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Hintergrund: Zeitstrahl „Kalter Krieg“


6./9. August 1945
Abwurf von US-Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki

Die US-Air Force wirft über der japanischen Stadt Hiroshima eine Atombombe ab. Dabei sterben 110.000 Menschen, rund 80% der Stadt werden völlig zerstört. Drei Tage später sterben 36.000 Menschen nach einem Bombenabwurf über Nagasaki, 40.000 werden verletzt.

24 Juni 1948
Berlin-Blockade und Berliner Luftbrücke

Als Reaktion auf die Währungsreform und die Einführung der D-Mark in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands ordnet die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) die Unterbrechung des gesamten Eisenbahnverkehrs zwischen den westlichen Besatzungszonen und den Westsektoren Berlins an. Strom- und Lebensmittellieferungen aus dem Ostteil der Stadt werden auch eingestellt. West-Berlin wird bis zur Aufhebung der Blockade am 12. Mai 1949 mit Hilfe einer Luftbrücke versorgt.

1949
Entwicklung von „Atomic Annie“

1949 bekommt Picatinny Arsenal, ein Forschungs- und Produktionszentrum der US-Armee, die Aufgabe, eine Nuklear-Granate zu bauen. Der damalige Projektleiter heißt Robert Schwartz.

29. August 1949
Zündung der ersten sowjetischen Atombombe

Erst am 23. September 1949 erklärt der US-Präsident Harry S. Truman, sein Lande habe Beweise, dass vor einigen Wochen eine Atombombenexplosion in der Sowjetunion stattgefunden habe. Am 25. September veröffentlicht die sowjetische Regierung eine Erklärung, wonach das Land sogar seit 1947 im Besitz des Atombombengeheimnisses sei.

25. Juni 1950
Beginn des Korea-Kriegs

Truppen des kommunistischen und von der Sowjetunion unterstützten Nordkorea überschreiten die Grenze zum westlich orientierten Südkorea und stoßen auf breiter Front auf die im Süden liegende Hauptstadt Seoul vor, die am 28. Juni kampflos eingenommen wird. Indem die USA ab dem 27. Juni Südkorea militärische Hilfe leisten, entsteht eine gefährliche Situation zwischen den beiden Atommächten.

9. September 1952
NATO-Strategie der „Massive Retaliation“

Festlegung der NATO-Strategie eines nuklearen Gegenschlags gegen potentielle sowjetische Angriffshandlungen.

1. November 1952
Zündung der ersten H-Bombe durch die USA

Am 1. November 1952 zünden die USA auf einem Atoll der Marshall-Inseln die erste Wasserstoff-Bombe. Die Insel Elugelab verschwindet spurlos. Allerdings ist "Mike" noch keine einsatzfähige Bombe, sondern noch eine fast hausgroße 82 Tonnen schwere Maschine.

25. Mai 1953
Test von „Atomic Annie“

Auf dem Atomwaffentestgelände in Nevada (Nevada Proving Ground) bei Frenchman’s Flat wird morgens um 08.30 Uhr Ortszeit der erste nukleare Artillerie-Testschuss abgefeuert. Der erste und einzige Test der „Atomic Annie“ findet unter dem Codenamen „Upshot Knothole (Shot Grable)“ statt.

Juni 1953
Erste Pläne zur Stationierung von Atomwaffen in Deutschland

Im Sommer 1953 fragt der amerikanische General Matthew B. Ridgway bei Adenauer an, ob es Einwände gegen die Stationierung von Artilleriegeschützen in der Bundesrepublik gäbe, die auch zum Abschuss von Atomgranaten geeignet seien.

17. Juni 1953
Volksaufstand gegen das SED-Regime

Nachdem Bauarbeiter auf der Ostberliner Stalinallee aus Protest gegen eine Ende Mai verordnete Normerhöhung die Arbeit niederlegen, kommt es zu zahlreichen Streiks und Kundgebungen gegen das SED-Regime. Der Aufstand wird einige Tage später von sowjetischen Panzern blutig niedergeschlagen.

