Fußball
Fußball ist in Frankreich sehr beliebt. Selbst kicken oder zuschauen, sich aufregen und jubeln - Fußball ist die große Leidenschaft der Franzosen und absoluter Lieblingssport. Auf den Schulhöfen kicken Kinder und Jugendliche und versuchen zu tricksen wie ihre Vorbilder. Ob Dembélé-Dribbeln oder Mbappé-Sprint – Fußball ist überall Thema. Eine besondere Rolle spielt der Sport in den Banlieues, den Vorstädten. Sie sind Brennpunkte, weil es dort viele soziale Probleme gibt - aber auch viel Zusammenhalt und eine eigene Jugendkultur.
Die Bolzplätze und Fußballkäfige dort sind für alle zugänglich und viele Banlieues haben einen eigenen Fußballverein. Der französische Fußballstar Kylian Mbappé hat im Alter von fünf Jahren in einem solchen Verein angefangen.
Viele Spieler der französischen Nationalmannschaft kommen aus den Banlieues. Fußball ist für viele Jugendliche dort nicht nur ein Hobby – er bietet manchmal auch die Chance auf ein besseres Leben.
Streetball und Skaten
Frankreich kann mehr als Fußball: Basketball ist hier ein großes Ding. Die Straßenvariante Streetball ist beliebt bei Jugendlichen. Ein Ball, ein Korb, ein paar Leute, und es kann losgehen. Kein Verein, keine Mitgliedschaft, keine festen Zeiten – einfach spielen.
In vielen Städten gibt es öffentliche Courts, wo man spontan vorbeischauen kann. Dort wird aber nicht nur gespielt: Man trifft Freunde, hängt ab und lernt neue Leute kennen. Neben dem Sport geht es auch um Zugehörigkeit, Respekt und Identität.
Ähnlich läuft’s in der Skater-Szene. Skateparks in Städten wie Lyon, Bordeaux oder Paris sind Treffpunkte zum Trainieren, sich Treffen und Chillen. Am Wochenende gibt’s Wettbewerbe - und klar: Viele filmen ihre Tricks für TikTok, Insta oder YouTube. Clips posten gehört fast immer dazu.
Ganz egal welche Sportart: In Frankreich geht es immer auch ein bisschen um Stil. Coole Outfits, Musik beim Training und der Mix aus Ehrgeiz und Spaß machen Sport für Jugendliche zu einem wichtigen Teil ihres Alltags.
Tour de France
Jedes Jahr Anfang Juli geht’s los: Millionen Franzosen sitzen am Bildschirm und schauen die Tour de France, das bekannteste Radrennen der Welt. Die Fahrer legen dabei über 3000 Kilometer zurück und sind rund drei Wochen unterwegs. Die Route ändert sich jedes Jahr und führt durch verschiedene Regionen Frankreichs – manchmal sogar durch Nachbarländer wie Deutschland. Dabei gibt es superschnelle Flachetappen, aber auch heftige Bergetappen, bei denen die Fahrer an ihre Grenzen gehen.
Die Tour gibt es schon seit 1903. Damals war sie eigentlich nur eine Werbeaktion der Sportzeitung "L’Auto", um mehr Zeitungen zu verkaufen. Am 1. Juli starteten 60 Fahrer in einem Vorort von Paris und kämpften sich über Lyon, Marseille, Toulouse, Bordeaux und Nantes zurück nach Paris. Die Strecke war 2.428 Kilometer lang – und Straßen, wie wir sie heute kennen, gab es kaum. Viele Abschnitte waren nur Feldwege oder Kopfsteinpflaster. Die Zuschauer waren beeindruckt von den Leistungen, aber auch von der Leidensfähigkeit der Radfahrer.
Das ist heute noch so. Die Tour ist hart, spektakulär und sehr beliebt. Die Tour wird in über 190 Ländern übertragen und ist ein echtes Sommer-Highlight.
Aber: Die Tour hat auch eine Schattenseite. In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren gab es große Doping-Skandale, die das Vertrauen vieler Fans erschüttert haben. Seitdem gibt es strenge Kontrollen und ein starkes Bewusstsein dafür, dass fairer Sport wichtig ist. Doch der Ruf der Tour de France wurde durch das Doping nachhaltig beschädigt. Achtung: Im Französischen ist "tour" männlich, es heißt "le Tour de France".
Les Français et le rugby
Rugby gehört zu den zehn beliebtesten Sportarten in Frankreich – in manchen Regionen sogar zu den Top fünf. Im Süden und Südwesten, in Städten wie Toulon, Toulouse, Bordeaux oder etwas nördlicher in La Rochelle, stehen große Rugby-Stadien. Die Rugby-Mannschaften werden leidenschaftlich gefeiert. Und: Viele Spiele der französischen Rugby-Liga werden im französischen Fernsehen übertragen.
Die französische Nationalmannschaft heißt auch "le XV de France", "die 15 aus Frankreich", weil 15 Spieler auf dem Feld stehen. Die Mannschaft kann international mithalten. Beim "Tournoi des Six Nations" spielen die sechs wichtigsten europäischen Rugby-Nationen gegeneinander: England, Schottland, Wales, Irland, Italien und Frankreich! Allein drei der Teams kommen aus Großbritannien.
In Großbritannien hat Rugby auch seinen Ursprung. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam der Sport von dort nach Frankreich - Briten, die in französischen Häfen wie Toulon oder Bordeaux arbeiteten, und französische Studenten, die von ihrem Studium in aus Großbritannien nach Frankreich zurückkehrten, brachten ihn mit.
Der französische Rugby-Verband zählt mehr als 360.000 Mitglieder. Und in Frankreich ist Rugby auch in der Schule, im Sportunterricht, verbreitet.
In den Top-Ligen wird, wie in der Nationalmannschaft, "Rugby à XV" gespielt: Jede Mannschaft hat 15 Spieler. Ein Match dauert zweimal 40 Minuten. In den Vereinen und vor allem bei den Jugendmannschaften gibt es aber auch andere beliebte Rugby-Varianten mit weniger Spielern und kürzerer Spieldauer.
Gespielt wird mit einem ovalen Spielball, dem Ei". Das Ei darf beim Rugby in alle Richtungen getreten, aber nur nach hinten geworfen werden. Ziel des Spiels ist es, das Ei hinter die gegnerische Torlinie zu bringen – auf dem Boden oder über der Querlatte zwischen den beiden Pfosten der H-förmigen Torstangen.
Rugby ist nicht zu verwechseln mit American Football. Dort wird zwar auch mit einem ovalen Ball gespielt, der hinter die gegnerische Linie gebracht werden muss, aber beim American Football geht es viel heftiger zu – manchmal auch brutal: Die Spieler tragen mit Protektoren geschützte Trikots und Helme. Beim Rugby dagegen sind sie ziemlich ungeschützt und sehen eher aus wie Fußballer. Den Vergleich mit Fußball mögen Rugbyfans allerdings gar nicht…