Collage Bannerbild (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Der Schwarzwald

Die Waldarbeiter und Flößer | Unterricht

STAND
Autor/in
Thomas Schmid

Bezug zu den Bildungsplänen

Die Erfassung und Darstellung unserer Lebens- und Umwelt anhand ausgewählter aktueller und historischer Beispiele gehört zu den angebahnten Kompetenzzielen der Fächerverbünde EWG (Erdkunde – Wirtschaftskunde – Gemeinschaftskunde) und WZG (Welt – Zeit – Gesellschaft). Dabei sollen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Raum sowie die Abhängigkeit von natürlichen Gegebenheiten verdeutlicht werden. Mittels ausgewählter Raumbeispiele, bis Klasse 6 insbesondere auch aus Südwestdeutschland, soll u. a. ein ganzheitliches und prozessuales Verständnis wirtschaftlicher Sachverhalte erworben werden.

Der Einsatz des SWR-Films zu den Schwarzwald-Berufen im Unterricht wird diesen Anforderungen gerecht, denn der Wandel des Waldarbeiterberufs sowie das wirtschaftlich bedingte Aussterben der Flößerei werden anschaulich dokumentiert.

Vollernter transportiert Baumstamm (Foto: SWR - Screenshot aus der Sendung)
Wofür früher mehrere Männer viele Stunden brauchten, das erledigt heute ein sogenannter Vollernter in wenigen Minuten. SWR - Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen
Auf Flüssen und Bächen wurde das Holz bis nach Holland verschifft (szenische Rekonstruktion). SWR - Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen

Beschreibung des Unterrichtsablaufs, Hinweise für Lehrer

Der Unterricht beginnt mit der Einschätzung ungewöhnlicher Aussagen zum Schwarzwald. Die Lehrkraft kann dabei die zwölf Thesen des Arbeitsblatts 1 („Richtig oder falsch?“) vorlesen oder per Folie einblenden und lesen lassen. Die Schülerinnen und Schüler machen sich dabei auf einem Schmierzettel Notizen, welche der Aussagen sie für richtig halten.

Es ist auch denkbar, das Arbeitsblatt auszugeben und zunächst in Einzelarbeit bearbeiten zu lassen. Ein kurzes Klassengespräch könnte sich daran anschließen, in welchem für wahr gehaltene Aussagen kurz vorgestellt werden.

Nun wird angekündigt, dass der folgende Film zur Klärung der Sachverhalte beitragen wird. Damit die Klasse dem Inhalt fokussiert folgen kann, wird Arbeitsblatt 2 („Früher oder heute?“) ausgegeben und Einlesezeit zur Erfassung der Aufgaben gewährt.

Danach wird der Film „Die Waldarbeiter und Flößer“ gezeigt. Die Schülerinnen und Schüler können bereits während des Zusehens und Zuhörens mit dem Ausfüllen beginnen. Auf jeden Fall sollte danach noch Zeit sein, um die Notizen zu ergänzen. Dann folgt die Korrekturphase im Plenum.

Anschließend werden die zwölf Thesen von Stundenanfang überprüft. Im abschließenden Klassengespräch sollten die Veränderungen die sich im Lauf der Jahrhunderte bezüglich der Schwarzwald-Berufe ergeben haben, betont werden.

Als kreative Hausaufgabe kann Arbeitsblatt 3 („Besser oder schlechter?“) ausgeteilt werden oder zur Differenzierung genutzt werden.

