Bannerbild (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Germanen im Südwesten

Woher kamen sie? | Unterricht

STAND
Autor/in
Thomas Schmid


Themen
• Germanen
• Sueben
• Alamannen
• Jagd
• Krieger
• Ernährung
• Naturreligion

Fächer
• Geschichte
• WZG

Klassenstufen
• ab Klasse 6, alle Schularten

Zwei Reiter mit Waffen und Schild auf Pferden. (Foto: Peter Prestel)
Die Germanen waren begnadete Reiter Peter Prestel Bild in Detailansicht öffnen
In kleinen Verbänden attackierten die Germanen den Limes SWR – Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen

Bezug zu den Bildungsplänen

Für das Fach Geschichte sehen die Bildungspläne in den Schulstufen ab Klasse 6 hinsichtlich des Themenkomplexes ‚Die Römer in Süddeutschland‘ ausdrücklich vor, dass die Schülerinnen und Schüler „die Auswirkungen der römischen Lebensweise auf die Germanen in den eroberten und benachbarten Gebieten darstellen“ können. Außerdem sollen sie „die gesellschaftlichen und herrschaftsmäßigen Veränderungen aufzeigen“.

Übergeordnet sollen die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, fachspezifische methodische Kompetenzen zu entwickeln. Dazu gehören:
• Quellen bearbeiten, interpretieren und in angemessener sprachlicher Form beschreiben
• Informationsträger, zum Beispiel Filme und Internetangebote auch als historische Zeugnisse betrachten
• Lernprozesse selbst organisieren und sich im schulischen Arbeitsprozess in unterschiedlichen Sozialformen kompetent bewähren
Und genau hier ist der Einsatz der SWR-Produktionen zu den Germanen einzuordnen.

Unterrichtsablauf

Zu Beginn des Geschichtsunterrichts liest die Lehrkraft zunächst kommentarlos Tacitus‘ Beschreibung der Germanen vor (Info-Blatt). Im anschließenden Klassengespräch sollen sich die Schülerinnen und Schüler Gedanken darüber machen, welches Volk beschrieben wird und was sie allgemein über die Menschen erfahren.

Gruppe Germanen zu Fuß im Wald. (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)
Bei ihren Beutezügen waren die Germanen oft auf Metall aus SWR – Screenshot aus der Sendung

Nachdem klar ist, dass Germanen beschrieben werden, wird nach dem Vorwissen gefragt. In einer kurzen partnerschaftlichen Murmelphase können sich die Kinder zunächst unter sich austauschen, bevor im Plenum Informationen gesammelt und gegebenenfalls an der Tafel festgehalten werden.

Dann wird zum Film übergeleitet. Die Schülerinnen und Schüler erhalten das Arbeitsblatt 1, mit welchem sie während des Zusehens Grundinformationen erarbeiten können. Sie erhalten ein paar Minuten Lesezeit, um sich mit den Fragen und den vorgegebenen Antworten vertraut zu machen. Nach dem Ansehen des Films können sich beieinandersitzende Partner inhaltlich abgleichen und ergänzen. Danach folgt eine rasche Korrekturphase für alle.

Landkarte Europas mit eingezeichneten Wegen der Völkerwanderung. (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)
Ursprünglich siedelten Sueben und Alamannen zwischen Oder und Elbe SWR – Screenshot aus der Sendung

Im nächsten Schritt wird Arbeitsblatt 2 in Einzel- oder wiederum in Partnerarbeit ausgefüllt. So werden wichtige Begriffe gesichert. Bestenfalls stehen der Klasse Computer zur Recherche bezüglich der weiterführenden Rätselfrage zur Verfügung.

Am Ende der Stunde wird die zusammenfassende Hausaufgabe differenziert erteilt. Je nach Leistungsniveau erhalten die Schülerinnen und Schüler die entsprechende Version des 3. Arbeitsblattes (Falschtext zum Wegstreichen: Grundlegendes Niveau G, Lückentext zum Ausfüllen: Mittleres Niveau M, Stichwörter zum Formulieren: Erweitertes Niveau E).

