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Ich kenne ein Tier

Wolf | Unterricht

STAND
Autor/in
Catarina Volkert


Themen
• Vorurteile
• Toleranz
• Rollenbilder

Fächer
• Sachunterricht
• MeNuK
• Religion

Klassenstufen
• Klasse 1-4

Wolf und Schwan im Wald : Der Wolf zeigt Zähne. (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)
Furchteinflößend und gefährlich – so sieht die verbreitete Vorstellung von einem Wolf aus SWR – Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen
Wenn keiner guckt, wird dieser Wolf gleich freundlicher SWR – Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen

Lehrplanbezüge

Der Einsatz der Sendung „Ich kenne ein Tier – Wolf“ lässt sich im Fach Sachunterricht beziehungsweise im Fächerverbund MeNuK der Grundschule einordnen.

Baden-Württemberg

Den aktuellen Bildungsplänen kann man unter anderem folgende Leitgedanken, Kompetenzen, Ziele und Inhalte entnehmen:
MeNuK: ICH – DU – WIR: ZUSAMMEN LEBEN, MITEINANDER GESTALTEN, VONEINANDER LERNEN
- „Menschen unterscheiden sich durch die Gestaltung ihres Äußeren, körperliche Ausdrucksformen, Gewohnheiten, Vorlieben und Interessen“ (BP GS MeNuK 2004, S. 100)
- „Mädchendinge/Jungendinge“ (BP GS MeNuK 2004, S. 100)
- gegenüber anderen Menschen in ihrer Verschiedenartigkeit Verständnis und Toleranz entwickeln; (BP GS MeNuK 2004, S. 104)

Rheinland-Pfalz

Der aktuelle Teilrahmenplan für den Sachunterricht der Grundschule führt auf Seite 21 und 22 in den Erfahrungsbereichen „Natürliche Phänomene und Gegebenheiten – Perspektive Natur“ und „Ich und Andere – Perspektive Gesellschaft“ an:
- „Jungen und Mädchen in ihrer Verschiedenheit erkennen und respektieren“ (u.a. Rollenverhalten).
- „Sich eigener Einstellungen, Verhaltensweisen und Interessen bewusst werden und Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen wahrnehmen.“
- „Sich mit unterschiedlichen Interessen, Denkweisen und Zukunftsentwürfen von Mädchen und Jungen respektvoll auseinandersetzen.“

Saarland

Der aktuelle Kernlehrplan der Grundschule sieht im Sachunterricht der Klassen 3 und 4 im Themenkomplex „Mensch, Tier und Pflanze“ vor, dass die Schülerinnen und Schüler „Geschlechterrollen differenziert wahrnehmen und zunehmend reflektieren“ sowie „Jungen und Mädchen in ihrer Verschiedenheit kennen und respektieren“ (S. 24). Ebenso werden als konkrete Inhalte „Aussehen und Gewohnheiten von Mädchen – Jungen und Frauen – Männer“ innerhalb des Themenkomplexes „Rollenzuschreibungen und Vorurteile“ (S.25) genannt.

Unterrichtsablauf / Methodische Erläuterungen

Zeitaufwand für die Unterrichtssequenz: zwei Doppelstunden

Wolf mit rosa Tutu. (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)
Jetzt noch schnell das Tutu anziehen... SWR – Screenshot aus der Sendung

ERSTE DOPPELSTUNDE

Einstieg

Die Unterrichtssequenz beginnt mit einem kleinen Ratespiel. Hierzu wird die Klasse (je nach Klassengröße) in drei bis vier Großgruppen (zu je 5 bis 8 Schülern) eingeteilt. Eine Gruppe beginnt. Sie erhält ein Tier mithilfe der vorbereiteten Karten des Materialblattes vorgegeben und soll dieses (mit Worten, ohne Tierlaute nachzuahmen) möglichst genau beschreiben. Jede Gruppe beginnt mit dem Satz: „Wir kennen ein Tier, das …“ Sobald eine andere Gruppe das Tier erraten hat, ist sie an der Reihe.

Dieser spielerische Einstieg motiviert die Schülerinnen und Schüler und weckt deren Aufmerksamkeit. Ohne es zu bemerken stecken sie schon mitten im Thema „Rollenbilder/Stereotype/Vorurteile“, wenn sie die Tiere mit ihren typischen Eigenschaften beschreiben.

Hinweis: Die auf dem Materialblatt genannten Tiere können um weitere Tiere ergänzt werden. Ausgewählt wurden hier Tiere, die den Schülerinnen und Schülern teilweise aus Märchen und Fabeln (und somit auch mit ihren typischen Eigenschaften) bereits bekannt sein könnten.

