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Einsatz im Unterricht: Kleine Helden – To/Jafer


Themen
• Schulweg
• Verkehr
• Straße

Fach
• Sachunterricht

Klassenstufen
• ab Klasse 1, Grundschule

  • Portraitbild Jafer. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Jafer lebt im Irak und will unbedingt die Schulausbildung fertig machen (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Portraitbild To. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) To lebt in Laos und hat einen sehr weiten Schulweg (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Jafer läuft durch die Wüste. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Jafers Schulweg führt teilweise durch eine Wüste (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Zwei Jungen in Schuluniform steigen in ein flaches Boot. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Den ersten Teil des Schulwegs fahren To und sein Freund mit dem Boot (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Lehrplanbezüge

Der Einsatz der Sendung „Kleine Helden“ lässt sich im Fach Sachunterricht einordnen. Während der Schwerpunkt sichtlich im Bereich „Ich und andere“ beziehungsweise der „Unterschiedlichkeit von Räumen und Lebenswelten“ liegt, können darüber hinaus auch Aspekte der Verkehrserziehung mit in die Unterrichtseinheit zum Film einfließen.

Baden-Württemberg
Dem Bildungsplan für den Sachunterricht der Grundschule kann man unter anderem folgende Kompetenzen, Inhalte und Denkanstöße entnehmen (Bildungsplan 2016):

Demokratie und Gesellschaft
Die Schüler*innen „können Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Formen des Zusammenlebens beschreiben, vergleichen und in Beziehung zum eigenen Leben setzen. Sie respektieren gesellschaftliche Vielfalt und ziehen daraus Konsequenzen für ihre eigene Lebensgestaltung.“ (Bildungsplan 2016, S. 6)

„3.2.1.3 Kultur und Vielfalt
Die Schüler*innen nehmen die Vielfalt und Unterschiedlichkeit von Räumen und Lebenswelten wahr (zum Beispiel hinsichtlich Wohnsituation, Essen, Schule, Freizeit, Sprache, klimatischen Bedingungen, sozialen Beziehungen, wirtschaftlichen Voraussetzungen). Sie stellen Vergleiche an und setzen ihre eigene Lebenswelt damit in Beziehung. Die Schüler*innen können gesellschaftliche Vielfalt tolerieren und daraus Konsequenzen für ihr eigenes Leben ableiten.

Teilkompetenzen
Die Schüler*innen können
(1) Lebenswelten von Kindern in Deutschland und in anderen Regionen der Erde geographisch verorten, beschreiben und mit dem eigenen Leben vergleichen
(2) Unterschiede und Gemeinsamkeiten innerhalb und zwischen verschiedenen Kulturen erkennen und respektieren (im Hinblick auf Lebensstile, Bräuche, Wertorientierungen)
(BP SU 2016, S. 35)

Raum und Mobilität
Sie können situationsgerecht, rücksichtsvoll und sicherheitsorientiert am Verkehr teilnehmen. (BP SU 2016, S. 7)

3.1.4.1 Orientierung im Raum
Ausgehend von ihren Alltagserfahrungen können die Schüler*innen sich in persönlich bedeutsamen und überschaubaren räumlichen Situationen zurechtfinden. Dabei betrachten sie räumliche Situationen zunehmend aus verschiedenen Blickwinkeln.
1) die räumliche Lage von Gegenständen und Personen sowie Wegverläufe und Orientierungspunkte in ausgewählten vertrauten Orten beschreiben und bildlich festhalten (zum Beispiel im Klassenzimmer, auf dem Schulweg, auf dem Schulgelände) (BP SU 2016, S. 26)

3.2.4 Raum und Mobilität
3.2.4.1 Orientierung im Raum
Teilkompetenzen
Die Schüler*innen können
(1) räumliche Situationen (zum Beispiel Lage, Wegverläufe, natur- und kulturräumliche Aspekte) beschreiben, bildlich festhalten (zum Beispiel mental maps zum Wohnort, zu Baden-Württemberg, zu Deutschland, zu Europa, zur Welt) und die Ergebnisse mit Darstellungen auf Karten vergleichen (BP SU 2016, S. 49)

3.2.4.2 Mobilität und Verkehr
Die Schüler*innen können
- „verkehrsgerecht, rücksichtsvoll und sicherheitsorientiert am Verkehr teilnehmen.“
- (3) Verkehrsmittel hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile miteinander vergleichen (zum Beispiel bezüglich ihrer Umweltverträglichkeit, Zeitersparnis, Flexibilität) (BP SU 2016, S. 51)

  • Eselskarren auf einer Straße, im Vordergrund eine Ziegenherde. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Jafer und sein Schulfreund fahren ein Stück auf dem Eselskarren (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Im Bus: Fahrgäste halten sich die Hände vor Mund und Nase. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) To‘s Weg führt durch ein Gebiet, in dem es Brandrodungen gibt (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Rheinland-Pfalz
Im II. Erfahrungsbereich „Ich und andere“ des aktuellen Teilrahmenplans für den Sachunterricht der Grundschule befassen sich die Schüler*innen näher mit der „Perspektive Gesellschaft“. „Im Sachunterricht werden mit dieser Perspektive Kompetenzen für die zunehmend reflektierte und bewusste Gestaltung sozialer Beziehungen grundgelegt und entwickelt:

