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Unterricht: Leben in der Wiese

  • Fuchs (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Junger Fuchs in einer Blumenwiese (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Lowenzahnwiese (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Übermäßig viel Löwenzahn deutet auf eine Fettwiese hin (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Ausgehend von meiner eigenen Erfahrungswelt, als Kind bolzen auf der Wiese, später bei Wanderungen in der freien Natur und so weiter war die „Wiese“ ein Lebensraum, der in der Regel durch viele verschieden blühende Pflanzen definiert war: geflochtene, üppig bunte Blumenkränze, Wiesenblumensträuße und vieles mehr. Allerdings stellten sich im Laufe der Zeit zwei sicht- und spürbare Veränderungen ein. Zum einen verschwanden solche Wiesen aus dem Stadtbild für Wohn-/Industrie-Gebiete oder Straßenbau und zum anderen, dort, wo sie noch geblieben waren, veränderte sich die Biozönose. Am deutlichsten sichtbar durch den überhand nehmenden Löwenzahn. Heute kennen viele unserer Schüler einige Pflanzenarten aus dem elterlichen Nutz- oder Ziergarten, bei „freien Grünflächen“ endet das Artenwissen bei den klassischen Drei (Gänseblümchen, Klee und Löwenzahn), die heutigen Bewohner grüner Bolzplätze, beziehungsweise die Schüler haben noch nie (bewusst) eine echte Blumenwiese gesehen. Umso wichtiger, den Kleinen die Schönheit und Zerbrechlichkeit unserer Natur sowie die Folgen der menschlichen Eingriffe deutlich zu machen.

  • distel und Biene (Quelle: Golden Czermak, sxc.hu)

    Zwei typische Wiesenbewohner: Distel und Biene (Quelle: Golden Czermak, sxc.hu)

  • Schmetterling (Quelle: Jörg Siebauer, Pixelio.de)

    Lebewesen beeinflussen sich gegenseitig: Bestimmte Insekten sind auf bestimmte Pflanzen angewiesen (und umgekehrt) (Quelle: Jörg Siebauer, Pixelio.de)

Der Film bietet, ausgehend von der Perspektive der Wiesenbewohner, ein farbenfrohes Bild einer intakten Blumenwiese als Einstieg, ohne dem Betrachter Artenkenntnis oder Bestimmungsübungen abzuverlangen. (Ein mögliches Arbeitsblatt hierzu: Übertrag der Stockwerke des Waldes auf die Stockwerke der Wiese und Zusammenstellung verschiedener Tier- und Pflanzenarten einer Blumenwiese.)

Schnell wird dann eine besondere Lebensgemeinschaft fokussiert, der Lungenenzianals „Lebensraum“, die Knotenameisen als seine Bewohner auf Futtersuche (beim Nektar und Insekten sammeln) sowie die Raupe des Moorbläulings, die mit Pheromonen die Ameisen betört und sich in deren Nest wohlbehütet an der Ameisenbrut verköstigt. Diese drei Lebewesen stehen exemplarisch für das geniale, fein abgestimmte, aber so zerbrechliche Lebensgefüge dieses bedrohten Lebensraumes. Vom typischen Kampf der Pflanzen um den Lebensfaktor Licht und der Vermehrungsüberlegenheit der Bäume am Rande der Wiese erzählt der nächste Teil des Filmes. Den Biologen ist klar, dass ohne zusätzliche Hilfe die Wiesenpflanzen gegen die Bäume verlieren. Ein geschickter Filmstopp und das Rätseln kann losgehen. In Baumschonungen ungeliebt, für die Blumenwiese aber ein Segen: Die großen Pflanzenfresser lieben junge nahrhafte Baumsprösslinge. Dass eine Blumenwiese mehr ist als nur „Blumen“, verdeutlicht der vierte Abschnitt des Filmes. Hier begegnen uns die verschiedensten Tiere, Blütenbesucher auf der Futtersuche, rivalisierende Feldgrillen, ein Storch auf Feldmausjagd sowie ein Feldhase, dem die Wiese Nahrung und Deckung liefert.

Die zweite Hälfte des Filmes (Einsprungstellen 4 + 5) zeigt die Blumenwiese unter den Eingriffen des Menschen. Wiesen, die als überlegenheit der Bäume am Rande der Wieseerzählt der nächste Teil des Filmes. Den Biologen ist klar, dass ohne zusätzliche Hilfe die Wiesenpflanzen gegen die Bäume verlieren. Ein geschickter Filmstopp und das Rätseln kann losgehen. In Baumschonungen ungeliebt, für die Blumenwiese aber ein Segen: Die großen Pflanzenfresser lieben junge nahrhafte Baumsprösslinge.

