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Instagram-Projekt: @ichbinsophiescholl

Was wäre gewesen, wenn Sophie Scholl Instagram gehabt hätte? In „Ich bin Sophie Scholl“ postet die Widerstandskämpferin in ihrem eigenen Kanal.

„Ich bin Sophie Scholl“ holt die Widerstandskämpferin Sophie Scholl aus den Geschichtsbüchern heraus in das mediale Leben heutiger junger Menschen und setzt dabei die aktuellen Instagram-Tools ein.

Anlass ist der 100. Geburtstag von Sophie Scholl. Über Selfies, Videos, Fotos mit oder ohne Filter erzählt Sophie Scholl, dargestellt von Luna Wedler, von ihren Träumen und ihren Zweifeln und ihrem Engagement gegen das Nazi-Regime. Sie ist eine junge Frau, die sich Fragen stellt, die auch 2021 aktuell sind:
Was bedeuten für mich Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus?


Direkt und subjektiv lässt Sophie Scholl in „Ich bin Sophie Scholl“ die Nutzer*innen ihres Instagram-Kanals an ihrem wechselvollen Alltag im Kriegsjahr 1942 teilhaben. Studienbeginn, erste Liebe, Reichsarbeitsdienst, der abschnürende nationalsozialistische Alltag an der Kehrtwende des Zweiten Weltkriegs, Fluchtpunkte bei Freund*innen und in der Natur werden mit den Mitteln von Instagram gegenwärtig und unmittelbar erfahrbar.

Basis sind die Briefe und Aufzeichnungen, die Sophie Scholl von Ende 1937 bis zu ihrer Hinrichtung schrieb und die einen intimen Einblick in ihren Alltag gewähren.
Unter Einbeziehung von historischem Originalmaterial und von Spielszenen aus Sophies Perspektive wird die Geschichte ihres Erwachsenwerdens in ihrem historischen Kontext für Teenager und junge Erwachsene nachvollziehbar.

Einsatz im Unterricht

Links

Informationen zum Projekt auf SWR.de

Instagram-Kanal

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20.09.2021 - ichbinsophiescholl Woche 20

Anfang dieser Woche haben wir Post von Vater bekommen und eine Besuchserlaubnis! Ich habe mich riesig gefreut! Naja zu früh gefreut: Der Besuch wurde abgesagt. Ohne Begründung. In der Fabrik fühle ich mich immer mehr wie ein Affe, der Tag für Tag stumpfsinnige Arbeit macht und damit auch noch den Krieg unterstützt. Friedrich sieht all das schon gar nicht mehr. Er ist total verblendet, überzeugt von Hitler und glaubt immer noch an seinen Sieg. Wie so viele Menschen verschließt er die Augen vor der grausamen Realität. Genau deshalb muss die Weiße Rose hier in Ulm aktiv werden! Hansi und ich arbeiten dran!

13.09.2021 - ichbinsophiescholl Woche 19

Anfang der Woche hing der Haussegen bei uns Scholls schief. Inge war sauer auf mich, weil sie dachte, ich hab was mit Otl (hab ich nicht). Mutter war unglücklich, weil Vater im Gefängnis ist und ihre Söhne an der Front sind. Wann werden wir wohl wieder eine normale Familie sein? Aber was ist das überhaupt in Kriegszeiten? Telegramm aus München: Die Villa Muth wurde bombardiert. Sofort los, dem Professor helfen! In der Fabrik habe ich mich krankgemeldet. Ich war sehr froh, dass Inge mitkam. Die Zerstörung in München war fürchterlich. Gott sei Dank, konnten wir wenigstens Professor Muth helfen! Auf den Dächern stehen immer mehr Sirenen, um vor Bombardierungen zu warnen. Der Fabrikalltag ist schrecklich, der einzige Lichtblick sind die Mittagspausen bei Familie Hirzel. Ich merke, wie mir Alltagsroutinen helfen, durch den Tag zu kommen. In Professor Muths Russischwörterbuch habe ich einen Code gefunden, er hat in dem Buch Adressen von möglichen Unterstützern versteckt. Ich lerne jetzt Russisch, es hil

