Collage Bannerbild (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Der Schwarzwald

Die Bergleute und Glasbläser | Unterricht

STAND
Autor/in
Thomas Schmid

Bezug zu den Bildungsplänen

Zu den Zielen, die innerhalb der Fächerverbünde EWG (Erdkunde – Wirtschaftskunde – Gemeinschaftskunde) und WZG (Welt – Zeit – Gesellschaft) ausgeschrieben sind, gehört die Analyse unserer Lebens- und Umwelt anhand ausgewählter aktueller und historischer Beispiele. Dabei sollen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Raum sowie die Abhängigkeit von natürlichen Gegebenheiten verdeutlicht werden. Mittels ausgewählter Raumbeispiele, bis Klasse 6 insbesondere auch aus Südwestdeutschland, soll u. a. ein ganzheitliches Verständnis wirtschaftlicher Sachverhalte erworben werden.

Für das Fach Geschichte werden zudem folgende Kompetenzen ausgewiesen:

„Die Schülerinnen und Schüler können …

- die Bedeutung des Mittelalters für die heutige Gesellschaft und Lebenswelt darstellen und einschätzen;

- nachweisen, dass (…) Traditionen des Mittelalters bis in die heutige Zeit nachwirken;

- Anhand ausgewählter Beispiele das Leben uns Arbeiten von Menschen im Mittelalter beschreiben und im Hinblick auf die damaligen Umstände würdigen.“

Der Einsatz des SWR-Films zu den Schwarzwald-Berufen im Unterricht wird all diesen Anforderungen gerecht, denn sowohl das Vorhandensein der Rohstoffe Holz, Eisenerz und Silber als auch deren Bedarf sind unmittelbar mit der Beschaffenheit dieser einzigartigen Naturlandschaft verknüpft.

Junge im engen Stollen (Foto: SWR - Screenshot aus der Sendung)
In den engen Stollen schürften auch Kinder Silber, Kupfer und Gold (szenische Rekonstruktion). SWR - Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen
Die Glasmacherei – ein schweißtreibendes Handwerk SWR – Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen

Beschreibung des Unterrichtsablaufs, Hinweise für Lehrer

Am Beginn der Stunde präsentiert die Lehrkraft vier Gegenstände, am besten die beiden zusammengehörenden paarweise:

- ein Handstück Bleiglanz (zu erwerben auf jeder Mineralienbörse) und eine Münze

- einen Kiesel und eine Glas-Vase

Die Klasse erhält die Aufgabe, Vermutungen darüber anzustellen, in welchem Zusammen-hang die gezeigten Stücke stehen. Dies kann nach einer in Partnerarbeit organisierten Murmelphase oder sofort im Plenum geschehen. Die Ideen der Schülerinnen und Schüler werden an der Tafel notiert, nicht bewertet.

Die Lehrkraft betont, dass die Gegenstände zudem etwas mit dem Schwarzwald zu tun hätten und kündigt den Film „Die Bergleute und Glasbläser“ an. Zuvor werden paarweise die Arbeitsblätter 1 („Vom Erz zur Münze“) und 2 („Vom Kiesel zur Vase“) verteilt. Ein Kind erhält also jeweils ein Arbeitsblatt, der entsprechende Tischnachbar das jeweils andere. Den Schülerinnen und Schülern wird Zeit gegeben, sich mit den Arbeitsaufträgen vertraut zu machen.

Der Film wird nun gezeigt. Währenddessen und im Anschluss werden die Aufgaben bearbeitet. In der folgenden Arbeitsphase informieren sich die jeweiligen Partner gegenseitig über ihre Ergebnisse. Gegebenenfalls können sie sich korrigieren und ergänzen.

Anschließend werden im Klassengespräch die Schülerhypothesen überprüft und gewürdigt. Die räumlichen und historischen Bezüge (Schwarzwald bzw. Mittelalter) sollten dabei deutlich betont, die anfangs gezeigten Gegenstände nochmals gezeigt werden.

Falls noch Zeit bleibt, kann das dritte Arbeitsblatt („Von Wörtern und Zahlen“) ausgegeben werden. Es bietet sich allerdings auch an, diese Aufgabe(n) als Differenzierungsangebot nach der Erarbeitung der ersten beiden Blätter einzusetzen.

