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Hintergrund: Kakerlaken - Blatta orientalis

Verbreitung

Als Ursprung der Orientalischen Schabe wird Nordafrika angenommen. Durch den Welthandel wurde die Art weltweit verbreitet.

Aussehen

Die Imagines sind schwarz-braun gefärbt. Die Männchen sind ca. 25 mm lang und besitzen Flügel, die 75% des Hinterleibes bedecken. Die Weibchen werden bis zu 32 mm lang. Ihre Vorderflügel sind stark zurückgebildet und erinnern an die Flügelanlagen des letzten Larvenstadiums, haben allerdings Flügeladern. Die Hinterflügel fehlen völlig. Weder die Männchen noch die Weibchen können fliegen. Die ersten drei Larvenstadien sind hellbraun gefärbt. Ab dem vierten Stadium werden die Larven dunkelbraun bis schwarz.

  • Schabe - Fühler (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

    (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

  • Paarungsrituel (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

    Paarung der Kakerlake. Die Blatta Orientalis produziert in ihrem 5-monatigen Leben 20 Ootheken und somit 320 Junge. (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

  • Paarungsritual (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

    (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

  • Blatta Orientalis - Weibchen (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

    Blatta Orientalis - Weibchen (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

Entwicklung

Die dunkel-rotbraunen Eibehälter werden bereits ein bis eineinhalb Tage nach dem Ausschieben abgelegt. Die Weibchen leben ca. 150 Tage und können in diesem Zeitraum bis zu 20 Eipakete produzieren. Die Eier benötigen 1,5 bis 2 Monate zur Entwicklung. Die Larven entwickeln sich je nach Temperatur innerhalb von 125 bis 540 Tagen zum Adultstadium.

Vorkommen und Bedeutung

Die Orientalische Schabe hat ein höheres Temperatur- und Feuchtebedürfnis als die Deutsche Schabe und ist deshalb bevorzugt in den feucht-warmen Bereichen von Bäckereien, Brauereien, Hallenbädern, Toiletten, Molkereien, Schlachthöfen, Gastwirtschaften, Großküchen, Wäschereien u.a. verbreitet. In Krankenhäusern sind der Küchenbereich, Heizungskeller, Lagerräume, die Wäscherei und weitere feucht-warme Bereiche gefährdet. Hallenbäder werden aufgrund der hohen Temperaturen in den Wasseraufbereitungs-Anlagen häufig von der Orientalischen Schabe besiedelt. Die Nahrungsmittelreste, welche von den Badegästen zurückgelassen werden, reichen aus, um eine große Schabenpopulation zu ernähren. Die Tiere sind durchaus in der Lage, Distanzen bis zu einem Meter und mehr schwimmend zurückzulegen. Bei starkem Befall macht sich die Orientalische Schabe durch den charakteristischen, unangenehmen Geruch ihrer Drüsensekrete aufmerksam. Da die Orientalische Schabe im Vergleich zur deutschen Schabe schlechter klettert, liegen ihre Verstecke meist im Bodenbereich in schadhaftem Mauerwerk, hinter Wandverkleidungen, Türzargen, Scheuerleisten, in Leitungsschächten, Abwasserleitungen und dergleichen. In Südeuropa kommt die Orientalische Schabe auch im Freiland unter Laub, Steinen, loser Rinde usw., sowie auf Müllkippen vor und dringt in Kanalschächte, Abwasseranlagen, Keller und dergleichen ein. Die Orientalische Schabe ist nachtaktiv. Auch bei einem starken Befall sind tagsüber bzw. bei Licht keine Tiere außerhalb der Verstecke zu finden. Die Tiere ernähren sich von allen möglichen organischen Substanzen, wobei stärkereiche Nahrung bevorzugt wird. Selbst Tapeten und Bücher, die mit stärkehaltigen Leimen behandelt wurden, werden benagt.