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Hintergrund: Stockwerkbau - Alles hängt vom Licht ab

  • Laubwald (Quelle: Imago) Sonnendurchfluteter Laubwald, Nationalpark Hainich, Thüringen (Quelle: Imago)
  • Buschwindröschen (Quelle: Imago) Buschwindröschen (Anemone nemorosa) (Quelle: Imago)

Der Stockwerkbau ist eine Folge der unterschiedlichen Lichtverhältnisse und -bedürfnisse. Die Baumschicht empfängt das Sonnenlicht unmittelbar, die anderen Schichten erhalten nur das vom Laubwerk durchgelassene Licht. Schatten ertragende Arten geben sich auch mit einem lichtarmen Platz zufrieden. Schattenbedürftige Pflanzen, wie der Sauerklee, gehen im vollen Sonnenlicht sogar zugrunde.

Aber es gibt auch lichtbedürftige Pflanzen, die es schaffen, in der Krautschicht eines dichten Laubwaldes zu überleben. Dazu gehören die sogenannten Geophyten (Erdpflanzen); wie z. B. Buschwindröschen, Scharbockskraut und Salomonsiegel. Sie haben eine besondere Strategie entwickelt, um mit den lichtarmen Verhältnissen am Boden zurechtzukommen: Sie sind Frühblüher. Im Frühjahr, noch bevor die Bäume ihre Blätter austreiben, sind die Frühblüher bereits voll entwickelt. So können sie das Sonnenlicht nutzen, bevor es später im Jahr durch das Laub der Bäume abgefangen wird. Die Kraft für dieses frühe Austreiben beziehen sie aus Energiespeichern, die sie im vorangegangenen Jahr in unterirdischen Speicherorganen (Knollen, Zwiebeln und Wurzelstöcken) angelegt hatten.

Das Maximum der pflanzlichen Stoffproduktion verschiebt sich im Laubwald während des Jahres in Abhängigkeit von den Lichtverhältnissen. Es liegt im Frühjahr in der Krautschicht, im Sommer in der Strauch- und Baumschicht. Durch den jahreszeitlichen Wechsel der Belaubung und damit der Lichtverhältnisse am Waldboden, können im Laubwald auch viele andere Pflanzenarten existieren. Im Nadelwald dagegen ist der Boden das Ganze Jahr durchgängig beschattet - hier gedeiht kaum etwas in der Krautschicht. Reine Nadelwälder sind deshalb artenärmer.