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Hintergrund: Das Reptil im Mensch

Die Reptilien entwickelten sich aus den Amphibien und traten vor etwa 300 Millionen Jahren, im Zeitalter des Karbon, auf. Sie sind die ersten Wirbeltiere, denen die Besiedlung des Festlandes vollständig gelang. Im Erdmittelalter (Mesozoikum) besetzten sie die unterschiedlichsten Ökosysteme in einer beachtlichen Artenvielfalt: Neben Schildkröten und Krokodilen, Eidechsen und Schlangen, die sich in Aussehen und Lebensweise zum Teil bis heute kaum verändert haben, eroberten sie zudem als Flugsaurier die Luft oder kehrten als Fischsaurier zurück ins Wasser. Auch die berühmt-berüchtigten Dinosaurier sind Reptilien. Der Name „Reptil“ stammt aus dem lateinischen "repere" und bedeutet "kriechen". Typische Kennzeichen der Kriechtiere sind eine mit Schuppen besetzte Haut, ein Schwanz und vier Beine, die sich jedoch u.a. bei Schlangen wieder zurückgebildet haben. Alle Reptilien atmen über Lungen. Es sind wechselwarme Tiere, deren Körpertemperatur abhängig von der Umwelt ist. Durch bestimmte Verhaltensweisen, wie beispielsweise das Sonnenbaden, kann sie jedoch beeinflusst werden.

(Quelle: Peter Andreas Schmidt)

Grüner Leguan - Reptilien sind vom Wasser unabhängig

Reif für das Landleben

Die meisten Reptilien legen Eier, (einige wenige Arten, wie z.B. die Blindschleichen, gebären lebende Nachkommen). Im Gegensatz zu ihren amphibisch lebenden Verwandten müssen Reptilien ihre Eier nicht ins Wasser ablegen, um sich fortzupflanzen. Damit die Eier an Land nicht austrocknen oder anderweitig beschädigt werden, haben sie entweder eine harte oder eine lederartige, weiche Schale, die zugleich durchlässig für den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid ist. Die Eischale besteht aus Kalziumcarbonat und einer proteinhaltigen Unterschicht. Unter der Schale befindet sich das Amnion, eine dünne, durchsichtige Membran, die einen mit Flüssigkeit gefüllten Hohlkörper umgibt, in dem der Embryo geschützt heranwächst. Im Ei ist ein hoher Dottervorrat. Er enthält wichtige Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe, um den heranwachsenden Embryo zu versorgen. Kriechtiere entwickeln sich direkt, ohne - wie etwa die Amphibien oder Fische - ein Larvenstadium zu durchlaufen. Alle Landwirbeltiere, die zur Embryonalentwicklung ein Amnion ausbilden, werden als Amnioten (Amniota) bezeichnet, dazu gehören neben den Reptilien die Vögel und Säugetiere. Auch der menschliche Embryo schwimmt während seiner gesamten Entwicklung in einer mit Fruchtwasser gefüllten Hülle, der Amnionhöhle, die ihn vor Austrocknung und Stößen schützt.

Ein Stoff gegen Austrocknung

Ein weiteres Erfolgsrezept der Reptilien für ein dauerhaftes Leben auf dem Trockenen basiert auf einem Protein, dem Keratin. Diese feste und zugleich elastische Substanz ist in der schuppigen Haut der Kriechtiere zu finden. Der Wasser abweisende Baustoff schützt vor Austrocknung und Verletzungen. Die verhornte Haut der Echsen und Schlangen wächst nicht mit, sie müssen sich immer wieder häuten. Bei Schildkröten und Krokodilen bilden die Schuppen große, schützende Platten aus, die zeitlebens mitwachsen. Keratine sind u.a. auch in Krallen, Vogelfedern, Hörnern und Haaren der Säugetiere zu finden. Fingernägel, Haut und Haare des Menschen bestehen ebenfalls aus dem Hornstoff. Die menschliche Oberhaut etwa enthält Keratinozyten, Hornzellen, die das Keratin produzieren und die Haut damit widerstandsfähig machen. Die verhornten Zellen schieben sich mit der Zeit immer weiter nach oben, wo sie dann absterben: Etwa alle 27 Tage stößt der Mensch eine Generation von Hornschuppen ab, er „häutet“ sich.

Ein großer Schritt nach vorn

Die frühen Kriechtiere machten ihrem Namen alle Ehre, ihre Anatomie erlaubte ihnen nur eine kriechende Bewegung. Ähnlich wie bei den heute lebenden Eidechsen besaßen sie seitlich abstehende Beine und konnten beim Laufen ihren Körper nicht oder nur kaum vom Boden abheben. Im Laufe der Evolution verbesserte sich schrittweise, durch den Umbau der Beinstellung, die Gangart. Zur fortschrittlichsten Reptiliengruppe gehören die Therapsiden, die früher auch als „säugetierähnliche Reptilien“ bezeichnet wurden. Unter ihnen sind die Vorfahren der Säugetiere zu finden. Sie standen auf kräftigen Beinen, die sich senkrecht unter dem Rumpf befanden, so dass sie ihr Körpergewicht nicht erst hochstemmen mussten, um sich fortzubewegen. Diese Entwicklung sparte Energie und ließ die Tiere schneller und weiter laufen. Ein anderer Schwachpunkt des Körperbaus, der bislang ein flinkes Fortkommen verhindert hatte, löste sich bei den Therapsiden buchstäblich in Luft auf: Während die vor den Hinterbeinen sitzenden Rippen ihrer Vorfahren bei der Vorwärtsbewegung noch gestaucht wurden und störten, verschwanden bei dieser erfolgreichen Gruppe allmählich die Rippen im unteren Bauchraum. Das menschliche Skelett hat diese verbesserte Architektur übernommen: auch wir haben heute weder Rippen vor dem Magen noch im unteren Rücken, der Lendenregion.