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Hintergrund: Die Bank und der Aktienmarkt

Entstehung der Bank

  • Bild aus Trickfilm: Mona beim Geldwechsler (Herkunft: SWR) Mona in Florenz beim „Banchiero“

Im Mittelalter legten Kaufleute auf ihren Handelsreisen oft hunderte von Kilometern zurück. Sie hatten neben ihren Produkten meist noch viel Münzgeld im Gepäck, um auch im Ausland Waren einkaufen zu können. Das nutzten in vielen Gegenden Räuber aus – sie überfielen die reisenden Kaufleute und stahlen deren Geld. Deshalb kamen die Menschen auf eine Idee: Die Kaufleute zahlten ihre Münzen in der Heimat bei einem Geldwechsler ein und bekamen dafür eine Quittung ausgehändigt. Diese Quittung nannte man Wechsel. Damit konnte der Kaufmann dann in anderen Städten und Ländern zu einem Geldwechsler gehen und sich den eingezahlten Betrag wieder auszahlen lassen. Einen Teil der Münzen behielten die Geldwechsler für sich – sie verdienten an jedem Wechsel. Räuber konnten mit einem Wechsel nichts anfangen, denn die Münzen bekam nur derjenige ausbezahlt, dessen Name auf dem Wechsel vermerkt war. Mit der Erfindung des Wechsels war auch der bargeldlose Zahlungsverkehr erfunden.

  • Sparbuch und Geldscheine (Herkunft: SWR) Vom Bargeld zum Buchgeld: auf dem Sparbuch existiert das Geld nur als abstrakte Zahl ...

Es begann in Florenz ...

Die Geldwechsler waren wichtig, weil im Mittelalter in fast jeder Stadt und jedem Landstrich andere Währungen galten. Wie der Name schon sagt, haben die Geldwechsler die Münzen verschiedener Währungen umgetauscht. Sie entwickelten sich so schnell zu wichtigen Unternehmern in Sachen Geld-Dienstleistungen. Die erste Bank, wie wir sie heute kennen, öffnete im Jahr 1462 im italienischen Florenz. Dort hießen die Geldwechsler „banchieri“, weil sie die Münzen immer auf einem Tisch (alt-italienisch: „banco“) ausbreiteten. Banken haben auch heute noch die Aufgabe, unser Geld sicher aufzubewahren und in verschiedene Währungen umzutauschen. Außerdem vergeben sie Kredite. Wie die Geldwechsler früher verdienen die Banken auch heute am Leihen, Verleihen und Aufbewahren des Geldes Geld.


Textquelle: Geschichte des Sparbuchs

Als 1778 die erste Sparkasse in Hamburg eröffnete und wenig später das erste Sparbuch herausbrachte, stand vor allem eine soziale Idee dahinter. „Es gab damals noch keinerlei staatliche Für- und Vorsorgeeinrichtungen", erzählt Thorsten Wehber, Historiker beim Deutschen Sparkassenverband. „Viele Menschen hatten keine Absicherung gegen Arbeitslosigkeit, Krankheit oder fürs Alter." Bei den Sparkassen gab es nun erstmals die Möglichkeit, gespartes Geld sicher zu verwahren, „also nicht unter dem Kopfkissen oder im Haus, wo mancher sein ganzes Geld durch einen Brand verloren hat." Die große Idee dabei aber war, sagt Wehber, „dass nun durch Zinsen mehr aus diesem Geld werden konnte."
Für die Banken entwickelte sich daraus ein gutes Geschäft. Durch die Spareinnahmen konnten sie nun auch Kredite ausgeben - an Gemeinden, die ihre Infrastruktur ausbauen wollten, oder an Handwerker und Händler, die das Geld für ein eigenes Geschäft brauchten. "Das hat die Industrialisierung ziemlich vorangetrieben", weiß der Historiker. „Plötzlich konnten Eisenbahnen, neue Straßen und Kanäle gebaut werden."

Heute, im Zeitalter des Zahlungsverkehrs per Email, der Geldautomaten für schnelles Geld und attraktiverer Zinsangebote, nimmt die Zahl der neuangelegten Sparbücher zwar ab, aber immerhin: Allein bei den Sparkassen werden noch über 62 Millionen Sparbücher geführt.

„Ich habe mein Sparbuch von meinem Opa zur Geburt bekommen", sagt die 20-Jährige Nadine, die in der Kreissparkasse Köln gerade am Geldautomaten steht. „Da kommt einmal im Monat etwas drauf. Das spare ich zur Sicherheit." Zwei Studentinnen schalten sich ein: „Klar haben wir ein Sparbuch. Auch wenn es angesichts der wenigen Zinsen kaum noch Sinn macht." Und wofür wird gespart? „Für den Urlaub, oder um sich mal was Besonderes leisten zu können."

