass man auch im Rahmen von Stationsarbeit oder Einzelaufgaben direkt zu den gewünschten Inhalten springen kann. Die Materialien zur Sendung sind je nach Ausstattung (mehrere PCs mit Internet, nur Filmwiedergabegerät mit Beamer,...) für offenen oder zentrierten Unterricht benutzbar. Während die Arbeitsmaterialien 1–4 für die Grundschule den Film als Einheit betrachten, sind die Arbeitsblätter 5–6 für die Sek I auf die Sprungmarken abgestimmt, da hier weitergehende Arbeitsaufträge angeschlossen sind. Der zur Arbeit mit dem Film vorgeschlagene Unterrichtsverlauf 1 und die Arbeitsblätter 1–4 wurden für die Grundschule erstellt. Hierbei wird der Film als Einheit betrachtet.

Unterrichtsverlauf 1 (Grundschule)

Einstieg:

Das Material kann im offenen (Lernzirkel) oder zentrierten Unterricht eingesetzt werden. Für die Stationsarbeit ist es wichtig, auch beim wiederholten Fall einer solchen Arbeitsform, dass der Klasse die Arbeitsanweisungen gemeinsam und deutlich vorgestellt und ein zeitlicher Rahmen vereinbart werden.

Der erste Arbeitsauftrag wird mit der Klassebesprochen und die Aufgaben geklärt. Danach werden die Schüler aufgefordert, sich bei der Filmvorführung besonders auf die Fragen des ersten Arbeitsauftrages zu konzentrieren. Dann wird der Film angeschaut. Unmittelbar nach der Filmvorführung beantworten die Schüler in Partnerarbeit die Fragen, indem sie Arbeitsblatt 1 ausfüllen/ankreuzen. Die Ergebnisse werden dann gemeinsam besprochen. Der Klasse wird dann der Ablauf der weiteren Unterrichtseinheit, das Nutzen der Materialien, die Kontrollmöglichkeiten, das Auffinden der Filmabschnitte im Netz oder auf der Festplatte erklärt. Es empfiehlt sich, vor dem Austeilen der Laufzettel (= Stationenplan) die einzelnen Stationen kurz mit der Klasse zu besprechen und einen zeitlichen Rahmen festzulegen. Dann kann die Arbeit beginnen.

Stationenplan zum Lernzirkel

Name: ___________________________________

Stationerledigtkontrolliert
• Richtig oder falsch? / Fragen zum Film
• Bilderrätsel zum Film
• Feldhamster
• Klatschmohn

Unterrichtsverlauf 2 (Sekundarstufe 1)

Im Anschluss an die Unterrichtseinheit der Nutzpflanzen, einheimische Gräser (= Getreide), bietet sich der Film an, um den Lebensraum Kornfeld in seinem Gefüge eingebunden zu sehen. Das Kornfeld ist meh rals nur ein „Acker“, es ist Lebensraum, Versteck, es liefert Nahrung und vieles mehr. Die beiden Arbeitsblätter 5 + 6 basieren auf folgender Vorgehensweise: Die Klasse schaut den Film im Ganzen an, erhält dann, nachdem die Schüler sich spontan zum Gesehenen äußern konnten, Arbeitsblatt 5 und beantwortet zum Beispiel im Team die Aufgaben. Arbeitsblatt 6 kann dann im Unterricht oder als Hausaufgabe bearbeitet werden, da sowohl der Film als auch die beiden Infoquellen online frei erreichbar sind. Interessant und empfehlenswert ist sicherlich auch die vergleichende Betrachtung verschiedener heimischer.

