Bannerbild (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Lebensräume · Im Wald

Pflanzen und Tiere im Schwarzwald | Unterricht

STAND
Autor/in
Thomas Schmid

Bezug zu den Bildungsplänen

Der inhaltlich reiche Ansatz der Sendung ermöglicht einen fächerverbindenden Einsatz mit Bezügen zu Teilgebieten der Geographie/EWG und der Biologie/NWA in der Sekundarstufe I, insbesondere in den Klassenstufen 5 und 6.

Geographische Bezüge bestehen zu den Themenbereichen Orientierung im Raum (genauer: Verortung von Großlandschaften Deutschlands und Europas) und Beschäftigung mit einer Landschaft hinsichtlich exemplarischer erdgeschichtlicher Ereignisse (in diesem Fall: geologischer Aufbau des Mittelgebirges Schwarzwald und Karbildung).

Im Fachbereich Naturwissenschaften stellt das Staunen über die biologische Vielfalt ein unterrichtliches Grundprinzip dar. Die Sendung „Der Schwarzwald - Pflanzen und Tiere“ bietet ausgewählte Einblicke in Fauna und Flora, verdeutlicht die Prägung der Landschaft aufgrund bestimmter Pflanzen- und Tierarten und informiert zusätzlich über Nutzungsmöglichkeiten durch den Menschen.

Zudem soll Schülerinnen und Schülern Erkenntnisgewinn durch Sekundärerfahrungen, beispielsweise durch Filme, ermöglicht werden.

Karsee (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)
Eiszeitliche Gletscher formten die Karseen des Schwarzwalds SWR – Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen
Ein Eichhörnchen SWR – Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen
Belchen SWR – Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen

Beschreibung des Unterrichtsablaufs

Die folgende Beschreibung des Verlaufs bezieht sich auf eine Doppelstunde beziehungsweise auf zwei zeitlich getrennte Unterrichtsstunden:

Der Unterricht beginnt mit einem Brainstorming zum Begriff „Schwarzwald“. Die Lehrperson kann das Wort an die Tafel schreiben und eventuell zusätzlich ein Folienbild einblenden. Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler zunächst in Einzelarbeit Notizen gemacht haben, werden sie aufgefordert einzelne Begriffe an die Tafel zu schreiben. Dazu können für die zügige Durchführung mehrere Kreidestücke beziehungsweise Tafelstifte in Umlauf gebracht werden.

Danach werden die angeschriebenen Begriffe kurz besprochen, gegebenenfalls erläutert oder korrigiert. Im Plenumsgespräch betont die Lehrkraft die vielfältigen inhaltlichen Ansätze, die zu erkennen sind, und erklärt diese zur Basis der weiteren Arbeit am Thema.

Nachdem der Film angekündigt wurde, werden abwechselnd und zufällig die vier thematisch unterschiedlichen Arbeitsblätterin der Klasse verteilt (AB 1: Eis & Gestein, AB 2: Fichten & Tannen, AB 3: Säuger & Vögel, AB 4: Holz & Flöße). Die Kinder erhalten die Gelegenheit, ihr jeweiliges Arbeitsblatt zu überfliegen, damit sie es während des Films oder kurz danach alleine bearbeiten können.

Anschließend setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit den gleichen Arbeitsblättern zusammen, besprechen ihre Lösungsansätze, ergänzen und korrigieren sich gegenseitig. Hier könnte die erste 45-Minuten-Sequenz enden.

Danach findet eine neue Gruppenbildung statt, indem sich Teams aus je vier Schülerinnen und Schülern mit jeweils unterschiedlichen Themen treffen (Gruppenpuzzle). Gemeinsam bearbeiten sie das zusammenfassende Arbeitsblatt 5.

Zur Bestätigung der erarbeiteten Informationen wird der Film nun ein zweites Mal geschaut. Die Vierer-Gruppen bleiben zusammen und formulieren ein Schreiben an die Klassenlehrerin/den Klassenlehrer, in welchem für einen Landschulheimaufenthalt im Schwarzwald geworben wird (Arbeitsblatt 6). Die Teams sollen dabei sachbezogen argumentieren und so die gewonnenen Erkenntnisse umsetzen.

Am Ende dieses Unterrichts werden einzelne Gruppen-Briefe vorgelesen. Als topographische Übung wird die Karte vom Schwarzwald (Arbeitsblatt 7) als Hausaufgabe gegeben.

Methodische Erläuterungen

Die Unterrichtsstunde beginnt mit einem Brainstorming, da zahlreiche Schülerinnen und Schüler bestimmt Assoziationen zum Schwarzwald haben, sei es durch Urlaubserfahrungen, Fernsehsendungen usw. Das wahrscheinlich oberflächliche Wissen kann genutzt werden, um damit weiter zu arbeiten.

Die sich anschließende erste Gruppenbildung erfolgt zufällig durch das Verteilen der Arbeitsblätter. Das ist so beabsichtigt, da die Zusammensetzung nach Interessen, also die Bildung von Neigungsgruppen bei den angebotenen Themen, mit großer Wahrscheinlichkeit dazu führen würde, dass hauptsächlich das Arbeitsblatt „Säuger & Vögel“ zu ungunsten der anderen gewählt würde.

Die zweite Gruppenbildung ergibt sich wiederum aus der Themeneinteilung, eventuell muss die Lehrperson steuernd eingreifen. Am Ende dieser Arbeitsphase verfügt die ganze Klasse über Kenntnisse, die in der Folgeaufgabe, der motivierenden Argumentation für eine Klassenreise, angewendet werden.