12. August 1953
Zündung der ersten sowjetischen H-Bombe

Nukleares Patt zwischen den Großmächten

Ende 1953
Eintreffen von Atomkanonen in Westdeutschland

In der Nacht vom 14. auf den 15. September 1953 beginnt die Verlegung des (ersten) 280mm „Gun Bataillon“ nach Deutschland. Das 83 Tonnen schwere Geschütz kann nicht mit dem Flugzeug transportiert werden, sondern muss verschifft werden. Am 9. Oktober 1953 treffen die Atomkanonen in Bremerhaven ein. Erst im Laufe des Jahres 1954 sind sie einsatzbereit.

April 1957
Pläne zur atomaren Bewaffnung der Bundeswehr

Bundeskanzler Adenauer und Verteidigungsminister Franz Josef Strauß streben eine atomare Ausrüstung für die Bundeswehr an. Ihnen geht es um die Gleichbehandlung der Bundeswehr, die eine ebenso moderne Bewaffnung erhalten soll wie andere NATO-Streitkräfte. Außerdem misstrauen Adenauer und Strauß der amerikanischen Politik. Adenauer spricht von taktischen atomaren Waffen als der „Weiterentwicklung der Artillerie.“

12. April 1957
Göttinger Erklärung

18 prominente Wissenschaftler protestieren gegen das atomare Wettrüsten und gegen die Pläne für eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr. Zugleich bekräftigen sie ihre Unterstützung für eine friedliche, zivile Nutzung der Atomenergie.

22. Februar 1958
„Kampf dem Atomtod“

Es entsteht eine bundesweite außerparlamentarische Bewegung aus Wissenschaftlern, Schriftstellern, Gewerkschaftern, Kirchenvertretern und Mitgliedern der SPD und FDP, die sich gegen die geplante atomare Ausrüstung der Bundeswehr und die Stationierung von Atomwaffen in Deutschland wehrt. Am 22. Februar 1958 wird ein zentraler Arbeitsausschuss gebildet, der am 10. März einen bundesweiten Aufruf unter dem Titel „Kampf dem Atomtod“ veröffentlicht.

25. März 1958
Atombewaffnung der Bundeswehr

Nach einer viertägigen Redeschlacht und trotz massiver außerparlamentarischer Proteste stimmt der Bundestag einer Regierungsvorlage zu, die Bundeswehr mit „modernsten Waffen“ (Atomwaffen) auszurüsten. Die Sowjetunion stellt das als „Atomkriegspläne der westdeutschen Revanchisten“ dar.

31. Oktober 1958
Beginn der Genfer Gespräche

Die drei Atommächte USA, UdSSR und Großbritannien vereinbaren die vorübergehende Einstellung ihrer Atomtests.

13. August 1961
Bau der Berliner Mauer

Trotz der Erklärung des DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht am 15. Juni 1961, dass niemand die Errichtung einer Mauer zwischen Ost- und West-Berlin beabsichtige, wird Anfang August deren Bau von den Staaten des Warschauer Paktes gebilligt. Am 13. August wird die Sektorengrenze zwischen Ost- und West-Berlin abgeriegelt.

14. Oktober 1962
Beginn der Kuba-Krise

Die Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf Kuba führt zu einer amerikanischen Seeblockade der Insel. Die Welt entgeht nur knapp einem Atomkrieg. Schließlich lenkt die sowjetische Führung unter Chruschtschow ein und erklärt sich bereit, die Raketen zu entfernen. Die USA ihrerseits verzichten auf eine Invasion auf Kuba und verpflichten sich in einer geheimen Vereinbarung, ihre eigenen Raketen in der Türkei abzubauen.

