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Hintergrund: Energiekreislauf - Das Schicksal des Sperbers - oder: Der Kreislauf der Stoffe wird geschlossen

  • Sperber (Quelle: Imago) Der Sperber ist Endverbraucher vieler Nahrungsketten (Quelle: Imago)
  • Toter Sperber (Quelle: Imago) Dieses Sperberweibchen starb durch einen Unfall (Quelle: Imago)

Der Sperber gilt als Endverbraucher vieler Nahrungsketten. Die Konsumenten niedriger Ordnungen, die in der Nahrungskette vor ihm stehen, sterben, wenn sie Opfer von Raubtieren werden. Sie werden von diesen gefressen. Das Raubtier verdaut die Beute und gewinnt dabei Nährstoffe und damit Energie. Ein Sperber aber, der Endverbraucher einer Nahrungskette ist, fällt keinem anderen Räuber zum Opfer. Trotzdem muss er sterben, z. B. an Altersschwäche oder an einer Krankheit. Sein toter Körper wird nicht im Verdauungstrakt eines größeren Raubtieres zerlegt, er zerfällt aber trotzdem.

An diesem Zerfall sind Lebewesen beteiligt, die man nur bei genauerem Hinschauen sieht. Es sind dies die sogenannten Destruenten (lat. destruere - zerstören). Sie zerkleinern den toten Körper und ernähren sich von ihm. Sehr viele Destruenten sind an der Zersetzung eines toten Körpers beteiligt. In vielen aufeinanderfolgenden Schritten zerlegen sie die tote Biomasse und stellen daraus einfache Verbindungen her. Letztlich zerlegen sie die organische Substanz in Kohlenstoffdioxid, Wasser und Mineralstoffe. Man bezeichnet die Destruenten, die die endgültige Zerlegung in Mineralstoffe vornehmen, deshalb auch als Mineralisierer.

Die Mineralstoffe werden von den Pflanzen über die Wurzeln mit dem Wasser aus dem Boden aufgenommen. Das Kohlenstoffdioxid nimmt die Pflanze über die Spaltöffnungen der Blätter auf. Damit gelangen Mineralstoffe, Wasser und Kohlendioxid in einen Produzenten und somit wieder in eine Nahrungskette. Somit schließt sich der Stoffkreislauf. (Ganz anders verhält es sich mit der Energie. Sie steht in keinem Kreislauf, denn sie wird ständig neu von der Sonne nachgeliefert.)

Nicht nur Tierkadaver werden auf diese Art beseitigt, auch Ausscheidungen und die Laubstreu der Wälder werden so zersetzt. Gäbe es die Destruenten nicht, dann würde der Wald allmählich im eigenen Laub ersticken. Dank der unzähligen kleinen „Müllarbeiter" wird die tote organische Substanz aber fortwährend zerkleinert, die Abbauprodukte werden dem Kreislauf der Stoffe zugeführt.

  • Mistkäfer (Quelle: Imago)

    Der Mistkäfer fertigt „Kotpillen“. Die Kugeln aus Dung dienen seinen Larven als Nahrung (Quelle: Imago)

  • Laub (Quelle: Imago)

    Viele unterschiedliche Destruenten sind an der Zersetzung des Laubs beteiligt (Quelle: Imago)

Zu den Destruenten gehören z. B. Regenwürmer, aber vor allem Insekten (Springschwänze, Ohrwürmer, Mistkäfer), Milben und andere Gliedertiere. Wichtige Mineralisierer sind Bakterien und Pilze.

Der Kohlenstoffkreislauf

Auch der Kohlenstoff durchläuft einen ständigen Kreislauf. Die Pflanzen nutzen zur Produktion von organischen Substanzen das Kohlenstoffdioxid der Luft. Die gebildeten organischen Verbindungen treten in die Nahrungskette ein. Durch die Atmung der Organismen wird Kohlenstoffdioxid direkt wieder der Atmosphäre zugeführt. Ein anderer Teil erreicht über die Nahrungskette als organische Verbindung die Endglieder und die Destruenten. Die Destruenten zersetzen die organische Substanz; dabei wird u.a. Kohlenstoffdioxid frei. Es gelangt in die Atmosphäre und von dort aus wieder über die Spaltöffnungen in die Pflanzen, wo der Kohlenstoff erneut in organische Verbindungen eingebaut wird.