Alle Arbeitsaufgaben sind so angelegt, dass sie rasch erledigt werden können. So können die Schülerinnen und Schüler in der ersten Phase immer noch gut dem Filmgeschehen folgen. Im zweiten Arbeitsschritt, der Ergebniszusammenfassung, wird der zügige Unterrichtsfluss gewährleistet.

Dass der Film ungewöhnlicherweise ein zweites Mal gezeigt wird, hat zwei Gründe: Das Gelernte wird bestätigt und somit vertieft, außerdem soll der emotionale Zugang durch die ästhetischen Aufnahmen, die nun ohne Arbeitsaufträge zu genießen sind, gestärkt werden.

Alle Themen zum Schwerpunkt Lebensräume · Im Wald

Das geheimnisvolle Leben der Waldpflanzen

Ohne sie gäbe es kein tierisches oder menschliches Leben auf unserem Planeten – Pflanzen! Im Wald treffen wir auf die verschiedensten Arten der kleinen, grünen Sauerstoffproduzenten. Jede Pflanze hat eine bestimmte Nische erobert und viele von ihnen verfügen über verblüffende Taktiken, um sich fortzupflanzen. Relativ wenig Aufwand treiben die Windbestäuber, wie Hasel oder Fichte. Der Lerchensporn investiert in Nektar, um bestäubende Insekten anzulocken. Der Aronstab nimmt seine Bestäuber gar vorübergehend gefangen. Auch die Verbreitungswege der Samen sind vielfältig: Lassen sich manche einfach vom Winde verwehen, so haben es andere darauf abgesehen, sich fressen zu lassen. Erdbeere und Moschuskraut rekrutieren Schnecken für den Samentransport. Das Springkraut erschließt mit einem raffinierten Schleudermechanismus neue Lebensräume für seine Nachkommen. Vom Lebenszyklus der Pflanzen und ihren Anpassungen an die Umwelt erzählt dieser Film.

Natur nah: Das geheimnisvolle Leben der Waldpflanzen SWR Fernsehen

Pflanzen und Tiere im Schwarzwald

Der Schwarzwald – ein sagenumwobenes Mittelgebirge im Südwesten Deutschlands und Heimat für eine Vielzahl bemerkenswerter Bewohner: Der Luchs war im Schwarzwald komplett ausgerottet. Seit ein paar Jahren werden die Raubkatzen hin und wieder gesichtet. In Hochmoorregionen kämpfen Auerhähne um die Gunst der Weibchen. Das Landschaftsbild des Schwarzwalds wurde vom Menschen nachhaltig geprägt. Schon seit dem 15. Jahrhundert ist das Holz des Schwarzwalds ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Heute dominieren Fichten die Wälder, da sie in der Holzproduktion als besonders profitabel gelten. Tannen sind inzwischen weitaus seltener. Sechzig Jahre dauert es, bis aus einem winzigen Samen ein stattlicher Baum geworden ist. Und da die Samen bei Mäusen, Eichhörnchen und anderen Tieren als Nahrung sehr begehrt sind, wird längst nicht jeder Samen zum Baum.

Der Schwarzwald SWR Fernsehen

Lebensraum Bannwald

Ob Monokultur oder Mischwald aus Laub- und Nadelbäumen – unsere Wälder werden bewirtschaftet. Auf weniger als einem Prozent unserer Waldfläche ist das anders: im Bannwald. Hier greift der Mensch nicht ein. Aus umgefallenen und zersetzten Bäumen wächst neues Leben; der Wald verjüngt sich natürlich. Das Zusammenspiel zwischen Pflanzen, Tieren, Bakterien und Pilzen funktioniert. Es gibt keinen Abfall oder Müll; was auch entsteht, es wird gebraucht. Pflanzen wandeln die Energie der Sonne um und wachsen. Tiere fressen Pflanzen oder andere Tiere. Und wenn Pflanzen und Tiere absterben, werden sie zersetzt. Dafür sind Millionen Kleinlebewesen und Bakterien zuständig, auch Pilze gehören zur „zersetzenden Gesellschaft“. Produzenten, Konsumenten und Destruenten arbeiten in der „Recyclinganlage Bannwald“ optimal zusammen. Der Film beschreibt die Pflanzen und Tiere im Lebensraum Bannwald, und er macht deutlich, weshalb Wirtschaftswälder, die aus gleichartigen und gleichaltrigen Bäumen bestehen, empfindlich auf Naturereignisse reagieren.

Tiere und Pflanzen SWR Fernsehen

Lebensraum Pfälzerwald

Der Pfälzerwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Hier finden mitten in Rheinland-Pfalz viele Tierarten einen geeigneten Lebensraum, die anderswo schon ausgestorben sind. Zu ihnen gehört die Wildkatze. Sie sucht den Schutz der Buchenwälder, genauso wie der Feuersalamander. Im offenen Gelände, an sonnigen Hängen, gedeihen nicht nur Weinreben. Wärmeliebende Arten wie die Smaragdeidechse und die Gottesanbeterin sind hier zu Hause. In den Terrassen der Weinberge legen die farbenprächtigen Bienenfresser ihre Nester an. Sie ziehen im Frühsommer aus Afrika hierher.

Lebensraum Pfälzerwald SWR Fernsehen

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Autor/in
Thomas Schmid