Collage Bannerbild (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Der Schwarzwald

Die Schwarzwaldbauern | Unterricht

STAND
Autor/in
Uli Schweiger

Bezug zum Bildungsplan

Die Einbindung des Filmes „Die Schwarzwaldbauern” in den Unterricht bietet die Möglichkeit, Zusammenhänge zwischen Klima, Vegetation und Nutzung einerseits aufzuzeigen sowie die früheren und heutigen schweren Lebensbedingungen der Schwarzwaldbauern andererseits vorzustellen.

Die Schülerinnen und Schüler lernen Zusammenhänge der landwirtschaftlichen Produktion und Lebensweise in ihrer Abhängigkeit von Naturfaktoren zu erklären – eine Fachkompetenz, die laut gymnasialem Bildungsplan in den unteren Klassenstufen gefordert wird.

Bauernhof mit Wohngebäude und Kapelle (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)
Der Ebenemooshof im Schwarzwald SWR – Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen
Martin Tritschler führt den Hof seiner Vorfahren SWR - Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen


Unter Zuhilfenahme der Arbeitsblätter werden darüber hinaus bedeutende geographische Methodenkompetenzen eingeübt: Basisinformationen aus Diagrammen werden erfasst und geographische Darstellungsmöglichkeiten wie Klimadiagramme selbst angefertigt und ausgewertet.

5 Männer und Frauen fahren Heu bergab. (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)
Historisches Bild: beschwerliche Feldarbeit von Hand SWR – Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen
3-D-Animation: Küche eines alten Bauernhofs SWR – Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen
3-D-Animation: Blick ins Dach eines alten Bauernhauses. SWR – Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen

Unterrichtsverlauf

Der Unterricht wurde in einer 5. Klasse Gymnasium durchgeführt. Mit der ersten Filmsequenz (00:00 – 03:00) zur Vorstellung des Themas und zum Abrufen vorhandener Vorkenntnisse bei den Schülern erfolgt der Unterrichtseinstieg. Ein kurzes Brainstorming folgt auf die Frage nach der Lebensweise der Schwarzwaldbauern: Eine Mindmap wird erstellt, welche die Überschrift sowie beispielsweise die heutigen vier Einkommensquellen eines Schwarzwaldbauern enthält.

Die Vorkenntnisse der Schüler werden so mit den neuen Informationen des Filmes verknüpft und Neugierde geweckt. Das schwere Leben dieser Bauern früher wie heute in der Abgeschiedenheit des Schwarzwaldes ist den Kindern augenblicklich bewusst. Auch die befremdend wirkende Bauweise eines Schwarzwaldhauses fällt auf.

Wie ein typisches Schwarzwaldhaus aufgebaut ist, wird durch die zweite Filmsequenz (04:36 – 06:34) verdeutlicht. Mit Hilfe des Arbeitsblattes 1 puzzeln die Schüler ein Schwarzwaldhaus und sichern so die neuen Erkenntnisse spielerisch. Die zweite Filmsequenz, die dritte Filmsequenz (06:34 – 08:28) und die Arbeitsblatter 2, 3 und 4 erklären, welchen Zweck diese andersartige Bauweise bis heute erfüllt: Die optimale Anpassung an die Landschaft, die Landwirtschaft und das Klima des Schwarzwaldes. Dieses raue Klima, aber auch die abgelegene Lage eines Schwarzwaldhofes zwangen zur Unabhängigkeit und zur Eigenversorgung – zur Subsistenzwirtschaft.

Die vierte Filmsequenz (08:28 – 13:17) definiert diesen geographischen Begriff. Die Definition und Beispiele hierzu werden an der Tafel festgehalten und ergänzen die Mindmap so im Unterrichtsverlauf.

Eine weitere wichtige Einnahmequelle neben der Landwirtschaft ist die Forstwirtschaft. Sie wird näher in der letzten Filmsequenz vorgestellt (03:01 – 04:36). Die Arbeitsblatter 5 und 6 vertiefen das Wissen über die Nutzung des Holzes und die Bedeutung des Waldes für den Schwarzwaldbauern.
In einer gemeinsamen, abschließenden Betrachtung des Tafelbildes können Begriffe wie Großfamilie und das Anerbenrecht ergänzt werden, da diese bereits durch die gezeigten Filmsequenzen vorgestellt wurden. Auch könnte noch kurz auf den Fremdenverkehr eingegangen werden, der de facto erst in der heutigen Zeit als Erwerbsquelle zu nennen ist.

Unterrichtsmaterial zum gesamten Schwerpunkt

Der Schwarzwald | Unterricht

Die Filme zur Schwarzwaldreihe bieten umfassende Einblicke in die Besiedlungsgeschichte, die Entwicklung und die Besonderheiten des Schwarzwaldes. Das Leben der Menschen und ihre Alltagskultur stehen im Vordergrund und machen die Reihe für Schülerinnen und Schüler anschaulich und spannend.

Alle Themen zum Schwerpunkt Der Schwarzwald

Pflanzen und Tiere im Schwarzwald

Der Schwarzwald – ein sagenumwobenes Mittelgebirge im Südwesten Deutschlands und Heimat für eine Vielzahl bemerkenswerter Bewohner: Der Luchs war im Schwarzwald komplett ausgerottet. Seit ein paar Jahren werden die Raubkatzen hin und wieder gesichtet. In Hochmoorregionen kämpfen Auerhähne um die Gunst der Weibchen. Das Landschaftsbild des Schwarzwalds wurde vom Menschen nachhaltig geprägt. Schon seit dem 15. Jahrhundert ist das Holz des Schwarzwalds ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Heute dominieren Fichten die Wälder, da sie in der Holzproduktion als besonders profitabel gelten. Tannen sind inzwischen weitaus seltener. Sechzig Jahre dauert es, bis aus einem winzigen Samen ein stattlicher Baum geworden ist. Und da die Samen bei Mäusen, Eichhörnchen und anderen Tieren als Nahrung sehr begehrt sind, wird längst nicht jeder Samen zum Baum.

