Karte des Römischen Reiches (Foto: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Das Römer-Experiment

Wie erobern die Römer die Welt? | Unterricht

Stand
Autor/in
Thomas Schmid

Bezug zu den Bildungsplänen

In den Bildungsplänen des Faches Geschichte wird betont, dass sich die Schülerinnen und Schüler im historischen Unterricht mit den Bedingungen der Menschen beschäftigen, in deren Rahmen das Leben in der Vergangenheit gestaltet wurde. Außerdem gehört es zu den zentralen Aufgaben des Geschichtsunterrichts, die Schülerinnen und Schüler „Neugier auf Fremdes und Unbekanntes“ entwickeln zu lassen (personale Kompetenz). Zudem sollen sie in die Lage versetzt werden, „verschiedene Informationsträger, zum Beispiel Karten, Bilder, Karikaturen, Filme und Internetangebote kritisch auch als historische Zeugnisse zu betrachten“ (fachspezifische methodische Kompetenz). Diesbezüglich bietet der Einsatz der Reihe „Das Römer-Experiment“ variantenreiche Möglichkeiten zu verschiedenen Themen. Der Film „Wie erobern die Römer die Welt?“ ist inhaltlich in die Klassenstufe 6, zum Beispiel zu den Themenbereichen „Aufbau von Staaten und ihrer Herrschaftsstrukturen“ beziehungsweise „Die Römer in Süddeutschland“ einzuordnen.

Filmszene: Vier römische Soldaten mit einem hölzernen Pfeilgeschütz. (Foto: Peter Prestel)
Originalgetreuer Nachbau eines römischen Pfeilgeschützes, eines Scorpio Bild in Detailansicht öffnen
Römische Soldaten in Kampfausrüstung (Foto: Peter Prestel)
Mit Kurzschwert und Schild zogen die Römer in den Kampf Bild in Detailansicht öffnen

Beschreibung des Unterrichtsablaufs am Beispiel der Folge „Wie erobern die Römer die Welt?“

Zu Beginn der Geschichtsstunde zeigt die Lehrkraft über den Tageslichtprojektor nacheinander Bilder der Sandale, des Wurfspeers und des Pfeilgeschützes (Info-Blatt Folienbilder). Zunächst äußert sich die Klasse spontan, ohne zusätzliche Kommentierung. Erst nachdem alle drei Bilder aufgedeckt sind, wird das Klassengespräch zusammenfassend so geleitet, dass den Schülerinnen und Schülern zumindest andeutungsweise klar wird, inwiefern allen drei gezeigten Aus-rüstungsgegenständen eine bedeutende Rolle bei der Eroberung der römischen Weltreiches zukommt.

In einem zweiten Schritt bearbeiten die Schülerinnen und Schüler das Arbeitsblatt 1 (Wahr oder nicht wahr? – Das ist hier die Frage). Sie schätzen dabei verschiedene Aussagen zu den besprochenen Gegenständen für sich ein und können diese dann während des Films überprüfen. Bevor der Film gezeigt wird, erhalten sie Arbeitsblatt 2 (Wortspiele und Zahlenspiele). Mithilfe dieses Arbeitsauftrages können zusätzliche Informationen über die römische Armee gewonnen werden. Das Bearbeiten beider Arbeitsblätter sollte auf keine großen Schwierigkeiten stoßen, da im ersten Fall lediglich Aussagen zu korrigieren sind, während beim zweiten Blatt nur wenige Wörter und Zahlen eingetragen werden müssen.

Filmszene: Soldat mit voller Ausrüstung auf einem Waldweg (Foto: Peter Prestel)
Bei ihren Fußmärschen mussten die Soldaten die rund 30 Kilo schwere Kriegsausrüstung schleppen

Nach dem Schauen des Films werden die Anfangsvermutungen besprochen (siehe Arbeitsblatt 1). Anschließend kann das zweite Arbeitsblatt korrigiert werden. Als Hausaufgabe bieten sich zur Vertiefung die Arbeitsblätter 3 (Das römische Weltreich), 4 (Die Ausrüstung eines Legionärs) oder 5 (Ein Römer-Kastell) an, je nachdem, wie in der Folgestunde weitergearbeitet werden soll.

Eine weitere Variante wäre es, den Schülerinnen und Schülern die Aufgaben kurz vorzustellen, um sie danach eigenständig auswählen zu lassen.