1. Gemeinsame und unterschiedliche Interessen, Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle von Menschen erkennen […]
2. Sich in die Rolle und in die Situation anderer Menschen hineinversetzen, um zu versuchen deren Handlungen, Vorstellungen, Ansichten und Gefühle besser zu verstehen
3. Einflüsse der Umwelt, wie Elternhaus, Freunde, Mode und Medien, auf die eigene Entwicklung und auf die Entwicklung anderer berücksichtigen“

(Teilrahmenplan Sachunterricht Grundschule, S. 11)

Saarland
Im Kernlehrplan Sachunterricht der Grundschule von 2010 ist sowohl in den Klassen 1/2 als auch 3/4 der „Themenkomplex 4: Individuum, Gruppe und Gesellschaft“ vorgesehen, welcher unter anderem folgende verbindliche Themen und Inhalte benennt:
- Schulwegplan: zeichnerische Darstellung (S.21)
- Verkehrserziehung (S.31 und 39)
- verschiedenartige Kulturen: Alltagsleben, Feste, Bräuche und Spiele in anderen Ländern: Tagesabläufe, Wohnsituationen, Familienstrukturen Wirtschaftsweisen von Kindern in anderen Ländern (S.38)

Unterrichtsablauf/Methodische Erläuterungen

Die Aufgaben und Inhalte sind für die 4. Klasse konzipiert, können je nach Leistungsstand der Klasse aber auch bereits ab Klasse 3 eingesetzt werden.
Vorab sollte das Orientieren in der Stadt, das Lesen von Stadtplänen sowie das Beschreiben von Wegen behandelt und geübt werden.

Für die Unterrichtssequenz mit dem Einsatz der Sendung „Kleine Helden (4: Jafer/To)“ sollten circa drei Unterrichtsstunden eingeplant werden.

I. Einstieg
Zum Einstieg beschreibt die Lehrkraft den Weg zur Schule auf dem Stadtplan von Materialblatt 1. Der Stadtplan sollte den Schüler*innen während der mündlichen Wegbeschreibung durch die Lehrkraft vorliegen (zum Beispiel als Kopie oder auf OHP-Folie). Mit den Augen verfolgen sie den Weg der Lehrkraft und benennen dann das Gebäude („Schule“), das sie am Ende der Wegbeschreibung erreichen. Anschließend wird das Thema der Unterrichtssequenz – „Schulwege“ – genannt.

Tipp: Der gezeichnete Plan von Materialblatt 1 kann auch durch den Ausschnitt des „echten“ örtlichen Stadtplans und einer entsprechend angepassten Wegbeschreibung zu einer Schule ersetzt werden. Gerade im dörflichen Bereich werden die Kinder ihren Wohnort wahrscheinlich gleich erkennen und somit fällt ihnen die kommende Aufgabe sicher leichter.

Der Einstieg in Rätselform soll in erster Linie das Stundenthema spielerisch offenbaren sowie die Kinder neugierig machen auf das Thema und sie somit motivieren.

II. Erarbeitungsphase
Anhand von Materialblatt 2 wird im Plenum das Thema Wegbeschreibung wiederholt, anschließend bearbeiten die Schüler*innen Arbeitsblatt 1. Hier sollen sie eine Skizze sowie eine schriftliche Wegbeschreibung von ihrem eigenen Schulweg anfertigen.

Tipp: Alternativ können je nach Lernstand der Gruppe auch Ausschnitte von Stadtplänen oder Karten im Internet (beispielsweise www.openstreetmap.de) statt einer eigenen Skizze oder zumindest als Vorlage für die eigene Skizze verwendet werden.

Durch diese Aufgaben üben und wiederholen die Schüler*innen nicht nur das Thema Wegbeschreibung. Sie machen sich ihren eigenen Schulweg mit den möglichen Gefahren/Hindernissen/schwierigen Stellen bewusst. Das schärft ihren Blick für die Schwierigkeiten, mit denen die „Kleinen Helden“ – To aus Laos und Jafer aus dem Irak –konfrontiert sind.
Bevor jedoch der Film gezeigt wird, sollten einige Schüler*innen ihre Schulwege im Plenum vorstellen, besprechen und vergleichen.

III. Erarbeitungsphase mit Kontrolle
Während die Schulwege der Kinder in der Klasse sich wohl relativ ähnlich sein werden, weichen die Schulwege der beiden Kinder aus dem Film deutlich davon ab. Bereits während des Anschauens werden die Schüler*innen wohl sehr staunen über die besonderen Schulwege, die dort gezeigt werden. Daher ist es wichtig, dass die Schüler*innen sich direkt im Anschluss an den Film frei dazu äußern dürfen. Die ersten Eindrücke, die genannt werden, können auch stichpunktartig an der Tafel festgehalten werden.