Methodische Erläuterungen

Zu Beginn der Stunde sollen die Schülerinnen und Schüler mithilfe der spannenden Aussagen neugierig gemacht werden. Zugleich wird durch die Einschätzung, welche Thesen stimmen, möglicherweise Vorwissen angeregt. Das Medium Film führt zur Überprüfung der Vermutungen und wird so dem Bildungsauftrag hinsichtlich der Anbahnung von Medien-kompetenz gerecht. Gleichzeitig dient es der Veranschaulichung fremder Welten, in diesem Fall der modifizierten bzw. ausgestorbenen Berufe der Waldarbeiter und Flößer.
Der Fokus der Arbeitsblätter richtet sich auf die Veränderungen der Lebenswelten der Menschen im Lauf der Zeit und unterstreicht somit den prozesshaften Charakter der Lebensraumnutzung durch den Menschen, in diesem Fall: Von der Ausbeutung zur Bewahrung.

Die Arbeitsblätter sind so gestaltet, dass die Schülerinnen und Schüler Erkenntnisse rasch dokumentieren können, um die Aufmerksamkeit hinsichtlich des forstschreitenden Filmgeschehens nicht abreißen zu lassen.
Die Hausaufgabe bzw. Differenzierungsanregung setzt neu erworbenes Wissen um, indem die Kinder - auch durch kreatives Schreiben - an eine Bewertungssituation herangeführt werden.

Unterrichtsmaterial zum gesamten Schwerpunkt

Der Schwarzwald | Unterricht

Die Filme zur Schwarzwaldreihe bieten umfassende Einblicke in die Besiedlungsgeschichte, die Entwicklung und die Besonderheiten des Schwarzwaldes. Das Leben der Menschen und ihre Alltagskultur stehen im Vordergrund und machen die Reihe für Schülerinnen und Schüler anschaulich und spannend.

Alle Themen zum Schwerpunkt Der Schwarzwald

Pflanzen und Tiere im Schwarzwald

Der Schwarzwald – ein sagenumwobenes Mittelgebirge im Südwesten Deutschlands und Heimat für eine Vielzahl bemerkenswerter Bewohner: Der Luchs war im Schwarzwald komplett ausgerottet. Seit ein paar Jahren werden die Raubkatzen hin und wieder gesichtet. In Hochmoorregionen kämpfen Auerhähne um die Gunst der Weibchen. Das Landschaftsbild des Schwarzwalds wurde vom Menschen nachhaltig geprägt. Schon seit dem 15. Jahrhundert ist das Holz des Schwarzwalds ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Heute dominieren Fichten die Wälder, da sie in der Holzproduktion als besonders profitabel gelten. Tannen sind inzwischen weitaus seltener. Sechzig Jahre dauert es, bis aus einem winzigen Samen ein stattlicher Baum geworden ist. Und da die Samen bei Mäusen, Eichhörnchen und anderen Tieren als Nahrung sehr begehrt sind, wird längst nicht jeder Samen zum Baum.

Der Schwarzwald SWR Fernsehen

Die Waldarbeiter und Flößer

Vor 1100 Jahren war der Schwarzwald ein undurchdringlicher, fast menschenleerer Urwald. Die ersten Siedler waren christliche Missionare, die das Land im Auftrag adliger Grundherren urbar machten. Sie ließen zunächst den Wald roden, der ihnen den wichtigsten Rohstoff lieferte: Holz. Holz wurde für den Hausbau gebraucht, in den Bergwerken und auch als Brennmaterial in Form von Holzkohle. Die Waldarbeit zog viele Menschen in den Schwarzwald. Neue Berufszweige entstanden, wie der der „Flößer“: Sie banden die Baumstämme zum Transport zusammen und „verflößten“ sie auf den Flüssen bis nach Holland. Noch heute ist Holz eine der wichtigsten Einnahmequellen im Schwarzwald. Doch das Leben der Waldarbeiter hat sich grundlegend verändert.

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Die Köhler

Mit der Besiedlung des Schwarzwalds und dem Abbau der Bodenschätze wie Eisen, Silber und Kupfer kamen auch die Köhler in den Wald. Denn für die Verarbeitung von Eisenerz und die Verhüttung von Edelmetallen wurden Temperaturen benötigt, die mit der Verbrennung von Holz allein nicht zu erreichen waren: Das Holz musste zunächst verkohlt werden, um als Brennmaterial die nötige Hitze entwickeln zu können. Diese Arbeit erledigten die Köhler; sie führten ein ärmliches und einsames Leben tief in den Wäldern. Heute ist der Beruf des Köhlers fast ausgestorben.