Die beiden kreativen Schreibaufgaben (Arbeitsblatt 4: „Vom Leben als Bergarbeiterkind“ und Arbeitsblatt 5 „Vom Beruf des Glasmachers“) sind als (freiwillige) Hausaufgabe denkbar.

Methodische Erläuterungen

Am Anfang des Unterrichts steht eine Problemorientierung, die die Schüler zum verknüpfenden Nachdenken bringen soll. Für scheinbar völlig wesensfremde Gegenstände soll ein Zusammenhang hergestellt werden. Das allein kann schon anregend wirken und Neugier hervorrufen. Womöglich bringt das eine oder andere Kind an dieser Stelle auch nützliches Vorwissen in die Stunde ein.

Da der Film gleich zwei historische Schwarzwald-Berufe vorstellt, bietet es sich an, die „Arbeit“ von der Klasse teilen zu lassen. Die eine Hälfte der Schülerinnen und Schüler beschäftigt sich intensiver mit dem Beruf der Bergleute, die andere mit dem der Glasmacher bzw. –bläser. Um einen Informationsaustausch zu gewährleisten und die Kommunikations-kompetenz zu schulen, wird die zwischenzeitliche Mitteilungsphase eingeschoben. Diese dient auch als Grundlage für die Weiterarbeit, die mithilfe des Rätsel und der altersbedingten Faszination an Zahlen und Größen motivierend wirkt.

Am Ende wird neu erworbenes Wissen mit den Anfangsvermutungen zusammengeführt. Die Schreibaufgabe dient der schöpferischen, selbstgesteuerten Vertiefung und Anwendung des Gelernten.

Unterrichtsmaterial zum gesamten Schwerpunkt

Der Schwarzwald | Unterricht

Die Filme zur Schwarzwaldreihe bieten umfassende Einblicke in die Besiedlungsgeschichte, die Entwicklung und die Besonderheiten des Schwarzwaldes. Das Leben der Menschen und ihre Alltagskultur stehen im Vordergrund und machen die Reihe für Schülerinnen und Schüler anschaulich und spannend.

Alle Themen zum Schwerpunkt Der Schwarzwald

Pflanzen und Tiere im Schwarzwald

Der Schwarzwald – ein sagenumwobenes Mittelgebirge im Südwesten Deutschlands und Heimat für eine Vielzahl bemerkenswerter Bewohner: Der Luchs war im Schwarzwald komplett ausgerottet. Seit ein paar Jahren werden die Raubkatzen hin und wieder gesichtet. In Hochmoorregionen kämpfen Auerhähne um die Gunst der Weibchen. Das Landschaftsbild des Schwarzwalds wurde vom Menschen nachhaltig geprägt. Schon seit dem 15. Jahrhundert ist das Holz des Schwarzwalds ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Heute dominieren Fichten die Wälder, da sie in der Holzproduktion als besonders profitabel gelten. Tannen sind inzwischen weitaus seltener. Sechzig Jahre dauert es, bis aus einem winzigen Samen ein stattlicher Baum geworden ist. Und da die Samen bei Mäusen, Eichhörnchen und anderen Tieren als Nahrung sehr begehrt sind, wird längst nicht jeder Samen zum Baum.

Der Schwarzwald SWR Fernsehen

Die Waldarbeiter und Flößer

Vor 1100 Jahren war der Schwarzwald ein undurchdringlicher, fast menschenleerer Urwald. Die ersten Siedler waren christliche Missionare, die das Land im Auftrag adliger Grundherren urbar machten. Sie ließen zunächst den Wald roden, der ihnen den wichtigsten Rohstoff lieferte: Holz. Holz wurde für den Hausbau gebraucht, in den Bergwerken und auch als Brennmaterial in Form von Holzkohle. Die Waldarbeit zog viele Menschen in den Schwarzwald. Neue Berufszweige entstanden, wie der der „Flößer“: Sie banden die Baumstämme zum Transport zusammen und „verflößten“ sie auf den Flüssen bis nach Holland. Noch heute ist Holz eine der wichtigsten Einnahmequellen im Schwarzwald. Doch das Leben der Waldarbeiter hat sich grundlegend verändert.