Als freiwillige Zusatzhausaufgabe oder zur Weiterarbeit in einer möglichen Folgestunde liegt Arbeitsblatt 4 als kreative Schreibaufgabe bereit.

Unterrichtsverlauf tabellarisch (45-Minuten-Unterricht)

ZeitAktionenSozialformMedien
5‘Lehrkraft: Vorlesen des Tacitus-Textes, KurzbesprechungPlenumInfo-Blatt
5‘Murmelphase zum Vorwissen der Klasse, Sammeln der InformationenPartnerarbeit, PlenumTafel
20‘Überleitung zum Film, Verteilen des Arbeitsblattes 1, kurzes Einlesen, Ansehen des Films, Bearbeitung des ABs 1Plenum, EinzelarbeitArbeitsblatt 1,
Film ‚Die Germanen – Woher kamen sie?
5‘Korrekturphase, ggf. Klärung von FragenPlenumArbeitsblatt 1
10‘Bearbeitung Arbeitsblatt 2, Erteilung der Hausaufgabe (Arbeitsblatt 3, Versionen G, M, E),Einzel- bzw. Partnerarbeit,
Plenum
Arbeitsblatt 2, Arbeitsblatt 3
Vorstellen der Kreativ-Aufgabe (Arbeitsblatt 4)Arbeitsblatt 4

Methodische Erläuterungen

Am Stundenbeginn wird die Aufmerksamkeit der Klasse gebündelt. Die Frage nach dem beschriebenen Volk regt die Phantasie der Mädchen und Jungen altersgemäß an und motiviert zur Weiterarbeit. Anschließend wird das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler aktiviert. Erfahrungsgemäß bringen die Kinder zahlreiche Informationen aus medialer Vorerfahrung ein – ein wertvoller Ansatz zum darauf aufbauenden Lernen.
Das Arbeitsblatt zur inhaltlichen Erarbeitung ist so konzipiert, dass es durch Ankreuzen sehr flüssig bearbeitet werden kann. Damit wird gewährleistet, dass die Schülerinnen und Schüler gleichzeitig dem filmischen Geschehen problemlos folgen können. Um diesbezüglich ganz sicher zu gehen, sollte vorher Zeit zum Durchlesen gegeben werden, dann wird im Vorfeld klar, worauf während des Betrachtens des Films zu achten ist.
Das zweite Arbeitsblatt dient der Vertiefung und birgt wegen der Rätsel-Form einen hohen motivationalen Charakter.
Die Hausaufgabe wird differenziert erteilt. Die verschiedenen Leistungsstufen eröffnen den Lernenden die Möglichkeit, weder unter- noch überfordert zu werden. Denkbar ist, die Schülerinnen und Schüler selbst wählen zu lassen, welche Form der Zusammenfassung ihnen passend erscheint.
Einen zusätzlichen Anreiz bietet die Kreativ-Aufgabe. Die Mädchen und Jungen können sich mit einer der im Text genannten Figuren identifizieren und den Fortlauf der Geschichte nach eigenen Ideen ausgestalten.

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Woher kamen sie?

Als Erste kamen die Krieger: Schwer bewaffnete Reiter, die im dritten Jahrhundert nach Christus den römischen Limes überrannten. Ihnen folgten die Siedler. Und während das römische Imperium immer schwächer wurde, siedelten sich im Südwesten Deutschlands neue Völker an: die Sueben und Alamannen, die einst zwischen Oder und Elbe lebten.
Der Film erkundet die Gründe für den Limessturm und die anschließende Einwanderung der Germanen. In einem Experiment klären wir, wie die germanischen Krieger schwer bewaffnet, aber ohne Steigbügel reiten konnten.

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Wie siedelten sie?

