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Hintergrund: Steckbriefe

Atlantischer Kabeljau

(Quelle: SWR)

(Quelle: SWR)


Atlantischer Kabeljau (Gadus morhua)
Familie der Dorsche (Gadidae)
Ordnung der Rundfische
Lebensweise: in Bodennähe und im freien Wasser (benthopelagisch)

Länge: bis 200 cm
Alter: bis 25 Jahre
Gewicht: bis 96kg

Ein charakteristisches Merkmal des Kabeljaus ist der kräftige Bartfaden am Unterkiefer und die helle Seitenlinie.

Kabeljau ist ein wertvoller, weißfleischiger Speisefisch, der in Gebieten mit kälteren Wassertemperaturen bis in einer Tiefe von 900m vorkommt. Die südliche Nordsee ist die Grenze seines Verbreitungsgebietes. Der weltweit größte Kabeljaubestand kommt in der Arktis vor. Der Atlantische und der Pazifischen Kabeljau sind die wichtigsten Vertreter der Familie der Dorsche. Aus diesem Grund wird der Kabeljau in der Ostsee auch einfach Dorsch genannt.

Auf dem Speiseplan des nachtaktiven, in Bodennähe lebenden Räubers stehen wirbellose Bodenbewohner und kleinere Fische. Die Verbreitung und Entwicklung des Kabeljaubestands ist stark von der Verfügbarkeit kleiner Schwarmfische abhängig. Auch vor dem eigenen Nachwuchs macht der Kabeljau nicht Halt. Diese Form von Kannibalismus ist besonders ausgeprägt, wenn die Bestandsdichte hoch ist. Die Eier, Larven und Jungtiere des Kabeljaus sind auch leichte Beute für zahlreiche weitere Fischarten, Kleinwale und Seevögel. Natürliche Fressfeinde der großen Altfische sind Robben und Seehunde. Die Fische werden zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr geschlechtsreif und laichen im freien Wasser. Ältere und größere Kabeljauweibchen sind besonders wichtig für die Bestandserhaltung. Sie produzieren im Vergleich zu Erst-Laichern mehr und überlebensfähigere Eier. Da die großen Tiere weggefischt werden, pflanzen sich allerdings eher die früh geschlechtsreifen, kleineren Tiere fort. Eine evolutionäre Anpassung an die intensive Befischung.

WissenschafterInnen beobachten in der Nordsee aufgrund von Temperatur- und Lebensraumveränderungen eine Verlagerung des Verbreitungsgebietes nach Norden.

Kabeljau ist eine der kommerziell am meisten genutzten marinen Fischarten und von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Lange war der scheinbar im Überfluss vorhandene, beliebte Speisefisch ein wichtiger „Brotfisch“ der Fischer und anhaltender Überfischung ausgesetzt. Von historischem Ausmaß ist der Zusammenbruch der großen Bestände vor Neufundland in den 80-er Jahren. Trotz Fangstopp konnten sich diese bis heute nicht erholen und sowohl die Arbeitsplätze in der Küstenfischerei als auch die Arbeitsplätze in der fischverarbeitenden Industrie gingen dauerhaft verloren. Die tragische Entwicklung regte zur Gründung des Marine Stewardship Council an und führte zur Zertifizierung nachhaltig bewirtschafteter Bestände.

Die Kabeljaufischerei in Nord- und Ostsee wird überwiegend mit kleineren und mittelgroßen Fahrzeugen durchgeführt. Kabeljau wird mit Hilfe von Grundschleppnetzen, Stellnetzen oder auch Langleinen gefangen.

Hering

(Quelle: SWR)

(Quelle: SWR)


Hering (Clupea harengus)
Familie der Heringsfische (Clupeidae)
Ordnung der Rundfische
Lebensweise: im freien Wasser schwimmend (pelagisch)

Länge: bis 45 cm
Alter: bis 25 Jahre
Gewicht: bis 1,1 kg

Charakteristisch für Heringe sind ihre silbrig glänzenden Flanken. Aus diesem Grund werden Heringsschwärme auch als das „Silber des Meeres“ bezeichnet.

Heringe sind kleine Schwarmfische, die weltweit vorkommen und im Bereich des Kontinentalschelfs in der freien Wassersäule leben (pelagisch). Der Atlantische Hering ist im gesamten Nordatlantik zu finden und teilt sich in verschiedene Bestände mit unterschiedlichen Laichzeiten auf. Der weltweit größte Heringsbestand ist der Norwegische Frühjahrslaicher.

Tagsüber halten sich Heringsschwärme dicht gedrängt in Bodennähe auf, nachts wandern sie an die Wasseroberfläche (Vertikalwanderung). Jungtiere schwimmen oft getrennt von den Adulten, die weite Wanderungen zwischen Nahrungs- und Laichgründen zurücklegen können. Die flachen Bodden der deutschen Ostseeküste sind für den Hering der westlichen Ostsee Ziel der jährlichen Laichwanderung.

Heringe ernähren sich überwiegend von Kleinkrebsen und sind wiederum als Larven, Jung- und Altfische von großer Bedeutung als Beute zahlreicher anderer Meeresbewohner. Der Laich wird am Meeresboden auf Kies oder Wasserpflanzen festgeheftet.

Aufgrund seiner Häufigkeit galt Hering lange als „Arme-Leute-Essen“ und war einer der „Brotfische“ der Fischer. Hering hat ein kräftiges, festes Fleisch und kommt heutzutage in verschiedenen Varianten in den Verkauf: saisonal als fettreicher Matjes, in Essig eingelegt als Bismarck-Hering oder Rollmops, geräuchert als Bückling, als Brathering oder Heringssalat. Heringe und Heringsprodukte machen heute rund ein Fünftel des Fischangebotes in Deutschland aus.