Dass eine Blumenwiese mehr ist als nur „Blumen“, verdeutlicht der vierte Abschnitt des Filmes. Hier begegnen uns die verschiedensten Tiere, Blütenbesucher auf der Futtersuche, rivalisierende Feldgrillen, ein Storch auf Feldmausjagd sowie ein Feldhase, dem die Wiese Nahrung und Deckung liefert. Die zweite Hälfte des Filmes (Einsprungstellen 4 + 5) zeigt die Blumenwiese unter den Eingriffen des Menschen. Wiesen, die als Grünfutterquelle für Stallvieh bewirtschaftet werden, werden althergebracht zweimal pro Jahr gemäht (die Sense ersetzt hier die großen Pflanzenfresser). Den Wiesen schadet diese Bewirtschaftung nicht, im Gegenteil: Die Pflanzen sind evolutiv angepasst. Siewachsen und blühen früh (vor Juni) oder eben später (nach Juni). So fallen sie der Junimahd nicht zum Opfer.„Betriebswirtschaftliche“ Faktoren haben die Landwirte dazu gebracht, zum einen die Gülle aus der Stallhaltung auf den Feldern zu verbringen und zum anderen durch diese Gülle die Wiese zu düngen. Gedacht ist das eigentlich gut, denn die gedüngten Wiesen wachsen schneller und können vier-mal pro Jahr geerntet werden. Gleichzeitig verändert die Gülle aber die Bodenzusammensetzung und damit den Nährstoffgehalt der Pflanzen. Es entsteht ein monotoner eiweißreicher Grasacker, eine Fettwiese. Solches Gras ist für die Hochleistungskühe von heute durchaus förderlich, für die Lebensgemeinschaft einer Wiese allerdings tödlich. Lediglich solche Pflanzen, die anspruchslosodersehr tolerant sind, sich zugleich rasant vermehren und äußerst einfach verbreiten lassen, setzen sich hier durch: der Löwenzahn.

Bezüge zu den Bildungsplänen

Grundschule

Aus der Einführung in den Bildungsplan Baden-Württemberg: Übergeordnete Ziele, die die Schülerinnen und Schüler erreichen sollen...

Die Kinder sollen die Kompetenz und die Bereitschaft entwickeln, die Natur ihrer Heimat kennenzulernen und zu schützen, um dann auch ökologische Verantwortung zu übernehmen.

In allen Altersstufen, vor allem aber bei Grundschülern, ist das Erleben, also die Exkursion, bei solchen Themen einer rein theoretischen Erarbeitung vorzuziehen. Solche Exkursionen öffnen auch den Blick in viele andere Richtungen:
● Sie sind Gemeinschaftserlebnisse der Klasse.
● Mancher nimmt die Natur erstmals als Lebensgemeinschaft wahr, in der der Mensch eher störender statt geliebter Besucher ist (Vogelstimmenexkursion, Hase und Reh fliehen...).
● Man muss vorsichtig sein und hat Verantwortung (geschützte Pflanzenarten u.a.).
● In Absprache mit der regionalen BUND oder Agenda-Gruppe hat man einen kompetenten Betreuer dabei, der alle Fragen beantworten kann – und Fragen werden kommen...

Direkte Anknüpfungen an die Kompetenzbereiche der Grundschule: K-Bereich: Mensch, Tier und Pflanze: staunen, schützen, erhalten und darstellen. Die Schülerinnen und Schüler können
● ihre Kenntnisse von heimischen Lebewesen erweitern...
● für Pflanzen und Tiere sorgen ...
● Techniken der Naturbeobachtung, der Orientierung in der Artenvielfalt, des Vergleichs an Kriterien und des Entwickelns von Ordnungssystemen anwenden;
● ihre Verantwortung für die Bewahrung und Erhaltung der Natur und Umwelt erkennen; erkennen, dass die heutige und zukünftige Gestaltung und Veränderung von Räumen im Einklang von Natur, Sozialem und Wirtschaft erfolgen sollte.

