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Hintergrund: Güter und Märkte

Treffpunkt Markt

  • Stände auf einem Wochenmarkt (Herkunft: SWR) Wochenmarkt: hier wird gekauft und verkauft

Wir Menschen haben viele Bedürfnisse. Wir haben Hunger und Durst und benötigen zu Essen und zu Trinken. Wir wollen im Warmen und Trockenen schlafen und brauchen dazu ein Dach über dem Kopf. All diese Mittel zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse werden uns als Güter auf Märkten zur Verfügung gestellt. Ein Markt ist ein Treffpunkt für Menschen, die bestimmte Güter zum Verkauf anbieten, mit Menschen, die genau diese Produkte kaufen wollen. Man sagt daher auch: Der Markt ist der Ort, an dem Angebot und Nachfrage zusammentreffen. Dieser Treffpunkt muss nicht real sein, als Marktplatz oder Gebäude. „Markt“ ist weniger der Ort, als vielmehr der gesamte Prozess des Kaufens und Verkaufens von Gütern.

Gibt es für alle Güter einen Markt? Beinahe. „Freie“ Güter, die uns die Natur in unbegrenzter Menge zur Verfügung stellt, wie zum Beispiel Regen oder Luft, werden nicht auf Märkten gehandelt. Wie der Name schon sagt, dürfen alle Menschen diese Güter frei verwenden und müssen dafür nichts bezahlen. Im Gegensatz dazu sind „wirtschaftliche“ Güter nicht von Natur aus vorhanden, sondern müssen von uns Menschen erst bereitgestellt werden. Diese Güter haben dann auch einen Markt und einen Preis.

Begrenzte Güter für unbegrenzte Bedürfnisse

  • Pflanze auf ausgetrockneter Erde (Herkunft: SWR) Vertrockneter Boden einer Plantage in Syrien

Freie Güter haben keinen Preis, weil sie von Natur aus in unbegrenzter Menge vorhanden sind. Jeder kann zum Beispiel so viel Luft einatmen, wie er zum Leben braucht. Oder so viel Regen sammeln, wie er möchte. Im Gegensatz zu den freien Gütern sind wirtschaftliche Güter nicht von Natur aus vorhanden, sondern werden von Menschen erzeugt. Die Gütermenge ist daher begrenzt. Gemessen an unseren Bedürfnissen sind diese Güter knapp, denn die Bedürfnisse der Menschen kennen keine Grenzen. Allerdings können auch freie Güter irgendwann knapp werden. Nehmen wir das Beispiel Wasser. Davon gibt es bei uns zwar riesige Mengen. Weil wir Menschen das Wasser aber stark verschmutzen, ist ein großer Teil des Wassers nicht zum Trinken geeignet. Das Trinkwasser wird also knapp und muss speziell aufbereitet werden. Und schon hat das Wasser seinen Preis. Ein besonderes Problem besteht in sehr heißen Ländern und Wüstenregionen. Dort dursten viele Menschen oder werden krank, weil ihr Wasser nicht sauber ist.

  • Herr Peters dreht Glühbirne aus dem Kronleuchter (Herkunft: SWR) "Licht aus" - Strom ist teuer, Herr Peter will sparen

Wirtschaftliches Handeln

Die Knappheit der Güter erfordert wirtschaftliches Handeln: Die Verbraucher auf der einen Seite bemühen sich, nichts zu verschwenden, die Unternehmen auf der anderen Seite versuchen, Angebot zu schaffen, wo Nachfrage besteht. Denn: Eine hohe Nachfrage verspricht Geschäfte mit Gewinn. Ein Beispiel- die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland: Eintrittskarten waren äußerst knapp und begehrt. Besonders pfiffige Unternehmer boten als Ersatz „Public Viewing“-Veranstaltungen an und machten damit ein gutes Geschäft. Knappheit kann also den Erfindergeist beflügeln und einen Markt für Ersatzgüter schaffen.


Textquelle: Wasser wird knapp

Interview der Frankfurter Rundschau mit dem Umweltexperten Wolfram Mauser über die wachsende Wasserknappheit:

FR: Forscher warnen: Ab 2025 wird ein Drittel der Weltbevölkerung unter "Wasserstress" leben. Was heißt das konkret?

