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Die Geschichte des Südwestens

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Überall im Südwesten - in Baden-Württemberg, im Saarland und in Rheinland-Pfalz - stößt man auf Spuren einer bewegten Vergangenheit: Der Dom in Speyer, beispielsweise, zeugt von der frühen Macht der Kirche; in Heidelberg, Freiburg und Tübingen stehen die ältesten Universitäten Deutschlands. Die Schlösser in Mannheim und Ludwigsburg lassen erahnen, wie prunkvoll absolutistische Monarchen regierten. Das Hambacher Schloss erinnert daran, dass die Freiheitsbewegung im 19. Jahrhundert nirgendwo stärker war als in Baden und in der Pfalz. In Ludwigshafen künden die Produktionsstätten der Chemieindustrie vom enormen wirtschaftlichen Aufschwung der Region während der industriellen Revolution. Überall finden sich noch heute Zeugnisse dieser wechselvollen Geschichte.

Hildegard von Bingen (Foto: SWR - Screenshot aus der Sendung)
Hildegard von Bingen - Nonne und Universalgelehrte des Mittelalters SWR - Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen
Napoleon Bonaparte prägt den Südwesten Anfang des 19. Jahrhunderts SWR - Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen

Alle Themen zum Schwerpunkt Die Geschichte des Südwestens

Leben im Mittelalter

Im Mittelalter geht es hoch her im Südwesten. Mit einem großen Hoffest will Kaiser Barbarossa seine Macht demonstrieren. Doch das Fest verläuft anders als geplant...Im Kloster Disibodenberg legt sich die Nonne Hildegard von Bingen mit dem Bischof an. In Ravensburg – wie in anderen Städten – gewinnen die Bürger an Macht. Der Bürgermeister Henggi Humpis gründet zusammen mit anderen Kaufleuten die Ravensburger Handelsgesellschaft, die zu einem der bedeutendsten Handelsunternehmen dieser Zeit wird. Die Gesellschaft ist im Umbruch...

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Glaube und Kirche

Im 16. Jahrhundert prägen Freiheitskampf und Reformation den Südwesten. In Oberschwaben kämpfen die Bauern unter ihrem Anführer Joß Fritz für Freiheit und Gerechtigkeit. In Worms bietet der Mönch Martin Luther dem Kaiser die Stirn. Vom Volk umjubelt streitet er für die „Freiheit des Christenmenschen“. Und auch der Ritter Götz von Berlichingen aus dem Odenwald muss Farbe bekennen: Er schlägt sich auf die Seite der aufständischen Bauern.

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Zeit der Aufklärung

Das 18. Jahrhundert ist die Zeit der Verschwendung, der absolutistischen Herrscher und ihrer prachtvollen Höfe. Und auch eine neue Idee erreicht den Südwesten: die Aufklärung. Herzog Karl Eugen von Württemberg schart auf Schloss Ludwigsburg Künstler und Gelehrte um sich und schmückt sich mit deren Ideen; wie er es wirklich mit der Meinungsfreiheit hält, erfährt der Musiker Christian Schubart am eigenen Leib. Denn, wer die Autorität des Herzogs in Frage stellt, muss dafür büßen. Doch die Freigeister nehmen die herrschende Ordnung immer wieder ins Visier, stellen in Frage, was jahrhundertelang Gültigkeit hatte.

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Kampf für die Freiheit

Ende des 18. Jahrhunderts wird das revolutionäre Frankreich zum Vorbild: Bürger werden zu Streitern für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. In Mainz wird die erste Republik auf deutschem Boden ausgerufen, doch sie kann sich nicht lange halten. Mit Napoleon Bonaparte kommt die „Revolution von oben“. Er ordnet den Südwesten politisch neu, verstaatlicht kirchlichen Besitz und führt ein modernes Zivilrecht ein. Nach der Niederlage Napoleons verschärft sich das politische Klima im Land: Zensur und Überwachung sind allgegenwärtig. Auf dem Hambacher Fest protestieren 30.000 für politische Reformen und nationale Einheit. In Baden kommt es 1848 zum bewaffneten Aufstand unter der Führung des Anwalts Friedrich Hecker.

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Fabrikanten und Arbeiter

Im 19. Jahrhundert erreicht die industrielle Revolution den Südwesten. Um mithalten zu können, muss man investieren - in Technik, aber auch in Bildung und Forschung. Der Unternehmer Johann Georg Bodmer gründet in St. Blasien eine der ersten Maschinenfabriken Deutschlands und produziert Spinnmaschinen. Der schwäbische Unternehmer Robert Bosch tüftelt an einer zuverlässigen Zündung für Benzinmotoren. Mit der zunehmenden Industrie wächst auch eine Arbeiterbewegung heran. Der Sozialdemokrat Franz Josef Ehrhart setzt sich in Ludwigshafen für ihre Rechte ein.

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Nationalsozialismus und Krieg

Auch im Südwesten gewinnen die Nationalsozialisten ab den 1920er Jahren an Zulauf. Nachdem sie 1933 an die Macht gelangen, versprechen sie Urlaub für jedermann und beeindrucken mit Prestige-Projekten wie dem Bau von Autobahnen. Als „Großtat“ feiert das NS-Regime die Wiedereingliederung des Saargebietes ins Deutsche Reich. Doch die Nationalsozialisten betreiben die systematische Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung von politischen Gegnern, Juden, Sinti und Roma. Nur wenige protestieren dagegen.

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Nachkriegszeit und Neuordnung

Nach dem Zweiten Weltkrieg steht der Südwesten vor einer ungewissen Zukunft. Die Wirtschaft liegt am Boden, tausende Flüchtlinge und Vertriebene müssen aufgenommen und integriert werden. Doch schneller als gedacht geht es wirtschaftlich wieder aufwärts. Einheimische, Neubürger und „Gastarbeiter“ werden zum Motor des Wirtschaftswunders, das dem Südwesten Wohlstand und politische Stabilität beschert.

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Lernmaterial zum gesamten Schwerpunkt

Die Geschichte des Südwestens | Lernspiel

Lernspiel zur Geschichte des Südwestens

Die Geschichte des Südwestens | Zeitstrahl

Welche Bedeutung hat der Dom zu Speyer im Frühmittelalter? Wie erlebt ein Schuhmacher bei Ulm den 30-jährigen Krieg? Warum beginnt die Industrialisierung im Südwesten Deutschlands so spät? Mit 50 bekannten, aber auch weniger bekannten historischen Stationen gibt der aufwändig gestaltete Zeitstrahl Antworten auf diese und viele andere Fragen und somit einen Überblick über 1.500 Jahre Geschichte im Gebiet der heutigen Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland.

Die Geschichte des Südwestens | Multimedia-Reportage

Die Brücke von Remagen
Nie zuvor und nie wieder danach stand die Welt so knapp vor einem Atomkrieg. März 1945: Deutschland steht kurz vor dem militärischen Zusammenbruch. Die Amerikaner sind bis zum Rhein vorgerückt. Viele Brücken sind zerstört. Am 7. März 1945 erreichen sie Remagen und finden dort die noch intakte Ludendorff-Brücke vor. Sie wird zu einem entscheidenden Schauplatz des Kriegsendes: 8.000 amerikanische Soldaten überqueren dort innerhalb von 24 Stunden den Rhein. In der SWR-Multimedia-Reportage berichten Zeitzeugen von den Ereignissen am 7. März 1945. [HTML5].

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Planet Schule