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Hintergrund: Glossar „Kalter Krieg“


Atomic Annie
„Atomic Annie“ war der Name des amerikanischen Artilleriegeschützes, das eine im Jahre 1949 entwickelte Nukleargranate abfeuern konnte. Der erste und einzige Atomtest der „Atomic Annie“ fand am 25. Mai 1953 unter dem Codenamen „Upshot Knothole (Shot Grable)“ auf dem Atomwaffentestgelände in Nevada (Nevada Proving Ground) statt. Ab Herbst 1953 wurden „Atomic Annies“ auch in Deutschland stationiert.

Atomwaffensperrvertrag
Der Atomwaffensperrvertrag wurde von der UdSSR, den USA und Großbritannien am 1. Juli 1968 unterzeichnet und trat 1970 in Kraft. Am 28. November 1969 beschloss die Bundesregierung die Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags. Im noch heute gültigen Atomwaffensperrvertrag verpflichten sich die Atommächte, die Abrüstung ihrer atomaren Waffenarsenale unter internationaler Aufsicht zu regeln. Die Unterzeichnerstaaten, die keine Atomwaffen besitzen, verzichten auf eine Nuklearrüstung. Die Atommächte Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel sind dem Atomwaffensperrvertrag noch nicht beigetreten.

Fallex 66 (Top Gear)
Bei dieser im Oktober 1966 stattfindenden Übung sollte das Zusammenspiel zwischen den NATO-Organen, deutschen Entscheidungsträgern und deren untergeordneten Stellen geprobt werden. Beteiligt waren über 1.200 Militärs und Ministerialbeamte sowie 34 Bundestagsabgeordnete.

Flexible Response
Dieses seit 1961 entwickelte Konzept der „flexiblen Antwort“ war die von 1967 bis 1991 geltende NATO-Verteidigungsstrategie gegenüber dem Warschauer Pakt und löste die bis dahin gültige Strategie der „Massive Retaliation“ ab. Sie sah eine flexible, abgestufte Reaktion auf unterschiedliche Formen der militärischen Bedrohung vor.

Göttinger Erklärung
Am 12. April 1957 protestierten 18 prominente Wissenschaftler gegen das atomare Wettrüsten und gegen die Pläne für eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr. Zugleich bekräftigten sie ihre Unterstützung für eine friedliche, zivile Nutzung der Atomenergie.

INF-Vertrag
Der Vertrag über die „Intermediate Range Nuclear Forces“ (INF) wurde am 8. Dezember 1987 von Ronald Reagan und Michail Gorbatschow in Washington unterzeichnet. Der Vertrag regelte die Vernichtung aller landgestützten nuklearen Raketen mittlerer und kürzerer Reichweite (500-5.500km).

KSZE
Die „Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ begann am 3. Juli 1973 in Helsinki. Daran nahmen die USA, Kanada, die Sowjetunion und fast alle europäischen Staaten teil. In der Schlussakte der Konferenz vom 1. August 1975 wurden Vereinbarungen über Menschenrechte, humanitäre Fragen, Sicherheitsangelegenheiten sowie Zusammenarbeit in Wissenschaft, Wirtschaft und Umwelt getroffen. Für den Ostblock brachte die Konferenz die Anerkennung der Grenzen der Nachkriegsordnung. Zugleich stärkten die in der Schlussakte verankerten Rechte die Position von Menschenrechtsorganisationen und Dissidenten in den kommunistischen Diktaturen.

Kuba-Krise
Die Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf Kuba ab Mai 1962 führte zu einer amerikanischen Seeblockade der Insel. Die Welt entging nur knapp einem Atomkrieg. Schließlich lenkte die sowjetische Führung unter Chruschtschow ein und erklärte sich bereit, die Raketen zu entfernen. Die USA ihrerseits verzichteten auf eine Invasion auf Kuba und verpflichteten sich in einer geheimen Vereinbarung, ihre eigenen Raketen in der Türkei abzubauen.

Massive Retaliation
Diese im September 1952 festgelegte NATO-Strategie der massiven Vergeltung sah einen nuklearen Gegenschlag gegen potentielle sowjetische Angriffshandlungen vor.

NATO
Die „North Atlantic Treaty Organization“ ist ein seit 1949 bestehendes Militärbündnis europäischer und nordamerikanischer Staaten. Seit 1967 ist das Hauptquartier der NATO in Brüssel.

NATO-Doppelbeschluss
Der NATO-Doppelbeschluss, der am 12. Dezember 1979 von den Außen- und Verteidigungsministern der NATO verabschiedet wurde, enthielt sowohl das Angebot von Verhandlungen zur Begrenzung amerikanischer und sowjetischer Mittelstreckenraketen als auch den Plan zur Aufstellung von Pershing II-Raketen für den Fall, dass keine Einigung mit dem Warschauer Pakt zustande komme.

Operation RYAN
Diese bisher größte sowjetische Spionage-Operation wurde im Mai 1981 vom KGB-Chef Andropow angeordnet. Die Operation diente der Sammlung von Informationen über einen von sowjetischer Seite befürchteten atomaren Erstschlag der USA. RYAN ist das russische Akronym für einen atomaren Raketenangriff.

Pershing II
Diese Generation amerikanischer Mittelstreckenraketen mit nuklearen Sprengköpfen wurde ab 1976 entwickelt und verfügte gegenüber dem Vorgängermodell Pershing I über eine größere Reichweite und eine erheblich verbesserte Treffgenauigkeit. Nachdem die im NATO-Doppelbeschluss vorgesehenen Abrüstungsverhandlungen zwischen den USA und der Sowjetunion zu keinem Ergebnis geführt hatten, wurden Pershing II-Raketen trotz der massiven Proteste der Friedensbewegung ab November 1983 in Deutschland stationiert.

SALT
Die ersten „Strategic Arms Limitation Talks“ zwischen der Sowjetunion und den USA begannen am 17. November 1969 in Helsinki. Sie führten zu einer Reihe von Vereinbarungen über eine beiderseitige Begrenzung der Zahl der Raketenabwehrsysteme, der Interkontinentalraketen und der atombewaffneten U-Boote. Eine zweite Runde von Gesprächen mündete in den SALT-II Vertrag, der am 18. Juni 1979 unterzeichnet wurde. Dieser bis Ende 1985 laufende Vertrag sah eine Begrenzung der in SALT-I nicht enthaltenen Mittelstreckenraketen vor. Wegen des sowjetischen Einmarsches in Afghanistan im Dezember 1979 wurde der Vertrag durch den amerikanischen Senat nicht ratifiziert. Die Bestimmungen des Vertrags wurden dennoch von beiden Atommächten weitgehend eingehalten.

SDI
Die „Strategic Defense Initiative“ wurde am 23. März 1983 von US-Präsident Reagan ankündigt. Geplant war ein amerikanischer weltraumgestützter Abwehrschirm gegen Atomraketen. Reagans Vorhaben trug zu einer weiteren Verschlechterung des Klimas zwischen den USA und der UdSSR bei.

SS-20
Die SS-20 war eine mobile sowjetische Mittelstreckenrakete, die ab 1976 in Dienst genommen wurde. Die Stationierung der SS-20 in den westlichen Teilen der UdSSR wurde seitens der NATO als neue Bedrohung empfunden. Daraufhin verabschiedete die NATO den Doppelbeschluss.