Collage Bannerbild (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Das Industriezeitalter

Beschleunigte Gesellschaft | Hintergrund

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Ende des 18. Jahrhunderts, Anfang des 19. Jahrhunderts beginnt die Miniaturisierung der mechanischen Uhren. Mit den neuen Taschenuhren kann die Zeit überall hingetragen werden. Damit beginnt auch die Beschleunigung von Leben und Arbeit. Das sind Prozesse, die allumfassend wirkten und nicht nur Produktion und Arbeit, sondern auch das Alltagsleben revolutionierten. Es beginnt ein „immer schneller“, das im Zeitalter der Digitalisierung noch einmal einen großen Beschleunigungsschub zulegen wird. Der Film schaut zurück auf die Anfänge dieser stetigen Beschleunigung unseres Lebens.

Über Jahrtausende lebten die Menschen im Einklang mit den Jahreszeiten und dem Tageslauf der Sonne – als natürliche Taktgeber. Mit der Erfindung der Taschenuhr ist Zeit auf die Minute, dann gar auf die Sekunde messbar. Von da an können auch Arbeitsprozesse immer genauer getaktet werden. Der Mensch wird sich des Faktors Zeit als Produktionsfaktor bewusst. Und damit beginnt auch das Kalkulieren mit dem Zeitfaktor: Wie kann ich etwas in kürzerer Zeit schaffen, produzieren? Wie kann ich Aktionen und Arbeitsprozesse beschleunigen? Welche Hilfsmittel, Maschinen gibt es dazu? Die Taktung durch die Uhr ist eine der Grundlagen der Industrialisierung. Denn Zeit ist Geld.

Besonderer Wecker der Firma Junghans: Ein Arbeiter sitzt auf dem Wecker (Foto: SWR - Screenshot aus der Sendung)
Zeit zum Aufstehen! Der Wecker wird in der Industrialisierung zum Verkaufsschlager

Aber nicht nur bei Fertigungsprozessen wird Zeit zum bestimmenden Faktor. Auch die Kommunikation erfährt eine Beschleunigung durch immer neue Erfindungen. Sie wurde, wie so vieles, angestoßen durch das Militär. Der optische Telegraph, eine französische Entwicklung, die schon Napoleon nutzte, sorgte für Nachrichtenübermittlung quasi in Lichtgeschwindigkeit. Damit wurde die bisher durch die Geschwindigkeit des Pferdes vorgegebene Zeitspanne zur Übermittlung von Nachrichten weit übertroffen. Ging es erst nur um militärische Depeschen, wurden bald auch Aktienkurse und Wirtschaftsnachrichten telegraphisch übermittelt. Zeit ist Geld und Wissen ist Macht.

Damit alle Menschen in der beschleunigten Gesellschaft mitkamen, benötigten sie präzise Uhren, in Massen und billig. Beide Forderungen bediente die neu aufkommende Uhrenindustrie, die z.B. im Schwarzwald zu einem Global Player aufstieg. Massenhaft produzierte Wecker sorgten dafür, dass kein Arbeitnehmer verschlief und so zu spät zur Arbeit kam. Die Arbeitsabläufe in der Industrieproduktion wurden mit Hilfe von Stoppuhren optimiert. Und der Mensch? Der richtet nur noch selten seinen Lebens- und Arbeitsrhythmus nach dem Lauf der Sonne, bestimmt den Rhythmus von Arbeit, Pausen und Ruhe selbst.

Spule mit Garn in einer Fabrik (Foto: SWR - Screenshot aus der Sendung)
Zeit ist Geld: auch in der Textilindustrie Bild in Detailansicht öffnen
Auf einem gemauerten Turm steht ein Optischer Telegraph in der Landschaft (Foto: SWR - Screenshot aus der Sendung)
Die SMS im Industriezeitalter: der Optische Telegraph Bild in Detailansicht öffnen

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Planet Schule