Der Schwarzwald SWR Fernsehen

Die Waldarbeiter und Flößer

Vor 1100 Jahren war der Schwarzwald ein undurchdringlicher, fast menschenleerer Urwald. Die ersten Siedler waren christliche Missionare, die das Land im Auftrag adliger Grundherren urbar machten. Sie ließen zunächst den Wald roden, der ihnen den wichtigsten Rohstoff lieferte: Holz. Holz wurde für den Hausbau gebraucht, in den Bergwerken und auch als Brennmaterial in Form von Holzkohle. Die Waldarbeit zog viele Menschen in den Schwarzwald. Neue Berufszweige entstanden, wie der der „Flößer“: Sie banden die Baumstämme zum Transport zusammen und „verflößten“ sie auf den Flüssen bis nach Holland. Noch heute ist Holz eine der wichtigsten Einnahmequellen im Schwarzwald. Doch das Leben der Waldarbeiter hat sich grundlegend verändert.

Der Schwarzwald SWR Fernsehen

Die Köhler

Mit der Besiedlung des Schwarzwalds und dem Abbau der Bodenschätze wie Eisen, Silber und Kupfer kamen auch die Köhler in den Wald. Denn für die Verarbeitung von Eisenerz und die Verhüttung von Edelmetallen wurden Temperaturen benötigt, die mit der Verbrennung von Holz allein nicht zu erreichen waren: Das Holz musste zunächst verkohlt werden, um als Brennmaterial die nötige Hitze entwickeln zu können. Diese Arbeit erledigten die Köhler; sie führten ein ärmliches und einsames Leben tief in den Wäldern. Heute ist der Beruf des Köhlers fast ausgestorben.

Der Schwarzwald SWR Fernsehen

Die Bergleute und Glasbläser

Schon im Mittelalter entdeckten Menschen neben dem Holz auch die Schätze des Schwarzwaldes, die unter der Erde schlummerten: Eisenerz und Silber. Die Hoffnung auf Siedlungsraum und Arbeit zog mehr und mehr Menschen in den Schwarzwald. Auf der Suche nach dem silberhaltigen Bleiglanz arbeiteten viele von ihnen unter Tage, in den engen Stollen der Bergwerke. Silber war als Zahlungsmittel sehr begehrt und machte Klöster, Vögte und Kaufleute reich. Doch der Schwarzwald bot einen weiteren wichtigen Rohstoff: Quarzsand. Er wurde aus den Bächen gewonnen und zu „Waldglas“ verarbeitet. Viele Glasbläser verdienten sich im Schwarzwald ihren Lebensunterhalt; sogenannte „Glasträger“ trugen das berühmte Waldglas in die Welt.

Der Schwarzwald SWR Fernsehen

Die Schwarzwaldbauern

Im Mittelalter gründeten christliche Missionare die ersten Klöster im Schwarzwald und begannen, Land urbar zu machen; nach und nach siedelten sich auch Bauern an. In harter Arbeit verdienten sie ihren Lebensunterhalt mit Holz- und Landwirtschaft. Sie entwickelten den typischen Schwarzwaldhof, der ideal an Hanglage und Wetter angepasst ist. Ein solcher Hof ist auch der Ebenemooshof der Familie Tritschler. Die Familie lebt in der Hauptsache von der Forstwirtschaft.
Der Film zeigt die Arbeit auf einem Schwarzwaldhof früher und heute und veranschaulicht den Aufbau eines typischen Schwarzwaldhauses in einer 3D-Animation.

Der Schwarzwald SWR Fernsehen

Die Uhrmacher

Sie ist ein typisches Mitbringsel und auf der ganzen Welt bekannt: die Schwarzwälder Kuckucksuhr. Doch Uhren aus dem Schwarzwald gab es schon fast hundert Jahre bevor die Kuckucksuhr erfunden wurde. An langen Winterabenden stellten Bauern und deren Söhne und Knechte hölzerne Uhren her – ein Nebenverdienst, der für einige zum Beruf wurde und im Schwarzwald schließlich einen neuen Industriezweig begründete: die Uhrenproduktion. Sie erlebte Ende des 19. Jahrhunderts ihre Blütezeit mit der Einführung der Akkord- und Fließbandarbeit. Unangefochtener Exportschlager war und ist die Kuckucksuhr.

Der Schwarzwald SWR Fernsehen

Die Touristen

Seit mehr als 150 Jahren ist der Schwarzwald ein beliebtes Reiseziel. Ob beim Baden am Titisee, beim Wandern in den Wäldern oder beim Wintersport auf dem Feldberg - Touristen aus aller Welt suchen dort Erholung und Vergnügen. Einer der ersten, die sich das zu Nutzen machten, war der Naturliebhaber Franz-Otto Eigler aus Freiburg. Er eröffnete Mitte des 19. Jahrhunderts den ersten Gasthof am Titisee. Doch noch war die Reise in den Schwarzwald beschwerlich. Mit der Eröffnung der Höllentalbahn von Freiburg nach Neustadt 1882 erlebte der Tourismus einen großen Schub. Und die Erfindung der Skier als Freizeit- und Sportgerät und der Bau des ersten Skilifts brachte auch im Winter immer mehr Gäste. Heute ist der Wintersport nicht mehr aus dem Schwarzwald wegzudenken. Aber die Entwicklung steht nicht still: Ein neuer Trend ist der Fahrradtourismus mit dem E-Bike.

Der Schwarzwald SWR Fernsehen

STAND
Autor/in
Uli Schweiger