Die Germanen waren Landmenschen, sie waren Selbstversorger, lebten recht einfach – im kompletten Gegensatz zu den Römern, deren ehemalige Gebiete sie besiedelt hatten. Die Natur war ihnen sehr wichtig, manche Orte verehrten sie als heilig. An den Thingstätten wurde über Krieg und Frieden beraten, über Streitfälle entschieden und auch die Anführer gewählt.
Warum die Germanen im Südwesten so einfach lebten und viele Errungenschaften der Römer ablehnten, darüber rätseln die Forscher bis heute. Vielleicht waren die Sueben und Alamannen ja einfach nur stur.
Der Film zeigt die sehr entgegengesetzte Lebensweise der Germanen zur Zivilisation der Römer: die einfache Bauweise ihrer Häuser, die kleinen Dörfer mit ihrer Selbstversorgung und die Selbstbestimmung der kleinen Herrschaftseinheiten.

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Wie kämpften und wie jagten sie?

Archäologische Ausgrabungen in Lauchheim auf der Schwäbischen Alb bringen es zutage: Wohl waren die Germanen gefürchtete Krieger, doch Pfeil und Bogen dienten noch einem anderen Zweck: der Jagd. Wie ein germanischer Bogen gefertigt wird – aus einem einzigen Stück Eibenholz – zeigt das Experiment.
Der Film zeigt auch, dass in Lauchheim vorwiegend eine bäuerliche Gesellschaft lebte, die ihre wenigen Fleischtage mit etwas Jagd aufbesserte. Und der eine oder andere glückliche Krieger brachte einen Hauch von Luxus ins Dorf, wenn er erfolgreich von einem Beutezug zurückkehrte. Aus den Ausgrabungen schließen die Forscher: Angenehm unspektakulär lebten unsere Vorfahren im Südwesten vor 1500 Jahren.

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Wie stylten sie sich?

Langes Haar war bei den Germanen das Vorrecht des freien Mannes. Sklaven wurden die Haare geschoren. Wenn die freie Germanenfrau einen Eid schwor, dann stolz auf ihren meist blonden Zopf. Und sie ging selten ungeschminkt aus dem Haus: Lippenrot, Lidschatten und Rouge waren weit verbreitet, das haben die Archäologen nachgewiesen.
Dass die Germanen im Südwesten reinlich waren, beweist unser Experiment. Aus feingesiebter Buchenholzasche und Ziegentalg stellen wir Seife her, „Seipfa“ wie sie selbst es nannten. Auch die Kleidung webten und färbten die Germanen im Südwesten selbst. Sie benutzten hauptsächlich Wolle und Leinen, liebten kräftige Farben und webten gern „vierbindige Gleichgradköper“. Wir alle tragen diese Stoffart heute noch: mit unserer Jeans!

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Wie ernährten sie sich?

Rind, Schwein, Schaf und Ziege standen auf dem Speisezettel der Germanen, aber auch Gerste und Linsen als Proteinersatz. Das haben Auswertungen von Funden in Siedlungen und Gräbern ergeben. Eigentlich eine ausgewogene Ernährung, so das Fazit einer Ernährungsberaterin. Dennoch litten die Alamannen an Mangelernährung. Der Film zeigt, was sie aßen und auch, was sie gerne tranken: Bier zum Beispiel, dessen Bestandteile heute genau bekannt sind und das experimentell nachgebraut wird: Das Alamannen-Bier ist das erste gehopfte Bier, so wie wir es heute kennen.

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Woran glaubten sie?

Der Glaube eines Volkes, das uns selbst kaum Schriftquellen hinterlassen hat, ist natürlich schwer zu rekonstruieren. Auch gibt es keine Tempel oder Kirchen, denn so viel weiß man: Die Germanen im Südwesten hatten eine ausgeprägte Naturreligion, verehrten Bäume, Flüsse, Quellen und auch Tiere. Die Bezeichnung der Wochentage geht vermutlich auf die germanische Götterwelt zurück.
Der Film beleuchtet anhand des „Sängergrabs von Trossingen“ die germanischen Bestattungsriten. In Experimenten werden Grabbeigaben nachgebaut: eine Leier und verschiedene Holzobjekte.

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Thomas Schmid