20. Juni 1963
Einrichtung des „heißen Drahts“

Als Folge der Kuba-Krise und zur künftigen Vermeidung von gefährlichen Missverständnissen wird eine direkte Nachrichtenverbindung zwischen den Regierungen der UdSSR und der USA eingerichtet.

8. Juni 1964
Dortmunder Bunkerexperiment

Erste und einzige zivile Übung für das Überleben im Atombunker in der Geschichte der Bundesrepublik: 144 Personen verbringen mehrere Tage in dem Dortmunder „Sonnenbunker.“

16. Oktober 1966
„Fallex 66 (Top Gear)“

Bei dieser Übung sollte das Zusammenspiel zwischen den NATO-Organen, nationalen Entscheidungsträgern und deren untergeordneten Stellen geprobt werden. Beteiligt sind über 1.200 Militärs und Ministerialbeamte sowie 34 Bundestagsabgeordnete.

1967
Nato-Strategie „Flexible Response“

Das seit 1961 entwickelte Konzept der „Flexible Response“ (Flexible Antwort) ist die von 1967 bis 1991 geltende NATO-Verteidigungsstrategie gegenüber dem Warschauer Pakt und löst die bis dahin gültige Strategie der „Massive Retaliation“ ab. Sie sieht eine flexible, abgestufte Reaktion auf unterschiedliche Formen der militärischen Bedrohung vor.

1. Juli 1968
Atomwaffensperrvertrag

Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags durch die UdSSR, die USA und Großbritannien. Inkrafttreten des Vertrags im Jahre 1970. Im Atomwaffensperrvertrag verpflichten sich die Atommächte, die Abrüstung ihrer atomaren Waffenarsenale unter internationaler Aufsicht zu regeln. Die Unterzeichnerstaaten, die keine Atomwaffen besitzen, verzichten auf eine Nuklearrüstung. Am 28. November 1969 beschließt die Bundesregierung die Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags.

17.November 1969
Beginn der SALT I-Verhandlungen in Helsinki

Die Strategic Arms Limitation Talks führen zu einer Reihe von Vereinbarungen zwischen der Sowjetunion und den USA über eine Begrenzung der Zahl der Raketenabwehrsysteme, der Interkontinentalraketen und der atombewaffneten U-Boote.


3. Juli 1973
Beginn der KSZE in Helsinki

An der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa nehmen die USA, Kanada, die Sowjetunion und fast alle europäischen Staaten teil. In der Schlussakte der KSZE vom 1. August 1975 werden Vereinbarungen über Menschenrechte, humanitäre Fragen, Sicherheitsangelegenheiten sowie Zusammenarbeit in Wissenschaft, Wirtschaft und Umwelt getroffen. Für den Ostblock bringt die Konferenz die Anerkennung der Grenzen der Nachkriegsordnung. Zugleich stärken die in der Schlussakte verankerten Rechte die Position von Menschenrechtsorganisationen und Dissidenten in den kommunistischen Diktaturen.

1976/1977
Stationierung der SS-20

Im Laufe des Jahres 1976/1977 werden neue sowjetische Mittelstreckenraketen, SS-20 im Westen der Sowjetunion stationiert und in Dienst genommen.

18. Juni 1979
SALT-II Vertrag

Der US-Präsident Carter und der sowjetische Staats- und Parteichef Breschnew unterzeichnen den SALT-II Vertrag in Wien. Der bis Ende 1985 laufende Vertrag sieht eine Begrenzung der in SALT-I nicht enthaltenen Mittelstreckenraketen vor. Wegen des sowjetischen Einmarsches in Afghanistan im Dezember 1979 wird der Vertrag durch den amerikanischen Senat nicht ratifiziert. Die Bestimmungen des Vertrags werden dennoch von beiden Atommächten weitgehend eingehalten.

12. Dezember 1979
NATO-Doppelbeschluss

Die Außen- und Verteidigungsminister der NATO verabschieden den NATO-Doppelbeschluss. Er enthält sowohl das Angebot von Verhandlungen zur Begrenzung amerikanischer und sowjetischer Mittelstreckenraketen als auch den Plan zur Aufstellung von Pershing II-Raketen im Falle keiner Einigung mit dem Warschauer Pakt.

