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Hintergrund: Schwanzlurche

Der Teichmolch - Kennzeichen, Vorkommen und Lebenszyklus

  • Teichmolchweibchen (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Teichmolchweibchen
  • Teichmolchmännchen (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Teichmolchmännchen im Balzkleid

Der Teichmolch, kann bis zu elf Zentimeter groß werden. Man erkennt das männliche Tier am rot-schwarz gefleckten Flossensaum, am schwarz gefleckten orangefarbenen Bauch sowie am gewellten Rückenkamm (bei der Landtracht fehlt der Rückenkamm); weibliche Tiere sind bräunlich mit kleinen Bauchflecken.

Der Teichmolch ist die am häufigsten verbreitete Molchart in Europa (im Tiefland bis 1000 Meter NN). Man findet Triturus vulgaris in ganz Deutschland in lichten Wäldern und Gärten. Als Laichgewässer werden seichte Tümpel oder Wasserlöcher in Sand- oder Kiesgruben bevorzugt. Hier gibt es meist keine Fische, denen die Lurche und ihre Larven sonst leicht zum Opfer fallen könnten.

Anfang März wandern die Tiere ins Laichgewässer. Zuerst (ca. eine Woche früher) erreichen die Männchen den Tümpel. Das Männchen umwirbt das Weibchen und beginnt kräftig mit dem Schwanz zu schlagen - die dabei ausgestoßenen Duftstoffe (Pheromone) sollen die Paarungsbereitschaft des weiblichen Tieres erhöhen.

Bei der Paarung setzt das Männchen einen Samenträger (Spermatophore) ab, den das weibliche Tier mit der Kloake aufnimmt. Die Befruchtung der Eier erfolgt im Inneren des weiblichen Körpers. Etwa 200 Eier werden einzeln in die Blätter von Wasserpflanzen verpackt. Die Balzzeit endet im Mai.

Beim Schlüpfen besitzen die Larven eine Länge von etwa einem Zentimeter. Bei den Schwanzlurchlarven erscheinen bei der weiteren Entwicklung erst die Vorder-, dann die Hinterbeine, im Gegensatz zu den Kaulquappen (Froschlurchlarven).

Die Dauer der Entwicklung zum Molch (Metamorphose) ist abhängig von der Wassertemperatur (zwei Monate bis ein Jahr; Überwinterung als Larve). Mit zwei bis drei Jahren wird der Teichmolch geschlechtsreif. Seine Laichgewässer und damit seine Fortpflanzung sind jedoch durch zunehmende Umweltverschmutzung und die Zerstörung der Land- und Wasserlebensräume gefährdet.

  • Teichmolchlarve (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

    Teichmolchlarve

  • Teichmolchlarve (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

    Teichmolchlarve

Ein besonderer Schwanzlurch - der Axolotl

Der Axolotl (Ambystoma mexicanum), ein Querzahnmolch, gehört ebenfalls zu den Schwanzlurchen. Wildlebend kommt er im Kanalsystem des ehemaligen Sees Xochimilco in Mexiko vor. Seine Besonderheit ist die Neotenie („Verbleib im Larvenstadium“, keine Metamorphose). Ein Axolotl wächst zu seiner vollen Größe, bis 30 Zentimeter, heran, wird geschlechtsreif und pflanzt sich fort. Er behält aber bestimmte Merkmale seines Larvenstadiums bei (zum Beispiel äußere Kiemen). In Gefangenschaft kann er bis zu 25 Jahre alt werden.

Metamorphose bei Amphibien - abhängig von Hormonen

Das Schilddrüsenhormon Thyroxin spielt eine entscheidende Rolle bei der Metamorphose der Amphibien: Thyroxin stimuliert dabei Prozesse wie zum Beispiel das Einschmelzen des Schwanzes oder Bildung eines Land-Sehfarbstoffs.

Wird im Jugendstadium die Schilddrüse entfernt, unterbleibt die Metamorphose. Versetzt man andererseits das Wasser junger Kaulquappen mit Thyroxin, kommt es zu einer verfrühten Metamorphose und Zwergfrösche entstehen. Die Thyroxinsynthese in der Schilddrüse ist abhängig vom Hormon Thyrotropin, das in der Adenohypophyse gebildet wird.

Beim Axolotl besteht ein erbbedingter Metamorphoseblock: Es unterbleibt die Bildung von Thyrotropin, folglich entsteht kein Thyroxin und eine Metamorphose setzt nicht ein.