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Die Bergleute und Glasbläser

Schon im Mittelalter entdeckten Menschen neben dem Holz auch die Schätze des Schwarzwaldes, die unter der Erde schlummerten: Eisenerz und Silber. Die Hoffnung auf Siedlungsraum und Arbeit zog mehr und mehr Menschen in den Schwarzwald. Auf der Suche nach dem silberhaltigen Bleiglanz arbeiteten viele von ihnen unter Tage, in den engen Stollen der Bergwerke. Silber war als Zahlungsmittel sehr begehrt und machte Klöster, Vögte und Kaufleute reich. Doch der Schwarzwald bot einen weiteren wichtigen Rohstoff: Quarzsand. Er wurde aus den Bächen gewonnen und zu „Waldglas“ verarbeitet. Viele Glasbläser verdienten sich im Schwarzwald ihren Lebensunterhalt; sogenannte „Glasträger“ trugen das berühmte Waldglas in die Welt.

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Die Schwarzwaldbauern

Im Mittelalter gründeten christliche Missionare die ersten Klöster im Schwarzwald und begannen, Land urbar zu machen; nach und nach siedelten sich auch Bauern an. In harter Arbeit verdienten sie ihren Lebensunterhalt mit Holz- und Landwirtschaft. Sie entwickelten den typischen Schwarzwaldhof, der ideal an Hanglage und Wetter angepasst ist. Ein solcher Hof ist auch der Ebenemooshof der Familie Tritschler. Die Familie lebt in der Hauptsache von der Forstwirtschaft.
Der Film zeigt die Arbeit auf einem Schwarzwaldhof früher und heute und veranschaulicht den Aufbau eines typischen Schwarzwaldhauses in einer 3D-Animation.

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Die Uhrmacher

Sie ist ein typisches Mitbringsel und auf der ganzen Welt bekannt: die Schwarzwälder Kuckucksuhr. Doch Uhren aus dem Schwarzwald gab es schon fast hundert Jahre bevor die Kuckucksuhr erfunden wurde. An langen Winterabenden stellten Bauern und deren Söhne und Knechte hölzerne Uhren her – ein Nebenverdienst, der für einige zum Beruf wurde und im Schwarzwald schließlich einen neuen Industriezweig begründete: die Uhrenproduktion. Sie erlebte Ende des 19. Jahrhunderts ihre Blütezeit mit der Einführung der Akkord- und Fließbandarbeit. Unangefochtener Exportschlager war und ist die Kuckucksuhr.

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Die Touristen

Seit mehr als 150 Jahren ist der Schwarzwald ein beliebtes Reiseziel. Ob beim Baden am Titisee, beim Wandern in den Wäldern oder beim Wintersport auf dem Feldberg - Touristen aus aller Welt suchen dort Erholung und Vergnügen. Einer der ersten, die sich das zu Nutzen machten, war der Naturliebhaber Franz-Otto Eigler aus Freiburg. Er eröffnete Mitte des 19. Jahrhunderts den ersten Gasthof am Titisee. Doch noch war die Reise in den Schwarzwald beschwerlich. Mit der Eröffnung der Höllentalbahn von Freiburg nach Neustadt 1882 erlebte der Tourismus einen großen Schub. Und die Erfindung der Skier als Freizeit- und Sportgerät und der Bau des ersten Skilifts brachte auch im Winter immer mehr Gäste. Heute ist der Wintersport nicht mehr aus dem Schwarzwald wegzudenken. Aber die Entwicklung steht nicht still: Ein neuer Trend ist der Fahrradtourismus mit dem E-Bike.

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Thomas Schmid