16. November 1980
Krefelder Appell.

Der am 16. November 1980 veröffentlichte Aufruf der westdeutschen Friedensbewegung fordert die Bundesregierung auf, ihre Zustimmung zum NATO-Doppelbeschluss zurückzuziehen. Bis 1983 unterzeichnen über vier Millionen Bürger den Aufruf.

Mai 1981
Operation „RYAN“

Die bisher größte sowjetische Spionage-Operation wird vom KGB-Chef Andropow angeordnet. Die Operation dient der Sammlung von Informationen über einen von sowjetischer Seite befürchteten atomaren Erstschlag der USA.

30. November 1981
Genfer Konferenz

Beginn von Verhandlungen zwischen den USA und der UdSSR in Genf über die Stationierung der SS-20 Raketen und die mögliche Nachrüstung des Westens. Zu einer Einigung kommt es nicht.

10. Juni 1982
Friedensdemonstration in Bonn

Anlässlich des Besuches von US-Präsident Reagan in Bonn nehmen über 300.000 Menschen an einer Friedensdemonstration in Bonn teil. Es ist die bis dahin größte Kundgebung in der Geschichte der Bundesrepublik.

23. März 1983
„SDI“

US-Präsident Reagan kündigt die Strategic Defense Initiative (SDI) an. Geplant ist ein amerikanischer weltraumgestützter Abwehrschirm gegen Atomraketen. Reagans Vorhaben trägt zu einer weiteren Verschlechterung des Klimas zwischen den USA und der UdSSR bei.

2. November 1983
Militärübung „Able Archer 83“

Ein 10-tägiges NATO-Manöver, an dem hochrangige Politiker und Militärs teilnehmen, führt zu einer gefährlichen Situation zwischen der Sowjetunion und den USA. Da die NATO-Streitkräfte den atomaren Ernstfall proben und dabei neue Funkverschlüsselungsmethoden verwenden, nimmt die sowjetische Seite dies als Zeichen des schon seit langem befürchteten amerikanischen Erstschlags wahr. Sowjetische Streitkräfte werden in Alarmbereitschaft versetzt. Erst mit dem Ende der Übung entspannt sich die Lage.

22. November 1983
Bundestagsbeschluss zur Stationierung von US-Mittelstreckenraketen

Nach einer langen Debatte stimmt eine Mehrheit des Bundestags der Stationierung von Mittelstreckenraketen in Deutschland zu.

26. November 1983
Mutlangen

Die Stationierung der ersten Pershing II-Raketen im baden-württembergischen Mutlangen beginnt. In den nächsten Jahren finden Demonstrationen und Aktionen gegen die atomare Aufrüstung wiederholt statt.

8. Dezember 1987
INF-Vertrag

Ronald Reagan und Michail Gorbatschow unterzeichnen den INF-Vertrag (Intermediate Range Nuclear Forces) in Washington. Der Vertrag regelt die Vernichtung aller landgestützten nuklearen Raketen mittlerer und kürzerer Reichweite (500-5.500km).


9. November 1989
Fall der Berliner Mauer

Am Abend des 9. November verkündet der DDR-Pressesprecher Günter Schabowski eine sofortige Erleichterung der Reiseregelungen für DDR-Bürger. Tausende Berliner ziehen an die Grenzübergangsstellen – die Mauer fällt.

3. Dezember 1989
Gipfeltreffen auf Malta.

US-Präsident George Bush und Michail Gorbatschow treffen sich auf Malta. Gorbatschow erklärt den Kalten Krieg für beendet.

6. Juni 1990
Londoner Erklärung des Nordatlantikrats

Erklärung der NATO zur geänderten militärischen Lage und zur künftigen Rolle des Militärbündnisses in Europa