Erarbeitungsphase I

Nach dem Einstiegsspiel bearbeiten die Schülerinnen und Schüler Arbeitsblatt 1 in Einzelarbeit. Hier geben sie die optischen Merkmale der ausgewählten Tiere in Form einer Zeichnung wieder und ordnen den Tieren vorgegebene (und eigene) Eigenschaften zu. Somit rücken zwei der Tiere aus dem Ratespiel in den Fokus und es wird das vertieft, was im Ratespiel bereits angedeutet wurde: Die mit den Tieren verknüpften (menschlichen) Eigenschaften und unsere „Erwartungen“ an oder gar Vorurteile gegenüber diese(n) Tiere(n).

Wichtig: Die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler sollen (noch) nicht besprochen und verglichen werden, damit die Aufgabe auf Arbeitsblatt 2 von den Schülerinnen und Schülern möglichst unbeeinflusst gelöst wird.

Wolf im rosa Tutu tanzt. (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)
Das ungewöhnliche Schauspiel beginnt: Der Wolf tanzt Schwanensee SWR – Screenshot aus der Sendung

Arbeitsblatt 2 kann direkt im Anschluss bearbeitet werden: Die Schülerinnen und Schüler sollen eine Reizwortgeschichte schreiben. Es ist egal, in welcher Reihenfolge sie die vorgegebenen Wörter verwenden. Wichtig ist jedoch, dass diese Wörter eine zentrale Rolle in der Geschichte spielen und nicht nur am Rande vorkommen! Da es bei dieser Aufgabe hinsichtlich des Themas „Rollenbilder/Stereotype/Vorurteile“ vor allem auf die inhaltlichen Aspekte ankommt, sollten formale Aspekte zumindest während des (ersten) Schreibens vernachlässigt werden. Zunächst einmal ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler eine interessante und spannende Geschichte erfinden. Die Überarbeitung sollte an anderer Stelle innerhalb des Deutschunterrichtes stattfinden, um nicht zu sehr vom Thema abzukommen.

Schwan pickt am Tutu. (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)
Jetzt bloß nicht provozieren lassen – auch nicht vom frechen Schwan SWR – Screenshot aus der Sendung

Präsentationsphase

Einige Schülerinnen und Schüler können ihre Ergebnisse der Klasse vorstellen. Anschließend sollte Zeit sein für Rückmeldungen und ein kurzes Gespräch über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Geschichten. Die Lehrkraft kann gegebenenfalls schon auf gewisse Stereotype und Vorurteile hinweisen. Erfahrungsgemäß sind dem Wolf in den Geschichten die typischen Eigenschaften (böse, stark, gierig, usw.) zugeordnet. Viele der Schülerinnen und Schüler nutzen das Reizwort „Überraschung“ dazu, den Wolf am Ende ganz zahm und lieb erscheinen zu lassen. In beiden Fällen jedoch verwenden sie die oben genannten Stereotype.

Abschluss der ersten Doppelstunde

Arbeitsblatt 3 soll zum Film hinführen und kann im Anschluss an die Präsentation der Geschichten ausgeteilt werden. Zunächst sollen die Schülerinnen und Schüler in Einzel- oder Partnerarbeit notieren, was die beiden abgebildeten Tiere denken und fühlen. Dies ist besonders wichtig, da der Film ohne Sprache/Dialoge auskommt und die Schülerinnen und Schüler sehr genau auf die Mimik und Gestik der Tiere achten müssen. Diese Aufgabe können sie anhand des Arbeitsblattes vorab „üben“.

Um den Überraschungseffekt der Filmhandlung zu verstärken soll die Klasse gemeinsam überlegen, wie die Begegnung zwischen Schwan und Wolf weitergehen könnte. Es ist anzunehmen, dass die Ideen sich weiterhin der bisherigen Vorurteile bedienen.

Hausaufgabe

Bei der Hausaufgabe (Arbeitsblatt 4a) sollen sich die Schülerinnen und Schüler die Handlung des Filmes noch einmal bewusst machen, indem sie die Bilder in die richtige Reihenfolge bringen und zu jedem Bild die Gedanken und/oder Gefühle der Tiere notieren. Arbeitsblatt 4b (mit vorgefertigten Denkblasen) dient als Hilfestellung für die schwächeren Schülerinnen und Schüler, es kann, muss aber nicht jedem ausgeteilt werden.