Alle Themen zum Schwerpunkt Lebensräume · Auf Feldern und Wiesen

Leben im Kornfeld

Aus einem kahlen Acker wird innerhalb weniger Monate ein Schlaraffenland für eine Vielzahl von Tierarten. In einem naturnah bewirtschafteten Weizenfeld zieht ein Hamsterweibchen seine Jungen auf. Das Korn ist eigentlich für menschliche Mägen bestimmt, aber die Feldhamster zweigen einen kleinen Teil für sich ab und legen eine unterirdische Vorratskammer an. Nebenan ist der Maulwurf auf der Pirsch nach Regenwürmern. Diese und andere Zersetzer machen den Ackerboden fruchtbar. Zwischen den Getreidepflanzen sprießen Feldblumen wie Kornblume, Frauenspiegel oder Klatschmohn. Die Mohnblüten wiederum spielen eine wichtige Rolle im Leben der Mohnbiene - und das nicht nur als Pollenlieferanten. So profitieren viele Arten vom Ackerbau, solange sie an den raschen Wachstumszyklus angepasst sind. Denn im Herbst ist alles vorbei. Nach der Ernte liegt der Acker wieder brach – bis zum nächsten Frühjahr.

Tiere und Pflanzen SWR Fernsehen

Leben in der Wiese

Die Wiese, eine artenreiche Lebensgemeinschaft aus Gräsern und Blumen, in der sich viele Insekten und andere Tiere tummeln. Störche gehen auf die Pirsch nach Mäusen, Feldgrillen streiten um ihr Revier, eine Schmetterlingsraupe macht Ameisen zu ihren Leibwächtern. Wiesen sind in unseren Breiten ein Lebensraum auf Zeit. Würden sie nicht regelmäßig gemäht, wären sie bald von Bäumen überwachsen. Mahd oder Beweidung halten den Wald in Schach. Dort wo Wiesen besonders stark gedüngt werden, droht ihnen ein anderes Schicksal: Aus der bunten Blumenpracht wird eine eintönige Fettwiese, die zwar viel Viehfutter liefert, ökologisch gesehen aber nahezu wertlos ist.

Tiere und Pflanzen SWR Fernsehen

Im Reich der Mäuse

Viele Menschen sehen Mäuse am liebsten im Maul der Katze oder in der Falle. Denn auf dem Acker fressen sie das Korn, und wenn die Ernte eingebracht ist, ist kein Lager, kein Speicher vor ihnen sicher. Ob im Dachboden oder in der Speisekammer: Überall nisten sich Mäuse oder Ratten ein. Aber diese unbeliebten Untermieter bilden nur eine Minderheit. Die meisten heimischen Nager leben in der freien Wildbahn, in Alpentälern, an Flussufern, auf Wiesen und in Wäldern. Mäuse sind die anpassungsfähigsten Säugetiere unserer Heimat. Es gibt Taucher, Gräber, Kletterer und Springer. Sie sind nicht nur harmlose Körnersammler, sondern mitunter auch geschickte Fischer und listige Diebe. Obwohl von vielen größeren Tieren gejagt, gelingt es den Mäusen, erfolgreich zu bestehen: mit Vorsicht und Pfiffigkeit und mit ihrer sprichwörtlichen Vermehrungsfreude.

Natur nah: Im Reich der Mäuse SWR Fernsehen

Von der Raupe zum Schmetterling

Die Verwandlung einer unscheinbaren, wurmförmigen Raupe in einen prachtvollen Schmetterling ist ein faszinierendes Naturschauspiel. Anhand der Entwicklung eines Schwalbenschwanzes, vom Ei über verschiedene Raupenstadien zum geschlechtsreifen Falter, erleben die Zuschauer exemplarisch das Phänomen der Metamorphose. Extreme Makro-Aufnahmen gewähren Einblicke in den Bauplan der Insekten und in ihre Ökologie.

Tiere und Pflanzen SWR Fernsehen

Die Wespenspinne

Nur an warmen, sonnigen Standorten konnte bei uns eine Radnetzspinne Fuß fassen, die ursprünglich vor allem im Mittelmeerraum anzutreffen war – die Wespenspinne. Diesen Namen verdankt sie ihrer auffallenden schwarz-gelben Färbung.
Der Film beschreibt das Leben dieser faszinierenden Wesen, geht auf Beutefang, Häutung, Balz, Paarung, Eiablage, Kokon- und Netzbau ein. Es ist äußerst spannend, in aller Ruhe diese nützlichen Achtbeiner zu beobachten. Die Dokumentation von Otto Hahn soll dazu beitragen, dass Spinnen ihr „Ekelimage“ endlich abstreifen können.

