Zeichnung: Jan-Carl Raspe, Andreas Baader, Gudrun Ensslin u. Ulrike Meinhof im Gerichtssaal  (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Die RAF vor Gericht · Der Stammheimprozess | Links & Literatur

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Das ausführliche Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung umfasst eine Chronologie der RAF. Zudem wird die Frage geklärt, wie Terrorismus überhaupt definiert wird, wie die RAF den deutschen Rechtsstaat beeinflusst hat und warum so viele Frauen in der RAF aktiv waren.

Der Landesbildungsserver Baden-Württemberg bietet einen umfangreichen Unterrichtsvorschlag zur RAF. Im Fokus steht dabei der Prozess in Stuttgart-Stammheim. Das Material beinhaltet zahlreiche Originaldokumente.

Das Portal Zeitgeschichte-Online umfasst zahlreiche Texte und Materialien zu Geschichte und Gegenwart der RAF. Es handelt sich um ein Projekt des Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF) und der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (SBB).

Das Material zum Film gibt zahlreiche Orientierungshilfen, Anstöße und praktische Unterrichtsvorschläge. Neben inhaltlichen Bezügen finden sich auch medienbezogene Aufgaben.

Umfangreiches Dossier des WDR zum Schwerpunkt Deutscher Herbst. In Berichten und Interviews kommen so unterschiedliche Personen zu Wort wie Klaus Jünschke, ehemaliges RAF-Mitglied, und Anne Siemens, Autorin eines viel beachteten Buches über die Angehörigen der RAF-Opfer.

Ziel des Projekts ist es, die zentralen Quellen des Prozesses wissenschaftlich zu erschließen. Sowohl das Urteil des 2. Strafsenats vom 28. April 1977 als auch das mehrere tausend Seiten umfassende Protokoll der Hauptverhandlung werden, jeweils ergänzt um juristische Erläuterungen und historische Anmerkungen, erstmals vollständig öffentlich zugänglich gemacht.

1975 begann in Stuttgart-Stammheim der große Baader-Meinhof-Prozess. Ulf G. Stuberger saß im Gerichtssaal und berichtete als Journalist über die Prozesse. Mitunter geriet er selbst zwischen die Fronten zwischen Staat und RAF. Ulf G. Stuberger bei SWR1 Leute im Gespräch mit Wolfgang Heim.

Die Ideologie der RAF, ihre Geisteshaltung und ihren Sprachduktus kann man einer frühen Flugschrift entnehmen, die der Spiegel in Auszügen veröffentlichte. "Wir schießen, wenn man auf uns schießt" stammt aus dem Frühjahr 1971, als Baader, Meinhof und Ensslin bereits im Untergrund lebten und mehrere Banküberfälle verübt hatten. Tote hatten die Anschläge bis dahin noch nicht gefordert. Es war eins der ersten Dokumente, das mit "Rote Armee Fraktion" unterzeichnet war. (DER SPIEGEL 18/1971 vom 26.04.1971)

"Unter den Talaren Muff von Tausend Jahren!" riefen die Studenten 1968 auf Deutschlands Straßen. In Berlin, Frankfurt, München und vielen anderen Universitätsstädten der damaligen Bundesrepublik machten sie ihrem Unmut Luft. Mit Protestmärschen und Gleisblockaden demonstrierten sie gegen die verkrusteten Gesellschaftsstrukturen im Deutschland der 1960er Jahre.

Literatur

Corinna Ponto war 20, als ihr Vater 1977 von der RAF ermordet wurde, Julia Albrecht 13, als ihre Schwester diese Tat ermöglichte. Im Mittelpunkt ihres Buches stehen die Geschichte der RAF und der Umgang damit, die Fragen nach Schuld und den Hintergründen der Täterschaft, nach den Möglichkeiten von Aufarbeitung und Versöhnung. Und beide Frauen tauschen sich darüber aus, wie man mit den eigenen Kindern über diesen Teil der deutschen Geschichte spricht, der doch auch Teil der Geschichte ihrer Familien ist.