ZWEITE DOPPELSTUNDE

Wiedereinstieg/kurze Wiederholung

Zu Beginn der zweiten Doppelstunde können einige Schülerinnen und Schüler ihre Hausaufgaben vorstellen, welche dann im Plenum verglichen und besprochen werden können. Im nächsten Schritt soll eine Wiederholung mit Hilfe von Arbeitsblatt 5 stattfinden. Insbesondere die Frage nach dem Überraschungseffekt bei einem evtl. Rollentausch der beiden Tiere sollte im Plenum diskutiert werden, um die Stereotypen nochmals hervorzuheben.

Erarbeitungsphase II/Transfer

Anschließend bearbeiten die Schülerinnen und Schüler nacheinander die Arbeitsblätter 6 bis 8. Hier sollen sie sich mit den Rollenbildern, Stereotypen und Vorurteilen gegenüber Mädchen und Jungen auseinandersetzen bzw. sich deren bewusst werden. Gleichzeitig üben sie sich darin ihre Meinungen zu begründen.

Tipp: Anhand der gemeinsam erstellten Tabelle von Arbeitsblatt 7 lässt sich ein nettes „Spiel“ machen: Freiwillige Mädchen und Jungen stellen sich an einer Linie im Klassenzimmer oder Flur nebeneinander auf. Die Lehrkraft liest nun zu jedem Bereich die Stereotypen vor, die die Klasse gemeinsam bestimmt hat. Trifft eine Aussage auf das/den Mädchen/Jungen zu, geht diese/r einen Schritt nach vorne, trifft die Aussage nicht zu, geht sie/er einen Schritt zurück. Das typischste Mädchen beziehungsweise den typischsten Jungen der Klasse erkennt man daran, dass diese/r ganz vorne ist.

Abschluss

Abschließend befassen sich die Schülerinnen und Schüler mithilfe von Arbeitsblatt 9 damit was Vorurteile sind und wie sie damit umgehen beziehungsweise diese überwinden können. Nachdem die Schülerinnen und Schüler das „Rätsel“ im oberen Teil in Einzel- oder Partnerarbeit gelöst haben, ist es wichtig den Begriff „Toleranz“ zusammen mit der Lehrkraft zu definieren und die auf dem Arbeitsblatt genannten Fragestellungen zu diskutieren. Auf diese Weise können die Schülerinnen und Schüler Strategien entwickeln, Vorurteilen richtig zu begegnen.

Tabellarischer Unterrichtsverlauf: Erste Doppelstunde
Phase und ZeitInhaltSozialformMedien
Einstieg 15‘Ratespiel „Wir kennen ein Tier“Plenum in GroßgruppenMaterialblatt
Erarbeitungsphase I 40‘Bearbeitung der Arbeitsblätter 1 (ca. 10‘) und 2 (ca. 30)EinzelarbeitArbeitsblatt 1 und 2
Präsentationsphase 20‘Vorstellen der Ergebnisse mit ZusammenfassungPlenumArbeitsblatt 1 und 2
Abschluss der ersten Doppelstunde 15‘Bearbeitung des Arbeitsblattes 3, Ansehen des Filmes, kurzes GesprächEinzelarbeit PlenumArbeitsblatt 3 Film
HausaufgabeBearbeitung des Arbeitsblattes 4a, ggf. mit Hilfe von Arbeitsblatt 4bEinzelarbeitArbeitsblatt 4a und ggf. 4b, DIN A3 Blatt
Tabellarischer Unterrichtsverlauf: Zweite Doppelstunde
Phase und ZeitInhaltSozialformMedien
Wiedereinstieg/ kurze Wiederholung 20‘Vorstellen der Hausaufgabe Bearbeitung des Arbeitsblattes 5Plenum Einzel- und PartnerarbeitPlakat von der Hausaufgabe Arbeitsblatt 5
Erarbeitungsphase II/ Transfer 50‘Bearbeitung der Arbeitsblätter 6 bis 8Einzelarbeit PlenumArbeitsblätter 6 bis 8
Abschluss 20‘Bearbeitung Arbeitsblatt 9 AbschlussgesprächEinzel- oder Partnerarbeit PlenumArbeitsblatt 9

Lösungen Arbeitsblätter

Die Arbeitsblätter sind so konzipiert, dass die Schülerinnen und Schüler individuelle Lösungen finden können. Richtig begründet sind somit alle Lösungen „richtig“ beziehungsweise gültig.