06.09.2021 - ichbinsophiescholl Woche 18

Es ist so schön, Inge und Otl so herzlich miteinander zu sehen. Ich muss aber aufpassen, mich da nicht zu sehr einzumischen. Inge soll nicht eifersüchtig werden, sie hat es verdient, glücklich zu sein. Ich vermisse Fritz so wahsinnig. Das Kleid aus seinem russischen Stoff ist jetzt fertig, ich weiß noch nicht so ganz, was ich davon halten soll. Aber es bringt mich ihm und Hans näher, deshalb trage ich es seit Tagen. Ich mache mir Sorgen um Mutter. Sie weint so viel, das ist alles so schwer auszuhalten. Ich wünsche mir für uns alle, dass dieser ganze Irrsinn vorbei geht. Freiheit. Das Wort macht mich traurig, weil sie so ungreifbar erscheint, aber es motiviert mich auch, weiterzumachen.

30.08.2021 - ichbinsophiescholl Woche 17

Ernsts Tod an der Ostfront hat alle Scholls hart getroffen. Plötzlich ist der Tod so nah. Vater ist jetzt im Gefängnis. Und der Fabrikdienst hat begonnen. Wie ich schon vermutete: wir stellen Munition her! Es ist alles zu viel gerade. Ich will wissen, was wirklich an der Ostfront passiert und wie gefährlich es für Fritz ist. Es gibt immer weniger einzukaufen, also gibt es Eintopf.

23.08.2021 - ichbinsophiescholl Woche 16

Ich kann immer schlechter einschlafen. Mir vorzustellen, bei Peter Pan in Nimmerland zu sein, hat auch nicht geholfen. In Ulm ist es schön, aber den Krieg vergessen kann ich auch hier nicht. Die ganze Zeit muss ich an meinen Fabrikdienst nächste Woche denken. Ein altes Klassenfoto hat mich nostalgisch gestimmt. Meine alten Schulfreunde, wer von ihnen denkt heute wie ich? Bei einer alten Bekannten habe ich leider gemerkt, wie verblendet viele Menschen sind. Vielleicht sollte ich mir ein Beispiel an Inge nehmen. Einfach bügeln, wenn ich Sorgen habe.

16.08.2021 - ichbinsophiescholl Woche 15

Schon zwei Wochen in Ulm. Ich hab mich geärgert. Über das Planen für Erntedank. Das Spendensammeln für den Krieg. Gesagt hab ichs auch, vor dem Pfarrer Hirzel. Wir haben Inges Geburtstag gefeiert. Sie ist schon 25. Hansi Hirzel hat mich eingeladen zum Essen. Er und der Pfarrer fanden es gut, dass ich meine Meinung geäußert habe. Vielleicht verstehen sie mich?

09.08.2021 - ichbinsophiescholl Woche 14

Es ist traurige Gewissheit: Vater muss für 4 Monate ins Gefängnis. Wegen einem einzigen Satz! Gut, dass ich jetzt in Ulm für ihn da sein kann. Mit Inge und Mutter muss ich mich erst wieder in der neuen alten Wohnsituation arrangieren. Für unsere Beziehung ist es vielleicht gar nicht schlecht, dass ich bald jeden Tag in der Schraubenfabrik stehe ...

02.08.2021 - ichbinsophiescholl Woche 13

Die erste Woche in Ulm ist vorbei und was soll ich sagen? Ich komme mir wieder vor wie ein Kind. Ich necke Inge den ganzen Tag, langweile mich auf meinem Zimmer und denke über allerlei Dinge nach. Wenn die Schwere des Krieges nicht wär und ich nicht immer wieder an Hans, Werner, Alex und Fritz an der Front denken müsste, könnte ich das fast genießen.

26.07.2021 - ichbinsophiescholl Woche 12

12 Wochen München und mein Leben ist ein anderes! Unglaublich, dass ich jetzt wieder im Zug sitze. Zurück nach Ulm. Hoffentlich muss ich dort nicht allzu lange bleiben und kann bald wieder zurück nach München. Oh, wie sehr ich die Weiße Rose vermissen werde!

19.07.2021 - ichbinsophiescholl Woche 11

Und mal wieder ändert sich alles. Die Semesterferien verbringt keiner von uns in München. Ich will beten, dass wir uns alle in 8 Wochen unbeschadet wiedersehen.

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