Weiterführende Schulen, Sek. I

Der stufenspezifische Hinweis für die Jahrgangsstufe 6 (Gymnasium, Bildungsplan Baden-Württemberg) gilt sicher für alle drei weiterführenden Schularten/alle Bundesländer:

Der Biologieunterricht der Klassen 5 und 6 soll an den naturwissenschaftlichen Unterricht der Grundschule anknüpfen. Den Schülerinnen und Schülern sollen der Formenreichtum, die Vielgestaltigkeit und die ökologische Bedeutung verschiedener Wirbeltiere, ausgewählter Wirbelloser und verschiedener Blütenpflanzen bewusst gemacht werden. Sie erkennen, dass die Vielfalt das Ergebnis einer evolutiven Entwicklung ist. Auf der Basis einer angemessenen Artenkenntnis entwickeln sie eine Wertschätzung für die Natur.

Hauptschule

Kompetenzen und Inhalte für den Fächerverbund Materie – Natur – Technik
Einbettung im Kompetenzbereich „Belebte Welt“:
Die Schülerinnen und Schüler können
● Lebewesen sinnvoll klassifizieren; (Inhalt: Beispiele für Lebensformen aus Flora und Fauna) und kennen deren Lebensweise;
● Einfache Zusammenhänge innerhalb eines Ökosystems untersuchen und erkennen; die Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Natur bewerten und ihr eigenes Verhalten begründen. (Inhalte: Angepasstheiten von Tieren an Lebensräume/Nahrungskette und -netz)

Realschule

Kompetenzen und Inhalte für den Fächerverbund NWA (Naturwissenschaftliches Arbeiten) – Kompetenzerwerb durch das Erschließen von Phänomenen, Begriffen und Strukturen: Kompetenzbereich „Über die biologische Vielfalt staunen“:
Die Schülerinnen und Schüler ...
● erfahren durch Haltung und Pflege von Pflanzen oder Tieren, durch Schulgartenarbeit oder Lerngänge und Lehrfahrten emotionale Zugänge zur Natur. Emotionaler Zugang und Verständnis sind Grundlage für den Schutz der Mitwelt.
● können ausgewählte Tierarten beobachten und beschreiben, ihre Angepasstheit an das Leben an Land, in der Luft oder im Wasser in Körperbau, Funktion und artspezifischem Verhalten erfassen und erklären

Gymnasium (Kompetenzen/Standards 6. Klasse)

Die Schülerinnen und Schüler können die folgenden grundlegenden Prinzipien zur Analyse und Erklärung der beobachteten biologischen Phänomene anwenden:

● Angepasstheit / Struktur und Funktion: Lebewesen sind bezüglich Bau und Lebensweise an ihre Umwelt angepasst, biologische Strukturen zeigen einen Zusammenhang zwischen Bau und Funktion (z.B. Blüten und ihre Bestäuber)
● Variabilität: Abwandlung der Grundbaupläne als Zeichen der Vielgestaltigkeit; Ähnlichkeiten im Bau sind Zeichen von Verwandtschaft (z.B. Bestimmungsschlüssel zur Artenbestimmung oder die verschiedenen Mundwerkzeuge bei Insekten)
● Struktur und Funktion: Bei allen biologischen Strukturen ist der Zusammenhang zwischen Bau und Funktion zu erkennen (z.B. verschiedenen Mundwerkzeuge bei Insekten – Blütenbesucher leckend saugend, Blattfresser beißend kauend usw.)
● Wechselwirkung zwischen Lebewesen und Reproduktion: Lebewesen beeinflussen sich gegenseitig und Lebewesen pflanzen sich fort (z.B. Raupe des Moorbläulings Pheromone zur Täuschung der Knotenameisen
● Zirpwettstreit der Feldgrillen – ...)

Die Schülerinnen und Schüler können

● Phänomene aus der belebten Natur beschreiben und einfache Erklärungen finden.
● Verschiedene Blütenpflanzen ... aus ihrer direkten Umgebung an charakteristischen Merkmalen erkennen.
● Einen einfachen Bestimmungsschlüssel auf unbekannte Tiere und Pflanzen anwenden (hier: einfache Bestimmungsübung an Blütenpflanzen der Wiese).
● Die Gefährdung einheimischer Tier- und Pflanzenarten erläutern und Schutzmaßnahmen aufzeigen (hier: den Lebensraum Blumenwiese).

Wie in der Grundschule wird auch in der Sekundarstufe I zuerst eher der Blick auf Artenkenntnis von Tier- und Pflanzenarten gelenkt, dann die Anpassungen und Unterschiede von verschiedenen Pflanzen und Tieren an die Lebensbedingungen im Lebensraum Wiese fokussiert. Letztlich stehen die ökologischen Zusammenhänge im Blickpunkt. Der Film kann hierfür gut als Einstieg dienen, da er vieles andeutet, was die Schüler selbst vor Ort entdecken können.

