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Sendungsinhalt: Soziale Frage

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wächst in Deutschland die Bevölkerung. Auf dem Lande, wo die allermeisten Menschen leben, finden nicht alle Arbeit und Auskommen. In weiten Teilen der Bevölkerung herrscht große Armut. In England hatte zu der Zeit die schon entstandene Industrie die verarmte Landbevölkerung „absorbiert“ – als ein willkommenes und billiges Heer an Arbeitskräften. Landflucht und schnell wachsende Industriestädte sind die Folge, eine neue Gesellschaftsklasse entsteht: das sogenannte Proletariat. In Deutschland geschieht dies mit Verzögerung, jedoch mit oft ähnlich verheerenden Lebensumständen für die Arbeiter und ihre Familien. Der Film schildert diese Arbeits- und Lebensbedingungen am Beispiel der Textilindustrie auf der Schwäbischen Alb und der Lederindustrie in Worms.

Filmskript: Soziale Frage

Soziale Frage

Kapitelübersicht:

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Mit der Industrialisierung entsteht die Arbeiterklasse

00:00 – 05:41

Mit der Industrialisierung entstand eine neue Gesellschaftsschicht: die Arbeiterklasse. Für die neuen Maschinen in den Fabriken benötigten die Inhaber viele Arbeitskräfte – Männer, Frauen, sogar Kinder, die vor Hunger und Armut auf dem Land flohen. So auch in Albstadt auf der Schwäbischen Alb, in der aufkommenden Textilindustrie. Moderatorin Lena Ganschow sieht sich im Maschenmuseum Albstadt an, wie das Industriezeitalter das Leben der Menschen dort veränderte.

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Verlierer der Massenproduktion

05:41 – 09:14

In Worms beschäftigte der „Lederbaron“ Heyl Tausende Arbeiter in der Lederindustrie. Mit der Massenproduktion von Lackleder verdiente er ein Vermögen – auf Kosten der Arbeiter. Denn in der Lacklederindustrie kamen giftige Stoffe wie Blei, Kobalt und Mangan zum Einsatz, die nicht nur der Umwelt sondern auch den Arbeitern schadeten. Die Industrialisierung hatte auch Auswirkungen auf das Handwerk. Mit den günstigeren, maschinell gefertigten Produkten konnten viele kleine Betriebe nicht konkurrieren. Erst recht nicht, als 1834 der „Deutsche Zollverein“ gegründet wurde.

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Gegen Ausbeutung, für gerechten Lohn: die Arbeiterbewegung

09:14 – 11:52

Die Schattenseite der Industrialisierung war die Lage der Arbeiter. Sie litten unter den langen Arbeitszeiten, der schnellen Taktung, den schlechten Bedingungen. Inspiriert von den Ideen von Marx und Engels organsierten sie sich zunehmend, gründeten sozialistische Parteien und Gewerkschaften. So auch der Arbeiterführer Karl Kloss aus Stuttgart. Er kämpfte für gerechtere Löhne und gegen die Ausbeutung durch die Fabrikbesitzer.

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Die Sozialgesetzgebung als Antwort auf die „Sozialen Frage“

11:52 – Ende

Sozialisten wie Karl Boss waren so manchem Firmeninhaber ein Dorn im Auge. Viele Unternehmer wollten nichts von dem Leid der Arbeiterschaft wissen. Es gab aber auch andere: Der Lederfabrikanten Heyl aus Worms sah es zunehmend als seine Pflicht an, gut für seine Belegschaft zu sorgen. Er ließ eine Arbeitersiedlung bauen und bot freiwillig Sozialleistungen an. Reichskanzler Bismarck erkannte die Sprengkraft der „Sozialen Frage“. In den 1880er Jahren erließ er eine einzigartige Sozialgesetzgebung, die die Rechte der Arbeiter stärkte.