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Unterricht: Schildkröte und Giraffe: Unterrichtsideen

  • Schildkröte und Giraffe vor einem Haus. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Die kurzsichtige Schildkröte entdeckt die Giraffe nicht (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)
  • Giraffe und Schildkröte an Fenster. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Erste Hilfe geglückt: Die Giraffe hat die Schildkröte in die Wohnung gehoben (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

Für alle: Die Filme eignen sich dazu, die Wahrnehmung einer anderen Perspektive zu üben.
Der Reiz dieser beiden Geschichten liegt darin, dass die selbe Handlung aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird, einerseits aus der – lange sehr eingeschränkten – Sicht der Schildkröte und andererseits aus der der Giraffe. Deshalb ist ein Filmvergleich hier eine geeignete Methode. Die Reihenfolge der Filme gibt den Zuschauenden zunächst den Blickwinkel des im ersten Film gezeigten Tieres. Die gewählten Tiere sind „groß“ und „klein“, „stark“ und „schwach“. Das Alter der Tiere wird filmisch nicht thematisiert. Auf keinen Fall sollten die Filme dazu genutzt werden, ein defizitäres Bild von alten Menschen zu erarbeiten.

Für alle: eine Wahrnehmungssensibilisierung für die Gefühle der Giraffe, nachdem der Film „Giraffe“ als Erstes angeschaut wurde. Die Lernenden erzählen gemeinsam mithilfe der Screenshots den Film nach. Fragen dazu: „Was meint ihr, wie fühlt sich die Giraffe, als die Schildkröte sie nicht beachtet?“, „Was habt ihr gedacht, warum die Schildkröte nicht reagiert?“, „Habt ihr auch schon mal erlebt, dass ihr traurig oder wütend wart, weil jemand nicht reagiert hat?“.

Für alle: eine Wahrnehmungs-Sensibilisierung für den Film „Schildkröte“ beziehungsweise für beide Filme nachdem der Film „Schildkröte“ als erster angeschaut wurde.
Die Lehrperson führt ein, dass die Kinder gleich einen kurzen Animationsfilm, in der eine Schildkröte im Mittelpunkt steht, sehen werden und dass sie vorab den Anfang des Films als Hörspiel hören können.
Der Filmanfang „Schildkröte“ ist als Audiobeitrag zu hören (bis die Schildkröte auf ihrem Rückweg den ersten Treppenabsatz wieder erklommen hat (Minute 1´24).
Dann die Fragen: „Was habt ihr gehört?“, „Was könnte das bedeuten?“, „Wie könnte die Geschichte anfangen?“. Wenn erst wenige Geräusche erkannt werden, kann dieser Audiobeitrag auch mehrmals wiederholt werden.
Danach wird der ganze Film geschaut und das Gesehene auch mit den vorab genannten Erwartungen verglichen.

Grundschule ab 2. Klasse: Übung des Perspektivwechsels, nachdem der Film „Giraffe“ als erster angeschaut wurde.
Nach dem ersten Film und dessen Besprechung (z.B. mit Hilfe der Screenshots, s.o. Unterrichtsideen für alle Filme) wird gemeinsam überlegt, wie das andere Tier die Geschichte erzählen würde, was es erlebt und wie es sich dabei fühlt. Erst dann wird der zweite Film gezeigt und ebenfalls in dieser Weise besprochen.

Vorschulbereich und Grundschule: Übung zum Einfühlen in die handelnden Figuren / Übung in Achtsamkeit.
Nachdem beide Filme schon kurz besprochen wurden, so dass gesichert ist, dass der Inhalt verstanden wurde, spielen je zwei Kinder die letzte Sequenz, in der die Giraffe der Schildkröte das Päckchen auf den Rücken legt, mit Tierfiguren und einem kleinen Päckchen nach und sprechen, was die jeweiligen Tiere denken. Nach dem Spiel werden die Kinder gefragt, wie sie sich dabei gefühlt haben.
Ein Ergebnis kann sein, dass die Schildkröte etwas Angst hat, weil sie – überraschend – von hinten gestupst und dann nach oben transportiert wird. Daraufhin kann der Film „Giraffe“ noch einmal angeschaut und an verschiedenen Stellen gestoppt und besprochen werden (Ärger und Tränen der Giraffe, „ogottogott“ der Schildkröte).
Dann wird nach anderen Lösungsmöglichkeiten gefragt und diese werden dann auch mit den Figuren gespielt (Giraffe fragt Schildkröte, ob und wie sie ihr helfen kann; Schildkröte fragt Giraffe, ob sie ihr hilft / helfen kann). Abschließend können Kinder ab der 2. Klasse diese Ergebnisse in ein Arbeitsblatt eintragen (Arbeitsblatt 9 – Jemandem helfen).

Ab 3 Klasse: Weitere Übung zum Einfühlen in die handelnden Figuren / Übung in Achtsamkeit. Gruppenarbeit: je vier Schülerinnen und Schüler besprechen, wie sich die Schildkröte fühlt, während die Giraffe sie hochhebt. Sie erhalten bzw. schneiden sich eine große Sprechblase und schreiben das auf. Anschließend werden die Sprechblasen vorgestellt, aufgehängt und besprochen. Danach werden verschiedene Alternativen besprochen (s. vorheriger Punkt). Auch diese können auf Sprechblasen notiert werden. Danach schreiben die Schülerinnen und Schüler die Varianten, die ihnen am besten gefallen, auf das Arbeitsblatt 9.

Für alle: Rollenspiele zum Thema „Jemandem helfen“.
Als Situation kann zum Beispiel vorgegeben werden:
Die Kinder sollen Puzzleteile ausschneiden. Alexander kann es nicht, zerschneidet einzelne Teile so, dass das Puzzle nicht mehr zusammengehen wird, wenn er so weitermacht. Julia sieht das und nimmt ihre Schere und macht es für ihn.
Oder, mit einem Inklusionskind: Lena ist stark sehbehindert und findet sich auf dem Schulhof noch nicht gut allein zurecht. Sie steht alleine, ihre Klasse ist auf der anderen Seite des Hofs. Da nimmt Marcel sie am Arm und sagt „Komm, ich gehe mit dir zu den anderen.“
Das Rollenspiel wird mindestens zweimal gespielt, einmal mit dem übergriffigen Verhalten und der Auswertung der Gefühle des Spielenden und Beobachtungen der Zuschauenden. Anschließend mit einem achtsamem Verhalten der helfenden Person und einer dem ersten Durchgang entsprechenden Auswertung.
Abschließend werden die Kinder nach ähnlichen Situationen gefragt, die sie selbst erlebt haben und erzählen davon.