  • Stroch (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Ein Storch auf der Suche nach Feldmäusen – für ihn ein Leckerbissen (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)
  • Rehkitz und Mutter (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Auch Rehkitze und ihre Mütter wissen den Lebensraum Wiese zu schätzen (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)
  • Wiesenschaumkraut (Quelle. Imageafter.com) Blühendes Wiesenschaumkraut (Quelle. Imageafter.com)

Einsatz im Unterricht

Während das Anlegen eines Herbariums, das Arbeiten mit einem dichotomen Bestimmungsschlüssel, die Vorstellung verschiedener Pflanzen- (in der Regel Nutzpflanzen) oder Tierarten in allen aktuellen Schulbüchern der Sekundarstufe I Standard ist, wird der Lebensraum, das Ökosystem Blumenwiese, lediglich in einem Schulbuch (Nautilus, Biologie 1) erarbeitet.

Dort findet sich unter der Überschrift „Bedrohte Lebensräume und Artenschutz“ ein Vergleich von Mager- oder Trockenrasen mit Feuchtwiesen und Heckensäumen. Unter dem zweiten Titel „Exkursion – Entdeckungen auf einer Blumenwiese“ werden die Vielfalt und die Lebensgemeinschaft Wiese, Bestimmungsübungen und das Erstellen eines Herbariums erarbeitet. Auf dieser Grobeinteilung lässt sich der Unterrichtsverlauf aufbauen.

Den Film würde ich hierfür zum Einstieg empfehlen. Den Schülern kann man so gut erklären, was die Wiese zu bieten hat beziehungsweise was sie später dort sollen/dürfen: beobachten, um die Vielfalt zu erkennen – Tiere und/oder Pflanzen bestimmen – Pflanzen pressen und Herbarien anlegen – letztlich die Blumenwiese als zu schützenden Lebensraum erkennen. Abschließend sollte natürlich auch über mögliche Schutzmaßnahmen gesprochen werden.

Alle Bildungspläne sowie die Kompetenzbereiche zielen darauf ab, den Schülern aller Schularten einen ganzheitlichen Zugang zur Natur und den Lebewesen zu geben. Deshalb spielen Exkursionen, Lerngänge, das Sehen und In- die-Hand-nehmen von Blumen, Insekten... sowie das Erzählt-bekommen über die Wiese und ihre Bewohner von einem „Spezialisten“ eine wichtige Rolle. Der Film schließt jedoch die Lücke zwischen den Dingen, die man in der Natur aus erster Hand erfahren kann und dem, was sich dem Auge des Betrachters entzieht. Kleinstlebewesen betrachten, Tiere beobachten oder das Wachstum von Pflanzen kann mit Hilfe von Medien ins Klassenzimmer gebracht werden. Dadurch entstehen zusätzliche Einblicke und Einsichten in natürliche Abläufe und Zusammenhänge. Vorbereitend (oder nachbereitend) können dann am Film exemplarisch die Gegebenheiten des Lebensraumes Blumenwiese bearbeitet werden.

Der Film endet mit dem Kommentar: „Vielerorts hat unsere Landschaft kein naturnahes Gesicht mehr. Aber dort, wo es den einzigartigen Lebensraum Wiese noch gibt, sollten wir alles daran setzen, dass er uns auch in Zukunft erhalten bleibt.“ Dieser Abschluss bindet den Film in die Problematik der Gefährdung beziehungsweise der Schutzmaßnahmen intakter natürlicher Lebensräume ein und damit wird selbst ein Stückchen Wiese zum schützenswerten Gut – ökologische Verantwortung im ganz Kleinen, vor unserer Haustüre. Das lässt sich Schülern sicher vermitteln.

Der zur Arbeit mit dem Film vorgeschlagene Unterrichtsverlauf 1 und die Arbeitsblätter 1–4 wurden für die Grundschule erstellt; der Unterrichtsverlauf 2 sowie die Arbeitsblätter 5–8 für die Sekundarstufe I.