Arbeitsblatt 9 – Lösungswort: TOLERANZ

Unterrichtsmaterial zum gesamten Schwerpunkt

Ich kenne ein Tier | Unterricht

Kinder ab vier Jahren, Kindertagesstätten, Grundschule, Sekundarstufe I, Aus- und Fortbildungen. Die Kurzfilme von „Ich kenne ein Tier“ zeichnen sich dadurch aus, dass sie ohne gesprochene Sprache auskommen – so sind sie für ganz unterschiedliche Zielgruppen geeignet, unabhängig von der Sprache, die sie sprechen. „Ich kenne ein Tier“ ist nicht nur thematisch, sondern auch von der Konzeption her ein gelungener Beitrag zum Thema „Inklusion“.

Alle Themen zum Schwerpunkt Ich kenne ein Tier

Schaf

Ein kleines Schaf macht nie das, was die Eltern von ihm wollen. Nicht mal "Mäh" will das Kleine sagen. Lieber sagt es - "Muh"! Und mit seinem Fell macht es ganz merkwürdige Sachen. Ein Toleranztest für die Eltern.

Ich kenne ein Tier SWR Fernsehen

Zebra

Ein Zebra verliert bei einem Unfall seine Streifen und bekommt stattdessen die wildesten Muster. Ein echtes Schockerlebnis. Wie werden die anderen Zebras reagieren?

Ich kenne ein Tier SWR Fernsehen

Schildkröte und Giraffe

Wie kommen zwei zueinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten? Wie erleben beide diese Annäherung? Bei der Schildkröte klingelt es an der Tür. Aber niemand ist zu sehen. Bis die Schildkröte endlich den Besucher empfangen kann und ein Geschenk bekommt, müssen so einige Hürden überwunden werden.

Ich kenne ein Tier SWR Fernsehen

Krokodil

Das Krokodil will Salzstangen knabbern vor dem Fernseher, scheitert aber erbärmlich. Seine Schnauze ist zu lang, die Arme sind zu kurz. Gut, dass es noch ein zweites Krokodil gibt.

Ich kenne ein Tier SWR Fernsehen

Wal

Ein Wal ist sehr traurig und sehr einsam. Weil er so groß ist, traut sich kein Tier in seine Nähe. Doch als der Wal einen kleinen Vogel kennenlernt, wird alles anders. Denn der Wal kann etwas, was sonst keiner beherrscht.

Ich kenne ein Tier SWR Fernsehen

Wolf

Was macht der Wolf im dunklen Wald? Sicher etwas Schreckliches. Man weiß ja, wie Wölfe so sind. Oder ist alles ganz anders? Als Wolf und Schwan aufeinander treffen, geschieht etwas Erstaunliches.

Ich kenne ein Tier SWR Fernsehen

Tiger

Wenn ein Teller auf den Tisch kommt, gibt es bald Essen. Das ist dem Tiger auch schon aufgefallen. Er hat nämlich großen Hunger. Aber wie unauffällig an das Essen herankommen, ohne dabei erwischt zu werden? Wer genau hinsieht, entdeckt vieles.

Ich kenne ein Tier SWR Fernsehen

Fledermaus

Tagsüber ist auf dem Bauernhof jede Menge Lärm und Action. Leider aber schläft die Fledermaus den ganzen Tag. Erst abends wird sie munter, dann wenn alle anderen sich zurückziehen. Einsam und traurig zieht sie durch die Nacht. Bis sie doch noch einen Freund findet, ein Wesen, das die Fledermaus lange nicht bemerkt hat.

Ich kenne ein Tier SWR Fernsehen

Schnecke

Nie hat man seine Ruhe, denkt die große Schnecke, als die kleine Schnecke immer wieder anklopft. Es ist mühsam den Störenfried zu vertreiben, aber schließlich ist die kleine Schnecke endlich weg. Als ein schlimmes Gewitter ausbricht, muss die große Schnecke sich aber entscheiden.

Ich kenne ein Tier SWR Fernsehen

Krake

Wenn ein Krake backt, kann er mit seinen vielen Armen ganz viele Dinge gleichzeitig machen. Aber nur wenn alle seiner Arme auch dasselbe machen wollen. Hier aber gibt es einen Ausreißer. Da muss man sich irgendwie einigen.

Ich kenne ein Tier SWR Fernsehen

Ziege

Ziegen müssen gut klettern können, denn im Gebirge brauchen sie diese Fähigkeit dringend. Die kleine Ziege soll das Klettern also von der großen Ziege lernen, auch wenn es mühsam ist. Plötzlich aber kehrt sich die Situation um und Einfallsreichtum ist gefragt.

Ich kenne ein Tier SWR Fernsehen

STAND
Autor/in
Catarina Volkert