Die Nordseebestände des Herings brachen in den 70-er Jahren als Folge nicht nachhaltiger Fischerei zusammen und unterlagen zeitweise einem vollständigen Fangstopp. Einige Heringsbestände weisen inzwischen eine geringe Produktivität auf. WissenschaftlerInnen vermuten, dass Umweltbedingungen, wie beispielsweise Temperaturveränderungen, die Ursache sind und entweder einen direkten Effekt haben oder das Nahrungsangebot insbesondere in den Laichgründen verändern.

Heringe werden in Küstennähe mit Reusen und Stellnetzen, im offenen Wasser mit pelagischen Schleppnetzen oder Ringwaden gefangen. Die pelagische Heringsfischerei ist sehr selektiv, mit wenig Beifang von Nichtzielarten. Die Heringsfischerei in der Nordsee wird überwiegend mit großen und größten Fahrzeugen durchgeführt.

Scholle

(Quelle: SWR)

(Quelle: SWR)


Scholle (Pleuronectes platessa)
Familie der Schollen (Pleuronectidae)
Ordnung der Plattfische
Lebensweise: am Meeresboden lebend (benthisch)

Länge: bis 100 cm
Alter: bis 50 Jahre
Gewicht: bis 7,0 kg

Ein charakteristisches Merkmal der Scholle ist ihre glatte Oberseite. Die deutlich sichtbaren hell- bis dunkelroten Pigmentpunkte haben ihr auch den Zweitnahmen Goldbutt eingebracht.

Die Scholle ist der bekannteste marine Plattfisch in europäischen Gewässern und ein beliebter, weißfleischiger Speisefisch. Schollen werden im Ganzen oder als Filets serviert.

Die Scholle ist an allen nordeuropäischen Küsten verbreitet, in der Nordsee ist sie aber besonders häufig. Das flache Wattenmeer bietet dem Plattfisch ein ideales Aufwuchsgebiet für die Jungtiere. Ältere Schollen bevorzugen tieferes Wasser, wo sie sich bevorzugt am Meeresgrund aufhalten (benthisch). Sie ernähren sich überwiegend von dünnschaligen Muscheln und Borstenwürmern. Die Plattfische graben sich tagsüber zur Tarnung im Sand ein und können sich farblich dem Meeresboden anpassen. Nachts legen sie auch größere Strecken zurück. Sie bevorzugen salzhaltiges, kühles Wasser und kommen selten in der Nähe von Flussmündungen vor.

Wie alle Plattfische, vollziehen auch Schollen die Umwandlung zum Plattfisch erst nach der Geburt. Schlüpfen Schollen als Larven aus dem Ei, haben sie zunächst eine normale Fischlarvenform und schwimmen aufrecht. Ab einer Größe von circa 10 Millimetern wandert das linke Auge über den Hinterkopf auf die rechte Körperseite und die junge Scholle beginnt mit dieser Körperseite nach oben zu schwimmen.

Als bodennah lebende Fische werden Schollen üblicherweise mit Baumkurren und Grundschleppnetzen gefangen. Aber auch in Stellnetzen verfangen sich die Plattfische.

Flunder

(Quelle: SWR)

(Quelle: SWR)


Flunder (Platichthys flesus)
Familie der Schollen (Pleuronectidae)
Ordnung: Plattfische
Lebensweise: am Meeresboden lebend (benthisch)

Länge: bis 60 cm
Alter: bis 15 Jahre
Gewicht: bis 2,9 kg

Ein charakteristisches Merkmal der Flunder ist ihre raue Oberseite, die an Schmirgelpapier erinnert. Aus diesem Grund wird die Flunder auch Raubutt genannt.

Die Flunder kommt entlang der gesamten europäischen Küsten vor. Ihre Fähigkeit sowohl im Meerwasser als auch im Brackwasser von Flussmündungen und im Süßwasser von Flüssen zu leben, macht sie unter den Plattfischen einzigartig. Aufgrund ihrer hohen Toleranz gegenüber schwankenden Salzkonzentrationen, ist sie in der Ostsee der am Weitesten verbreitete Plattfisch.

Ausgewachsene Flundern vergraben sich tagsüber im Sand und wandern nachts auf der Suche nach Nahrung in die küstennahen Flachwasserzonen. Man findet sich auch in Hafenbecken. Das Maul der Flunder ist verhältnismäßig klein. Im marinen Bereich ernähren sich die Plattfische daher vor allem von Würmern, Asseln und Weichtieren. Im Fluss, also im Süßwasser, leben sie von Zuckmücken, Insektenlarven und Bachflohkrebsen.

Insbesondere Jungtiere schwimmen die Flüsse hoch. Werden Flundern mit circa vier Jahren geschlechtsreif wandern sie ins Meer zurück und bleiben dort. Sie laichen im tieferen, salzhaltigen Wasser. Die Larven der Flunder verdriften mit der Strömung an die Küsten und entwickeln die typische Form der Plattfische. Wie alle Plattfische, vollziehen auch Flundern die Umwandlung zum Plattfisch erst nach der Geburt. Schlüpfen Flundern als Larven aus dem Ei, haben sie zunächst eine normale Fischlarvenform und schwimmen aufrecht. Ab einer Größe von circa 10 Millimetern wandert das linke Auge über den Hinterkopf auf die rechte Körperseite und die junge Flunder beginnt mit dieser Körperseite nach oben zu schwimmen.

Die Flunder wird hauptsächlich als Beifang in der Fischerei auf andere Grundfische wie Dorsch und Scholle mit Grundschleppnetzen oder Stellnetzen gefangen. Obwohl die Qualität des Fleisches vergleichbar ist, erzielen Flundern einen deutlich geringeren Anlandepreis als Schollen.