Der Schwarzwald SWR Fernsehen

Die Köhler

Mit der Besiedlung des Schwarzwalds und dem Abbau der Bodenschätze wie Eisen, Silber und Kupfer kamen auch die Köhler in den Wald. Denn für die Verarbeitung von Eisenerz und die Verhüttung von Edelmetallen wurden Temperaturen benötigt, die mit der Verbrennung von Holz allein nicht zu erreichen waren: Das Holz musste zunächst verkohlt werden, um als Brennmaterial die nötige Hitze entwickeln zu können. Diese Arbeit erledigten die Köhler; sie führten ein ärmliches und einsames Leben tief in den Wäldern. Heute ist der Beruf des Köhlers fast ausgestorben.

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Die Bergleute und Glasbläser

Schon im Mittelalter entdeckten Menschen neben dem Holz auch die Schätze des Schwarzwaldes, die unter der Erde schlummerten: Eisenerz und Silber. Die Hoffnung auf Siedlungsraum und Arbeit zog mehr und mehr Menschen in den Schwarzwald. Auf der Suche nach dem silberhaltigen Bleiglanz arbeiteten viele von ihnen unter Tage, in den engen Stollen der Bergwerke. Silber war als Zahlungsmittel sehr begehrt und machte Klöster, Vögte und Kaufleute reich. Doch der Schwarzwald bot einen weiteren wichtigen Rohstoff: Quarzsand. Er wurde aus den Bächen gewonnen und zu „Waldglas“ verarbeitet. Viele Glasbläser verdienten sich im Schwarzwald ihren Lebensunterhalt; sogenannte „Glasträger“ trugen das berühmte Waldglas in die Welt.

Der Schwarzwald SWR Fernsehen

Die Schwarzwaldbauern

Im Mittelalter gründeten christliche Missionare die ersten Klöster im Schwarzwald und begannen, Land urbar zu machen; nach und nach siedelten sich auch Bauern an. In harter Arbeit verdienten sie ihren Lebensunterhalt mit Holz- und Landwirtschaft. Sie entwickelten den typischen Schwarzwaldhof, der ideal an Hanglage und Wetter angepasst ist. Ein solcher Hof ist auch der Ebenemooshof der Familie Tritschler. Die Familie lebt in der Hauptsache von der Forstwirtschaft.
Der Film zeigt die Arbeit auf einem Schwarzwaldhof früher und heute und veranschaulicht den Aufbau eines typischen Schwarzwaldhauses in einer 3D-Animation.

Der Schwarzwald SWR Fernsehen

Die Uhrmacher

Sie ist ein typisches Mitbringsel und auf der ganzen Welt bekannt: die Schwarzwälder Kuckucksuhr. Doch Uhren aus dem Schwarzwald gab es schon fast hundert Jahre bevor die Kuckucksuhr erfunden wurde. An langen Winterabenden stellten Bauern und deren Söhne und Knechte hölzerne Uhren her – ein Nebenverdienst, der für einige zum Beruf wurde und im Schwarzwald schließlich einen neuen Industriezweig begründete: die Uhrenproduktion. Sie erlebte Ende des 19. Jahrhunderts ihre Blütezeit mit der Einführung der Akkord- und Fließbandarbeit. Unangefochtener Exportschlager war und ist die Kuckucksuhr.

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Die Touristen

Seit mehr als 150 Jahren ist der Schwarzwald ein beliebtes Reiseziel. Ob beim Baden am Titisee, beim Wandern in den Wäldern oder beim Wintersport auf dem Feldberg - Touristen aus aller Welt suchen dort Erholung und Vergnügen. Einer der ersten, die sich das zu Nutzen machten, war der Naturliebhaber Franz-Otto Eigler aus Freiburg. Er eröffnete Mitte des 19. Jahrhunderts den ersten Gasthof am Titisee. Doch noch war die Reise in den Schwarzwald beschwerlich. Mit der Eröffnung der Höllentalbahn von Freiburg nach Neustadt 1882 erlebte der Tourismus einen großen Schub. Und die Erfindung der Skier als Freizeit- und Sportgerät und der Bau des ersten Skilifts brachte auch im Winter immer mehr Gäste. Heute ist der Wintersport nicht mehr aus dem Schwarzwald wegzudenken. Aber die Entwicklung steht nicht still: Ein neuer Trend ist der Fahrradtourismus mit dem E-Bike.

Der Schwarzwald SWR Fernsehen

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Autor/in
Thomas Schmid