Tiere und Pflanzen SWR Fernsehen

Lebensraum Hecke

Feldhecken inmitten unserer Kulturlandschaft sind Standorte für eine Vielzahl von Pflanzen und bieten auf kleinster Fläche die unterschiedlichsten Lebensräume für zahlreiche Tierarten. Ihren Schwerpunkt legt diese Sendung auf das Rebhuhn. Es wird deutlich, dass diese Hühnervögel auf vernetzte Heckenlandschaften angewiesen sind.

Tiere und Pflanzen SWR Fernsehen

Lebensraum Feuchtwiese

Vögel wie Weißstorch, Kiebitz und Brachvogel brüten nur dort, wo sie Nistmöglichkeiten und ausreichend Nahrung für die Jungen finden. Sie sind vom Lebensraum Feuchtwiese abhängig.

Tiere und Pflanzen SWR Fernsehen

Der Storch

Die Zerstörung von Auenlandschaften und Feuchtwiesen hat dazu geführt, dass Störche auf der deutschen Roten Liste der gefährdeten Brutvögel als stark gefährdet eingestuft wurden. In Holland, Belgien und der Schweiz ist der Weißstorch als Wildvogel bereits verschwunden. Der Film beschreibt das Leben des Kulturfolgers Storch in Deutschland, Spanien und in Portugal. Dort haben sich einige Brutpaare auf Felsnadeln im Atlantik zurückgezogen.

Natur nah: Adebar macht sich rar SWR Fernsehen

Leben im Garten

Der Film „Leben im Garten“ ist ein filmischer Spaziergang durch den Lebensraum Garten zu allen Jahreszeiten. In direkter Nachbarschaft unserer Häuser befindet sich ein erstaunlich vielfältiger Lebensraum. Gärten bieten kleinen und großen Tieren eine Überlebenschance mitten in der Zivilisation. Die jungen Zuschauer erfahren zum Beispiel, warum Bienen Gartenblumen besuchen und Brennnesseln wichtig für Schmetterlinge sind. Oder dass in jedem Garten mehr Regenwürmer leben, als Menschen in einer Großstadt. Der Film führt auch vor, wie die anpassungsfähige Kohlmeise in einem Briefkasten ihre Jungen großzieht, zeigt, warum Gartenvögel nützlich sind und stellt den vielleicht schlauesten Gartenbewohner vor – den Eichelhäher. Er knackt im Baum Nüsse, ohne dass dabei etwas herunterfällt und er merkt sich genau, wo beispielsweise die Eichhörnchen ihre Vorräte lagern, um diese dann später zu plündern.

Tiere und Pflanzen SWR Fernsehen

Gartenkosmos

Seit rund 5000 Jahren legt der Mensch Gärten an. Zunächst Nutzgärten, in denen man Gemüse, Gewürze, Heilpflanzen und Obst anpflanzte. Aber schon bald kultivierte der Mensch auch Pflanzen allein ihrer Schönheit wegen. So wurde der Nutzgarten allmählich auch zum Ziergarten. Für viele Menschen ist der Garten das eigene, kleine Paradies – allerdings müssen sie es oft genug mit ungebetenen Gästen teilen. Zäune und Mauern stellen nämlich für die wenigsten Pflanzen und Tiere ein ernstzunehmendes Hindernis dar.
„Gartenkosmos“ zeigt die Vielfalt unserer heimischen Gärten und ermöglicht dem Zuschauer Erstaunliches über diesen artenreichen Lebensraum zu erfahren. Pfingstrosen machen Ameisen zu ihren willigen Helfern, prachtvoll gefärbte Zauneidechsenmännchen kämpfen um die Gunst der Weibchen und eine seltene Bienenart zieht ihren Nachwuchs in Schneckenhäusern groß. Zeitraffer und Zeitlupen erforschen den Lebensraum Komposthaufen und ein Blick unter die Erde zeigt, dass auch hier mit Wühlmäusen, Maulwürfen und Regenwürmern Gartenbewohner ihrer „Arbeit“ nachgehen.

Natur nah: Gartenkosmos SWR Fernsehen

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Autor/in
Bernhard Maier