Das Buch von Stefan Aust gilt als Standardwerk zum Thema RAF. Es beschreibt umfangreich die Entstehung der Vereinigung und die Ereignisse rund um den Deutschen Herbst. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Stammheimer Prozessen. Aust liefert nicht nur eine detaillierte Chronik, sondern auch umfangreiche Darstellungen der wichtigsten Beteiligten. Das Buch bildet die Grundlage für den Film „Der Baader Meinhof Komplex“.

Das Themenheft aus der Reihe "Lernwerkstatt Geschichte" umfasst Kopiervorlagen zu verschiedenen Aspekten der Geschichte der RAF. Beginnend mit den Studentenprotesten, deckt das Material die gesamte Zeit bis zum Ende der RAF ab. Das Material bietet auch Lösungen. Es eignet sich bereits für den Einsatz in der Sekundarstufe 1.

fluter ist das Jugendmagazin der Bundeszentrale für politische Bildung. Das Heft zum Thema Terrorismus entstand nach dem 11. September 2001, enthält aber auch Beiträge zur RAF. Interessant in diesem Kontext können außerdem die Beiträge "Scharf Schützen" zur Bedeutung des Terrors für die Medien und "Angst Alltag" sein. Die Publikation ist momentan vergriffen, kann aber auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung unter folgendem Link heruntergeladen werden: http://www.fluter.de/heftpdf/issue3/artikel6632/pdf_article6632.pdf

Norbert Frei beschreibt in seinem Buch die weltweiten Proteste im Jahr 1968. Er geht dabei auch ausführlich auf die Situation in der Bundesrepublik Deutschland ein. Die Studentenproteste veränderten nicht nur die Gesellschaft nachhaltig, sondern gelten auch als geistige und personelle Wiege der RAF. Die Kenntnis der Ereignisse des Jahres 1968 ist wichtig für die Auseinandersetzung mit den Ideen und Zielen der RAF.

Der Jurist, Journalist und Autor Butz Peters legt eine umfangreiche Darstellung der Aktivitäten der RAF vor. Peters gelingt es, die Stationen und Entwicklungen der RAF so aufzubereiten, dass man das Buch auch ohne Vorwissen lesen kann.

Alois Prinz zeichnet die entscheidenden Stationen im Leben der Ulrike Meinhof nach und geht der Frage nach, wie aus der jungen erfolgreichen Journalistin eine Terroristin wurde. Das Buch richtet sich vor allem an Jugendliche ab 15 Jahren und wurde 2004 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

Anne Siemens will den Opfern eine Stimme geben, bewegend und wichtig; die Autorin sprach mit Witwen und Kindern der Ermordeten und mit ehemaligen Geiseln aus der „Landshut“.

Als einziger Journalist hat Stuberger den Stammheimer Prozess gegen Baader, Meinhof, Ensslin und Raspe über zwei Jahre von 1975 bis 1977 durchgehend verfolgt. In diesem Buch erinnert er sich zurück an diese Zeit und beschreibt auch, wie er später ins Visier der RAF geriet.

Petra Terhoeven legt nicht eine weitere Chronik der Ereignisse vor, sondern erklärt auf der Hohe der aktuellen Forschung, wie und warum aus den Stadtguerilla-Experimenten einer kleinen Minderheit radikalisierter '68er' eine terroristische Gruppe hervorging. Die RAF löste nicht nur eine tiefgreifende Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte aus, sondern konnte lange über ihr politisches Scheitern hinaus eine morbide Faszination entfalten.

Anhand von Erinnerungen, Briefen und Tagebuchaufzeichnungen beschreibt Ulrike Thimme den Werdegang ihres Sohnes bis zu seinem Tod und rekonstruiert den Prozess seiner Politisierung und Radikalisierung. Nachdenklich, selbstkritisch, ohne Schuldzuweisungen und stets auf der Grundlage ihrer eigenen strikten Ablehnung von Gewalt bilanziert sie das Verhältnis ihres Sohnes zu Staat, Gesellschaft und Justiz, aber auch zur eigenen Familie und zum politischen Umfeld der RAF.

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Planet Schule