  • Arbeitsblatt 1: Richtig oder falsch? / Fragen zum Film
  • Arbeitsblatt 2: Bilderrätsel zum Film
  • Arbeitsblatt 3: Erkläre Begriffe / Blumenwiese oder Grasacker?
  • Arbeitsblatt 4: Pflanzen der Blumenwiese
  • Arbeitsblatt 5: Stockwerke der Blumenwiese
  • Arbeitsblatt 6: Lungenenzian und Moorbläuling
  • Arbeitsblatt 7: Abweiden, Mähen, Düngen... von der Mager- zur Fettwiese
  • Arbeitsblatt 8: Bunte Blumenwiese – was ist eigentlich Biodiversität?
  • Lösungen der Arbeitsblätter

Unterrichtsverlauf 1 (Grundschule)

Einstieg:

Das Material kann im offenen (Lernzirkel) oder zentrierten Unterricht eingesetzt werden. Für die Stationsarbeit ist es wichtig, auch beim wiederholten Fall einer solchen Arbeitsform, dass der Klasse die Arbeitsanweisungen gemeinsam und deutlich vorgestellt werden. Die Klasse schaut gemeinsam den Film mit dem ersten Arbeitsauftrag, sich zum Film Notizen zu machen. Der Klasse wird der Ablauf der Unterrichtseinheit, das Nutzen der Materialien, die Kontrollmöglichkeiten, das Auffinden der Filmabschnitte im Netz oder auf der Festplatte erklärt. Es empfiehlt sich, vor dem Austeilen der Laufzettel (= Stationenplan) die einzelnen Stationen kurz mit der Klasse zu besprechen, dann kann die Arbeit beginnen.

Stationenplan zum Lernzirkel

Name: __________________________________

Station erledigt kontrolliert
• Richtig oder falsch?
• Bilderrätsel zum Film
• Erkläre Begriffe / Wiese oder Grasacker?
• Pflanzen der Blumenwiese

Unterrichtsverlauf 2 (Sekundarstufe I)

Exkursion

Für die Schüler der Sekundarstufe I ist die Vorfreude auf Exkursionen und der entsprechende Eifer auch bei der Vorbereitung selbstverständlich. Bei diesem Thema sollte also die Exkursion im Zentrum stehen. Je nach Leistungsfähigkeit und Motivationslage der Klasse (typische Reproduzierer oder Tüftler – Entdecker – Forscher) ist der Film unterschiedlich günstig zu platzieren. Der Film bietet für beide der folgenden Gruppen Material und Informationen:
● Für die Reproduzierer vorangestellt – wir schauen mal, was wir alles entdecken, beobachten und untersuchen können.
● Für die Forscher – wir gehen beobachten und untersuchen, nachher wollen wir schauen, ob wir was übersehen haben.

Natürlich müssen die pflichtmäßigen „Suchaufträge“ so formuliert sein, dass der Film dann auch Inhalt dazu liefert. Mögliche Aufgaben/Fragestellungen:
● Vergleicht die Anzahlen der blühenden Pflanzenarten verschiedener Wiesen. ● Wodurch unterscheiden sich diese Wiesen (Lage, sonnig, feucht, bewirtschaftet, gemäht, ...)?
● Welche Tierarten findet ihr und wie zahlreich? (eventuell reicht statt Art „Hornisse“ auch Familie „echte Wespen“ oder Ordnung „Hautflügler“ – nur die Klasse der Insekten zu erkennen, ist allerdings zu wenig.)
● Rechercheaufträge – fragt beispielsweise den Besitzer der Wiese: Wodurch unterscheidet sich das Heu der Blumenwiese vom Grasacker? Hat das für das Stallvieh eine Bedeutung?

Fotodokumentation

Eine andere Strategie zur Erarbeitung des Themas „Wiese, Beispiel eines bedrohten Lebensraumes und Artenschutz“ wäre eine Fotodokumentation. Es gibt an Ihrer Schule eine Foto-AG, Sie haben einen motivierten und kompetenten Kunst-Kollegen, Ihre Schüler selbst sind begeisterte Fotografen...? Sehr hilfreich und informativ für dieses Vorgehen ist die Seite von Leo Michels: www.imagines-plantarum.de, Rubrik rechts oben: „Textseiten über Pflanzenbilder“. Hier erfahren Sie, wie man gute Bilder macht, dass und wie so etwas sogar mit einem guten Flachbettscanner geht und so weiter. Auf diesem Weg haben Sie gute Chancen, die Vielgestaltigkeit des Lebensraumes Wiese (Flussufer, Waldrand...) erstmal bildlich festzuhalten, um dann die Schüler vor der öffentlichen Präsentation ihrer Ergebnisse in einer Ausstellung zu motivieren, sich mit den Tieren und Pflanzen ihrer Bilder mit dem Lebensraum Wiese auseinanderzusetzen. Bei diesem Vorgehen kann der Film jederzeit beliebig eingesetzt werden, zur Motivation für den Blick ins Detail genauso wie zur inhaltlichen Bearbeitung des Lebensraumes.