Quelle: Webseite des WDR vom 27.10.2006:
http://www.wdr.de/themen/panorama/21/weltspartag/

Aktiengesellschaften – eine gewinnversprechende Erfindung

  • Die erste VW Aktie (Herkunft: SWR) Die erste VW Aktie

Große Unternehmungen verlangen viel Kapital. Daher kamen schon vor einigen hundert Jahren clevere Geschäftsleute auf die Idee, dass es besser wäre, wenn nicht einer allein das Kapital für ein Unternehmen organisieren müsste, sondern sich mehrere zu einer Gesellschaft zusammen täten. So schlossen sich in den Niederlanden mehrere Gewürzhändler zur „Vereinigten Ost-Indischen Kompanie“ zusammen. Ziel des Unternehmens war es, Gewürze aus Indien und anderen fernen Ländern per Schiff auf langen, riskanten Seereisen nach Europa zu transportieren. Hier konnten sie die begehrten Waren gewinnbringend verkaufen. Nicht nur Gewürzhändler, auch jeder andere, der Interesse hatte, konnte sich mit etwas Geld an der Kompanie beteiligen. Auf diese Weise bekamen die Händler sehr viel Startkapital zusammen. Sie kauften davon mehrere große Schiffe und heuerten Schiffspersonal an.

  • Stich aus dem 17. Jhdt. (Rechte: picture-alliance/ akg-images) Schiffe der Ost-Indischen Kompanie im Jahr 1614 auf Handelsexpedition

Geteilter Gewinn – geteiltes Risiko!

Heute funktionieren viele Unternehmen wie die „Vereinigte Ost-Indische Kompanie“, man nennt sie heute Aktiengesellschaften (kurz: AG). Die Menschen, die sich an einer AG beteiligen, heißen auch Gesellschafter. Sie investieren ihr Kapital in das Unternehmen und bekommen dafür Aktien, wie die Anteilsscheine an einer AG genannt werden.

Sie sind damit direkt am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Allerdings teilen sie sich auch das Risiko des Geschäfts. Doch das war Teil der Idee der cleveren Gewürzhändler: Sank ein Schiff aus der Flotte „Vereinigte Ost-Indische Kompanie“ auf offener See, oder wurde es von Piraten ausgeraubt, so traf der Verlust nicht einen einzelnen Unternehmer. Der Verlust verteilte sich auf vielen Schultern.

Der Aktienmarkt

Eine Aktie ist eine besondere Urkunde oder auch: ein Wertpapier. Wer eine solche Urkunde von einer Aktiengesellschaft kauft, dem gehört ein Teil des Unternehmens. Folgerichtig ist er am Erfolg und Misserfolg des Unternehmens beteiligt. Wenn das Unternehmen gut wirtschaftet und Gewinn macht, dann steigt in der Regel auch der Aktienkurs. D.h. dass der Wert der Aktie, des Anteils am Unternehmen, steigt. Wenn das Unternehmen hingegen Verluste macht, dann verlieren auch die Aktien an Wert. Der Aktienkurs – und damit ihr Preis – sinkt. Wenn eine Aktiengesellschaft Gewinn macht und der Aktienkurs steigt, gibt das Unternehmen einen Teil dieses Gewinns direkt an die Aktionäre weiter. Für jede einzelne Aktie gibt es dann eine Gewinnbeteiligung, die auch Dividende genannt wird.

  • Frankfurter Börse (Rechte: picture-alliance/ dpa) Die deutsche Börse in Frankfurt

Marktplatz Börse

An der Börse treffen sich Leute, die Kapital für ihre Unternehmen benötigen, und Leute, die Kapital haben und gern mehr daraus machen möchten. Eine Börse ist nichts anderes als ein großer Marktplatz, an dem Händler Dinge kaufen und verkaufen. Das müssen keine Wertpapiere sein. Es gibt zum Beispiel Börsen, an denen Landwirte Tiere wie Milchkühe, Ochsen oder Schweine handeln. An anderen Börsen wird Kaffee gekauft und verkauft. In Leipzig gibt es sogar eine eigene Börse für den Handel mit Strom. Und es gibt Börsen, an denen Aktien gehandelt werden – zum Beispiel die bedeutende Frankfurter Börse. Zu welchen Preisen Waren oder Wertpapiere an der Börse den Besitzer wechseln, ergibt sich auch hier aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage, d.h. auch eine große Nachfrage nach bestimmten Aktien kann deren Wert nach oben treiben. Jedoch: „die Börse ist keine Einbahnstraße“: steckt ein Unternehmen in der Krise, werden seine Aktien nicht mehr nachgefragt, können Aktien oft rasant an Wert verlieren...

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