Methodische Erläuterungen

Erfahrungsgemäß birgt der Unterrichtsinhalt „Römer“ einen hohen motivationalen Aspekt in den unteren Klassenstufen. Die Schülerinnen und Schüler besitzen häufig einige Kenntnisse, beispielsweise aus Sachbüchern, Spielfilmen und nicht zuletzt aus den Asterix-Comics. Dass dieses Wissen oft historisch fehlerhaft ist, spielt zunächst keine Rolle, kann sogar als Chance genutzt werden. Am Beginn der Stunde wird also auf dieses Vorwissen zurückgegriffen. Sicher kennen einige die gezeigten Gegenstände und können Informationen dazu geben.
Der Film im Anschluss be- oder widerlegt die Vermutungen der Klasse. Hier setzt also die Korrektur der oben angedeuteten „Kenntnisse“ ein. Zusätzlich erfahren die Schülerinnen und Schüler fast spielerisch Neues über die Römer-Armee, indem sie sich mit einigen lateinischen Vokabeln und dem Ausrechnen der Stärken militärischer Einheiten der Römer beschäftigen. Auch diese Aufgaben wirken motivierend.

Die abschließende Auswahl der Hausaufgaben-Bögen kann genutzt werden, um inhaltlich weitere Unterrichtsstunden vorzubereiten oder den Jungen und Mädchen im Sinne selbstorganisierten Lernens Wahlmöglichkeiten zu bieten. In beiden Fällen wird Wissen, welches im Film vermittelt wurde, vertieft.

Mehr Themen zum Schwerpunkt Das Römer-Experiment

Wie erobern die Römer die Welt?

Kann man in Sandalen ein Weltreich erobern? Eine eigentlich plausible Frage, wenn man sich die leichten Riemchenschuhe der römischen Legionäre ansieht. Damit sollen sie über die Alpen gezogen sein, durch Wüsten, Wälder und Sümpfe, über hunderte, ja tausende Kilometer? Grund genug für ein ausführliches Experiment.

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Wie kocht man bei den Römern?

Wie schmeckte das Essen bei den Römern? Und was haben sie überhaupt gegessen? Zur Beantwortung dieser Fragen wurden drei Spezialisten ins Fernseh-Kochstudio geladen, die sich den unterschiedlichen Themengebieten rund um die römische Ernährung verschrieben haben. Gastgeber und Chefkoch ist Horst Lichter, der nach original römischen Rezepten ein dreigängiges Menü bereitet.

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Wie bauen die Römer?

Der Film nimmt die bautechnischen Meisterleistungen der Römer unter die Lupe – z.B. die Wasserleitung von der Eifel nach Colonia Agrippina, dem heutigen Köln. Über 95 km weit lieferte sie mineralreiches Quellwasser. Der Film zeigt ein Team von Archotechnikern bei ihren Versuchen, mit rekonstruierten Vermessungsgeräten der römischen Vermessungs- und Baukunst auf die Spur zu kommen.

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Wie wird man Gladiator?

Wie wird man Gladiator? Und wie entbehrungsreich und gefährlich war so ein Gladiatorenleben? Um das herauszufinden starten Studenten der Universität Regensburg unter der Leitung von Dr. Josef Löffl einen Selbstversuch: Ein halbes Jahr lang trainieren, kämpfen und leben sie wie Gladiatoren zu römischer Zeit. Höhepunkt ist ein sechswöchiges Camp im antiken Carnuntum bei Wien.

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Wie funktioniert die römische Wirtschaft?

Die eroberten Provinzen dienten den Römern vor allem auch zur Nutzung der Rohstoffe. Ihre Abnehmer betrieben in den römischen Provinzen an Rhein und Donau Keramik-Manufakturen, große Bäderanlagen oder verarbeiteten im großen Stil Metall. Der Ressourcen-Hunger der Römer war enorm. Wie groß er war und was dieser über das römische Wirtschaften vermuten lässt, das wollen Archäologen mit einem Experiment ermitteln. Ihre Frage: Wie viel Holz benötigte man damals, um ein Kilogramm Eisen zu produzieren?

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Woran glauben die Römer?

Und vor allem wie? Beteten sie wie wir heute? Das herauszufinden ist nach 2000 Jahren gar nicht mehr so einfach. Deshalb wurden für den Film antike Schriftquellen nach den religiösen Praktiken der Römer durchforstet, um die Zeremonien real durchzuspielen. So erfahren wir, wie wichtig den Römern Götterzeichen und die Verehrung ihrer Götter war. Aber nicht nur ihrer eigenen Götter: sie nahmen auch Götter eroberter Völker in ihren Pantheon auf.

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Thomas Schmid