W. Mauser: Die Gefahr ist sehr konkret. Der Grund ist der steigende Nahrungsmittelbedarf der Bevölkerung vor allem in den Trockengebieten der Erde. Hinzu kommt die Erwartung, dass sich genau in diesen Regionen der Erde die Niederschläge reduzieren werden.

FR: Aber nicht nur die ohnehin schon trockenen Zonen der Erde sind betroffen, was sind andernorts die Probleme?

W. Mauser: In den ärmsten Regionen der Erde und in den Wachstumszentren Chinas und Indiens ist die Qualität des Wassers zum beherrschenden Problem geworden. Abfälle von Industrie und Landwirtschaft machen dort die Menschen krank. Das Wasser ist oft unbrauchbar, auch wo genügend vorhanden ist.

FR: Ist die Welternährung bei den erwartet über neun Milliarden Menschen trotzdem zu sichern?

W. Mauser: Nur dann, wenn wir das verfügbare Wasser viel besser nutzen. Es geht dabei nicht vor allem um das sogenannte blaue Wasser in unseren Flüssen und Seen. Davon benötigt jeder Mensch rund 160 Liter pro Tag für Trinken, Waschen und für die Industrie. Diese Menge kann die Erde im Prinzip bequem zur Verfügung stellen. Der überwiegende Teil des Süßwassers wird als "grünes Wasser" zur Produktion von Nahrungsmitteln verwendet. Es fließt durch die Pflanzen und wird von ihnen verdunstet. Davon braucht jeder Mensch pro Tag im Schnitt 3.500 Liter. Diese Menge ist schon heute kaum aufzubringen. An dieser Stelle sind also neue Konzepte gefragt.

Quelle: Frankfurter Rundschau vom 27.10.2007

Angebot und Nachfrage

  • Halle mit Fischkisten (Herkunft: SWR) Fischauktion in Bremerhaven

Knappe Güter werden auf Märkten zu einem bestimmten Preis angeboten und verkauft. Wie hoch der Preis ist, das regeln Angebot und Nachfrage, z.B. auf einem Fischmarkt: Der frische Fisch, den die Händler dort verkaufen, ist das Angebot. Die Menschen, die zum Einkaufen auf den Fischmarkt gehen, sind die Nachfrager. Das Interesse der Menschen am Fisch ist die Nachfrage. Angenommen, die Fischer haben an einem Morgen einen schlechten Fang gemacht. Dann können die Händler vielleicht weniger Fisch auf dem Markt anbieten, als die Menschen kaufen möchten. Das Angebot an Fisch ist also kleiner als die Nachfrage. An einem solchen Tag können sie einen höheren Preis verlangen – denn die Händler wissen, dass der wenige Fisch sehr begehrt ist. Haben die Fischer morgens einen sehr guten Fang gemacht, dann bringen die Händler mehr Fisch auf den Markt, als die Kunden haben möchten. Dann ist das Angebot größer als die Nachfrage. Da die Händler trotzdem möglichst viel verkaufen wollen, weil der Fisch ja sonst verderben würde, werden sie den Preis senken. Sie rechnen damit, dass die Käufer dann mehr nehmen als geplant.

  • Marktstand mit Tomaten (Herkunft: SWR) Billig oder teuer - Tomaten sind das ganze Jahr über beliebt

Auch die Saison macht den Preis ...

Viele Güter sind zu manchen Jahreszeiten billiger sind als zu anderen. Zum Beispiel Tomaten in den Sommermonaten, wenn sie Erntezeit haben. In dieser Saison ist das Angebot an Tomaten sehr groß – der Preis ist niedrig. Im Winter hingegen müssen die Tomaten extra aus anderen Ländern zu uns gebracht werden. Dann ist das Angebot knapper und der Preis höher. Auch die Nachfrage, also das Interesse an einem Produkt, ist nicht immer gleich. Schlechte Nachrichten, wie etwa eine Zeitungsmeldung, dass verdorbener Fisch in den Handel gelangt ist, können die Nachfrage nach Fisch rapide sinken lassen.

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