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Hintergrund: Na­tür­li­che Gras­land­schaf­ten, Fett­wie­sen und Ma­ger­ra­sen

Na­tür­li­che Gras­land­schaf­ten (also auch Wie­sen) kom­men dort vor, wo das Wachs­tum von Bäu­men durch lange, frost­rei­che Win­ter oder zu wenig Nie­der­schlä­ge ver­hin­dert wird. Tun­dra, Sa­van­ne und Step­pe sind die ty­pi­schen gras­do­mi­nier­ten Land­schaf­ten un­se­res Pla­ne­ten. In Deutsch­land fin­det man na­tür­li­che Gras­land­schaf­ten z. B. in den Ge­birgs­re­gio­nen oder als Salz­wie­sen an den Küs­ten. Auch Tiere kön­nen das Ent­ste­hen von Gras­land be­güns­ti­gen, wenn sie als Pflan­zen­fres­ser in Mas­sen auf­tre­ten und den Pflan­zen­be­wuchs kurz hal­ten, wie z. B. die Gnus und an­de­re An­ti­lo­pen in den afri­ka­ni­schen Sa­van­nen. Sogar in Deutsch­land gab es noch vor ei­ni­gen Tau­send Jah­ren große Her­den von Pflan­zen­fres­sern, die die Bäume in Schach hiel­ten.

  • Eine Herde Schafe auf einer Wiese (Quelle: colourbox.​com) Schafe sind ideale natürliche Rasenmäher (Quelle: colourbox.​com)

In Mit­tel­eu­ro­pa ent­ste­hen Wie­sen meist durch den Ein­fluss des Men­schen und blei­ben auch nur mit sei­ner Hilfe be­ste­hen. Auf Wei­den ver­hin­dern Haus­tie­re wie Rin­der oder Scha­fe die Ver­bu­schung der Wie­sen oder das Vor­drin­gen von Bäu­men. Auch das Gras selbst wird auf diese Weise kurz ge­hal­ten. Wie­sen blei­ben an­sons­ten nur durch re­gel­mä­ßi­ge Mahd be­ste­hen. Wie oft eine Wiese ge­mäht wer­den kann, ist von vie­len Fak­to­ren ab­hän­gig. Der Nie­der­schlag und die Tem­pe­ra­tur spie­len eine Rolle, vor allem aber ent­schei­det der Nähr­stoff­ge­halt des Bo­dens über die Ge­schwin­dig­keit und Üp­pig­keit des Gras­wachs­tums.

  • Eine Fettwiese mit Hahnenfuß und Löwenzahn (Quelle: E. Oppermann) Eine typische Fettwiese mit Löwenzahn und Hahnenfuß (Quelle: E. Oppermann)

In land­wirt­schaft­lich in­ten­siv ge­nutz­ten Ge­bie­ten fin­det man häu­fig Fett­wie­sen an. Damit wird ein Wie­sen­ty­pus be­zeich­net, der durch das Vor­han­den­sein vie­ler Nähr­stof­fe, vor allem Stick­stoff, ge­kenn­zeich­net ist. Der immer stär­ke­re Ein­satz von mi­ne­ra­li­schem Dün­ger hat die­sen Typus stark be­güns­tigt. Fett­wie­sen wer­den z. B. für die Fut­ter­mit­tel­pro­duk­ti­on be­nö­tigt und kön­nen mehr­fach im Jahr ge­mäht wer­den. Der hohe Nähr­stoff­ge­halt des Bo­dens sorgt für ein ra­sches Nach­wach­sen der Grä­ser, daher er­gibt eine solch in­ten­siv ge­nutz­te Fett­wie­se einen hohen Er­trag an Fut­ter­pflan­zen. Je stär­ker al­ler­dings eine Wiese ge­düngt wird, desto we­ni­ger Arten kön­nen dort wach­sen, weil dann ei­ni­ge we­ni­ge Arten wie Lö­wen­zahn oder Ray­gras stark do­mi­nie­ren und das Wachs­tum an­de­rer Arten un­ter­drü­cken. Fett­wie­sen sind also für die Pro­duk­ti­on von Tier­fut­ter gut ge­eig­net, öko­lo­gisch je­doch sind sie von nur be­grenz­tem Wert.

Die ge­rin­ge Zahl der Blu­men- und Kraut­ar­ten er­laubt es nur we­ni­gen In­sek­ten­ar­ten, eine Fett­wie­se zu nut­zen. Eine Fett­wie­se als sol­che zu er­ken­nen, ist nicht sehr schwer, wenn man die Pflan­zen kennt, die ty­pi­scher­wei­se in gro­ßer Zahl auf ihr ge­dei­hen. Mas­sen­vor­kom­men von Lö­wen­zahn, Klee und Hah­nen­fuß bspw. ver­ra­ten einen hohen Stick­stoff­an­teil im Boden.

Eine Magerwiese (Quelle: E. Oppermann)

Magerwiesen bieten eine hohe Artenvielfalt (Quelle: E. Oppermann)

Ma­ger­wie­sen fin­det man vor allem auf nähr­stoff­ar­men oder tro­cke­nen Böden. Die Le­bens­be­din­gun­gen für Tiere und Pflan­zen sind auf Ma­ger­wie­sen nicht ein­fach, daher haben es ein­zel­ne Arten schwe­rer, sich mas­sen­haft zu ver­meh­ren und an­de­re zu ver­drän­gen. Die Ar­ten­viel­falt, die Bio­di­ver­si­tät, der Ma­ger­wie­sen ist daher um ein Viel­fa­ches höher als jene der Fett­wie­sen, auf denen nur sehr we­ni­ge Arten vor­kom­men. Auf Ma­ger­wie­sen kom­men ver­gleichs­wei­se viele Spe­zia­lis­ten vor, also sol­che Tiere und Pflan­zen, die sich be­son­ders gut an be­stimm­te Um­welt­fak­to­ren an­ge­passt haben. z. B. an Tro­cken­heit oder einen hohen Kalk­ge­halt des Bo­dens. Zudem gibt es ganz un­ter­schied­li­che Typen von Ma­ger­wie­sen.

  • Silberdisteln auf einer Wiese (Quelle: E. Oppermann) Silberdisteln gedeihen auf Magerwiesen mit hohem Kalkgehalt am besten (Quelle: E. Oppermann)

Sand­tro­cken­ra­sen ge­hö­ren dazu, aber auch Wa­chol­der­hei­de oder Kalk­ma­ger­ra­sen.

All diese un­ter­schied­li­chen Wie­sen­ty­pen sind durch be­stimm­te Tier- und Pflan­zen­ar­ten cha­rak­te­ri­siert. Die schö­ne Sil­ber­distel z. B. wird man nur auf Ma­ger­ra­sen kalk­hal­ti­ger Ge­bie­te fin­den. Lei­der sind viele Ma­ger­wie­sen in den letz­ten Jahr­zehn­ten ver­lo­ren­ge­gan­gen. Vie­ler­orts sind sie durch Dün­gung in er­trag­rei­che Fett­wie­sen um­ge­wan­delt wor­den, oder sie muss­ten als ver­meint­lich un­pro­duk­ti­ve Flä­chen Sied­lungs- oder Acker­land wei­chen. Auch das Ein­si­ckern von Dün­ger aus be­wirt­schaf­te­ten Flä­chen ins Grund­was­ser stellt ein gro­ßes Pro­blem für den Er­halt der Ma­ger­wie­sen dar.

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