Um die lose Gedankensammlung zu strukturieren und zu vertiefen, werden im Anschluss die Arbeitsblätter 2 und 3 und/oder Arbeitsblatt 4 bearbeitet.
Die Arbeitsblätter dienen dazu, den Inhalt des Filmes noch einmal zu wiederholen und zu festigen; sie eignen sich für eine Kleingruppen- oder Partnerarbeit. Arbeitsblatt 4 kann für eine stärkere Lerngruppe eingesetzt werden oder aber im Anschluss an die Arbeitsblätter 2 und 3 als Vertiefung/Wiederholung, zum Beispiel als Hausaufgabe. Sollen die Schulwege der beiden Jungen vergleichbar gemacht werden, bietet es sich an, die Schüler*innen in Gruppen aufzuteilen. Sie widmen sich beim Ausfüllen der Tabelle auf Arbeitsblatt 4 jeweils einem der beiden Jungen und tauschen sich anschließend entsprechend mit den anderen Gruppen aus, um die Wege zu vergleichen. Ansonsten kann dieses Arbeitsblatt auch zwei Mal kopiert und für beide Jungen ausgefüllt werden.

Das Besprechen und Kontrollieren der Arbeitsergebnisse sollte dann wieder im Plenum stattfinden, um sicherzustellen, dass die wesentlichen Inhalte korrekt erfasst sind. Das Lösungsblatt zu Arbeitsblatt 3 kann auch zur Selbstkontrolle zur Verfügung gestellt werden.

Nach dem Vergleich der Schulwege von To und Jafer sollten diese auch unbedingt mit den eigenen Schulwegen verglichen werden. Übungstipp: Die Schulwege der beiden Jungen schriftlich festhalten – in Form einer Wegbeschreibung, gegebenenfalls mit Skizze.

IV. Weiterführende (Haus-)Aufgaben
Die Gefahren/Hürden/schwierigen Stellen oder Situationen auf den Schulwegen der beiden Jungen machen sich die Schüler*innen bei der Bearbeitung der Aufgaben von Arbeitsblatt 5 noch einmal mehr bewusst. Hier sollen sie kreativ werden und sich etwas überlegen, was den Schulweg der Jungen erleichtern könnte. Das kann ein (selbst entworfenes) Fahrzeug sein oder ein Hilfsmittel, um beispielsweise das Essen besser transportieren zu können oder ein Gegenstand, der den Weg kurzweiliger macht.
Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Schön ist es, wenn die Schüler*innen die Sache nicht nur auf Papier bringen, sondern vielleicht auch im Kunstunterricht basteln oder im Werkunterricht bauen können (gegebenenfalls Modellgröße). Anhand dessen können sie sich lösungsorientiert mit dem im Film Gezeigten auseinandersetzen.

Während Arbeitsblatt 6 das Thema Verkehrserziehung für mögliche darauffolgende Unterrichtssequenzen anschneidet, können die Schüler*innen sich auch hier kreativ betätigen, indem sie neue, eigene Verkehrszeichen für die Schulwege von To und Jafer entwerfen und skizzieren.

Tipp: Es natürlich auch möglich die Schüler*innen die Aufgaben selbst wählen zu lassen.
Für eine Präsentation der Ergebnisse eignet sich insbesondere die Methode „Wandzeitung“: Die Ergebnisse werden nebeneinander aufgehängt und können beim Betrachten direkt miteinander verglichen werden sowie als Anreiz für weiterführende Ideen fungieren.

Tabellarischer Unterrichtsverlauf

Phase und Zeit Inhalt Sozialform Medien
Einstieg
5‘
Stadtplan-Rätsel Plenum Materialblatt 1 auf OHP-Folie kopiert oder anderweitig visuell zugänglich gemacht
Erarbeitungsphase I
30‘
Wiederholung des Themas Wegbeschreibung anhand von Materialblatt 2 und Bearbeitung von Arbeitsblatt 1

Vorstellen der Ergebnisse
Plenum


Einzelarbeit

Plenum
Materialblatt 2 auf OHP-Folie kopiert oder anderweitig visuell zugänglich
Arbeitsblatt 1
Erarbeitungsphase II mit Kontrolle
mind. 45‘
Überleitung zum Film, Ansehen des Filmes

Bearbeitung der Arbeitsblätter 2 und 3 und/oder Arbeitsblatt 4 (zusätzlich oder alternativ zu Arbeitsblatt 2 und 3)

Besprechen der Ergebnisse
Partner- oder Kleingruppenarbeit






Plenum
Arbeitsblätter 2 und 3 und/oder Arbeitsblatt 4





ggf. Lösungsblatt zu Arbeitsblatt 3
Weiterführende (Haus-)Aufgaben
mind. 20‘ je Arbeitsblatt

Ergebnispräsentation ca. 35‘
Bearbeitung der Arbeitsblätter 5 und 6 als Hausaufgabe oder Differenzierung für schnelle Schüler*innen

Vorstellen der Ergebnisse in Form einer Wandzeitung sowie Diskussion/Austausch darüber
Einzel-/Partnerarbeit




Plenum
Arbeitsblatt 5
Arbeitsblatt 6



Wandzeitung