zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.

Inhalt

Hintergrund: Stock­werkauf­bau der Wiese

Eine Wiese bil­det einen ab­wechs­lungs­rei­chen Le­bens­raum. Durch den hohen An­teil ver­schie­de­ner Grä­ser und Kräu­ter ent­steht ein Stock­werkauf­bau der Wiese, der ganz un­ter­schied­li­che Le­bens­räu­me bie­tet. Bis zu 1500 In­sek­ten­ar­ten nut­zen diese Viel­falt und haben sich an die un­ter­schied­li­chen Ni­schen an­ge­passt. Es ist leicht vor­stell­bar, was das Mähen der Wiese mit ihren Stock­wer­ken und deren Be­woh­nern an­rich­tet. Zu häu­fi­ges Mähen, bis zu sechs Mal im Jahr, be­güns­tigt schnell- und hoch­wüch­si­ge Arten. Durch eine ein­zi­ge Mahd kön­nen bis zu 400 Tier­ar­ten von der Wiese ent­fernt wer­den, wäh­rend nur we­ni­ge Tier­ar­ten be­güns­tigt wer­den, die sich von neu sprie­ßen­dem Grün er­näh­ren, wie Heu­schre­cken.

  • Erdhummel an einer Blüte (Quelle: colourbox.​com) Hummeln und Bienen sind typische Besucher der Blütenschicht (Quelle: colourbox.​com)

Blü­ten­schicht

Die obers­te Schicht der Wiese wird von den Blü­ten der Blu­men und Wild­kräu­ter do­mi­niert. Sie ist vor allem für blü­ten­be­su­chen­de In­sek­ten wie Bie­nen, Hum­meln oder Schmet­ter­lin­gen in­ter­es­sant. Hier tref­fen die Kerb­tie­re auf ein reich­hal­ti­ges An­ge­bot an Nek­tar und Pol­len. Auf den Blü­ten tum­meln sich auch räu­be­ri­sche Klein­tie­re wie Krab­ben­spin­nen oder Weich­kä­fer, die auf die Blü­ten­be­su­cher lau­ern. Die Tem­pe­ra­tu­ren in der Blü­ten­schicht sind durch die son­nen­ex­po­nier­te Lage re­la­tiv hoch.

  • Grashüpfernymphe an einem Pflanzenstängel (Quelle: E. Oppermann) Die noch flügellosen Nymphen der Grashüpfer verbergen sich gern in der Krautschicht (Quelle: E. Oppermann)

Kraut­schicht

Diese Schicht ist durch die dar­über lie­gen­de Blü­ten­schicht vor star­ker Son­nen­ein­strah­lung ge­schützt. Die Luft­feuch­tig­keit ist daher höher, die Tem­pe­ra­tu­ren nicht so ex­trem. Blät­ter und Halme do­mi­nie­ren diese Re­gi­on und wer­den von Heu­schre­cken oder an­de­ren pflan­zen­fres­sen­den In­sek­ten ge­fres­sen. Blatt­läu­se fin­den hier eben­so ihr Aus­kom­men wie Lar­ven, die in den Stän­geln leben.

  • Feld-Sandlaufkäfer (Quelle: E. Oppermann) Feld-Sandlaufkäfer suchen die Streuschicht nach Beute ab (Quelle: E. Oppermann)

Streu­schicht

Die Streu­schicht be­fin­det sich di­rekt über bzw. auf dem Boden, wo sich vie­les Streu­ma­te­ri­al an­sam­melt, aber auch noch Blatt­werk vor­han­den ist. Die Luft­feuch­tig­keit ist re­la­tiv hoch, der Licht­ein­fall ge­ring. Lauf­kä­fer ma­chen hier Jagd auf klei­ne­re In­sek­ten, Schne­cken nut­zen die­ses Stock­werk, um ihre ver­schie­de­nen Fut­ter­pflan­zen zu er­rei­chen und Amei­sen füh­ren ihre Stras­sen ent­lang des Bo­dens. Auch die Feld­gril­le lässt hier ihr Schril­len ver­neh­men, wenn­gleich ihre Wohn­höh­le ei­gent­lich zur dar­un­ter­lie­gen­den Schicht ge­hört.

Wur­zel­schicht

Die un­ters­te Schicht der Wiese liegt unter der Erde. Die Feuch­tig­keit ist hier gleich­blei­bend hoch. Tiere, die leicht aus­trock­nen, füh­len sich hier be­son­ders wohl. Im Wur­zel­be­reich der Pflan­zen tum­meln sich viele Bo­den­tie­re wie Re­gen- und Fa­den­wür­mer, In­sek­ten­lar­ven, Mil­ben, aber auch grö­ße­re Tiere wie Maul­wurf oder Feld­maus. Wäh­rend der Maul­wurf eher tie­ri­sche Nah­rung be­vor­zugt, ver­greift sich die Feld­maus an den Wur­zeln der Pflan­zen, in denen diese ihre Re­ser­vestof­fe spei­chern oder an Sa­men­kör­nern.

All diese Be­woh­ner wer­den durch die Mahd ihres Le­bens­raums be­raubt, viele ver­lie­ren sogar ihr Leben. Doch haben sich et­li­che genau an diese Be­din­gun­gen an­ge­passt und über­le­ben als Ei oder im Boden ein­ge­gra­ben.