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Hintergrund: Nah­rungs­kreis­lauf

Fres­sen und ge­fres­sen wer­den - in der Natur geht es nicht zim­per­lich zu. Aber nicht alle Le­be­we­sen müs­sen sich von an­de­ren er­näh­ren. Pflan­zen nut­zen das Son­nen­licht und das Koh­len­di­oxid der Luft, um Nähr­stof­fe her­zu­stel­len. Man nennt sie daher auch Pro­du­zen­ten. Als Kon­su­men­ten wer­den die­je­ni­gen Le­be­we­sen be­zeich­net, die sich von an­de­ren Or­ga­nis­men er­näh­ren, also z. B. von Pflan­zen oder Tie­ren.

  • Von einem Neuntöter auf einen Dorn gespießte Maus (Quelle: SWR) Diese Maus wurde Opfer eines Neuntöters (Vogel aus der Familie der Würger) (Quelle: SWR)

In­ner­halb eines Nah­rungs­kreis­laufs muss es Pro­du­zen­ten und Kon­su­men­ten geben, wenn der Kreis­lauf auf­recht­er­hal­ten wer­den soll. Die so­ge­nann­ten Pri­mär­pro­du­zen­ten stel­len ihre Nah­rung selbst her, sie sind au­to­troph ("auto" = selbst, "troph" = Nah­rung). In der Regel han­delt es sich bei den Pri­mär­pro­du­zen­ten um Pflan­zen, Bak­te­ri­en und an­de­re Or­ga­nis­men, die zur Fo­to­syn­the­se fähig sind. Die Kon­su­men­ten leben wie­der­um von den Pro­du­zen­ten, sie kön­nen ihre Nah­rung nicht selbst her­stel­len, sind also he­tero­troph ("he­te­ro" = der an­de­re, "troph" = Nah­rung). Bei den Kon­su­men­ten han­delt es sich üb­li­cher­wei­se um Tiere und Pilze, die zur Fo­to­syn­the­se nicht be­fä­higt sind.

Weil viele Tiere nicht nur eine Nah­rungs­quel­le nut­zen, selbst als Räu­ber auf­tre­ten, aber gleich­zei­tig zur Beute an­de­rer Tiere wer­den kön­nen, spricht man oft eher von Nah­rungs­net­zen statt von einer Nah­rungs­ket­te. Der Be­griff "Nah­rungs­ket­te" ver­an­schau­licht aber sehr gut die Hier­ar­chie­ebe­nen in einem Öko­sys­tem. Die Länge die­ser Kette hängt dabei stark von der Ar­ten­viel­falt in­ner­halb des Sys­tems ab.

  • Wespenspinne auf ihrem Netz  (Quelle: E. Oppermann) Eine Wespenspinne wartet in ihrem Netz auf Beute (Quelle: E. Oppermann)

Wenn ein Or­ga­nis­mus Nah­rung auf­nimmt, wird ein Groß­teil der darin ent­hal­ten­den En­er­gie für Wär­me­pro­duk­ti­on und Stoff­wech­sel­pro­zes­se auf­ge­braucht. Am Ende der Nah­rungs­ket­te kommt daher nur ein Bruch­teil der En­er­gie an, die ur­sprüng­lich von den Pri­mär­pro­du­zen­ten be­reit­ge­stellt wurde. Kurz ge­sagt nimmt der En­er­gie­ge­halt in­ner­halb eines Öko­sys­tems in der Regel von unten nach oben ab, ließe sich also in der Form einer Py­ra­mi­de dar­stel­len. Des­we­gen gibt es am obe­ren Ende der Nah­rungs­ket­te auch viel we­ni­ger Mit­glie­der als unten (viele Mäuse, wenig Füch­se). Das ist auch der Grund dafür, warum mit pflanz­li­cher Nah­rung weit­aus mehr Men­schen er­nährt wer­den kön­nen als mit Fleisch. Denn das Fleisch der Tiere, also z. B. der Rin­der und Schwei­ne, konn­te nur ent­ste­hen, indem diese eine Un­men­ge von Pflan­zen ge­fres­sen und ver­daut haben - mit ent­spre­chen­dem En­er­gie­ver­lust.

Ty­pi­sche Glie­der eine Nah­rungs­ket­te im Öko­sys­tem "Feld und Flur":

● Pri­mär­pro­du­zen­ten: Grä­ser, Kräu­ter, Blu­men, Bü­sche
● Pri­mär­kon­su­men­ten: Heu­schre­cken, In­sek­ten­lar­ven, Mäuse, kör­n­erfres­sen­de Vögel
● Se­kun­där­kon­su­men­ten: Igel, Mar­der, in­sek­ten­fres­sen­de Vögel, Greif­vö­gel, Fuchs

Am Bei­spiel des Fuch­ses wird deut­lich, wie flie­ßend die Über­gän­ge zwi­schen den Glie­dern einer Nah­rungs­ket­te sein kön­nen. Der Fuchs steht zwar auf der einen Seite an der Spit­ze der Nah­rungs­ket­te, da er eines der größ­ten Raub­tie­re in un­se­rer Fauna ist. Auf der an­de­ren Seite er­nährt er sich aber von ganz un­ter­schied­li­chen "Ket­ten­glie­dern" wie Mäu­sen und In­sek­ten­lar­ven, aber auch Re­gen­wür­mern und Bee­ren oder Früch­te. Er ist also zu­gleich Pri­mär- und Se­kun­där­kon­su­ment und kann sogar selbst zur Beute hö­her­ste­hen­der Beu­t­e­g­rei­fer wer­den (z. B. wer­den junge Füch­se manch­mal Opfer eines Ad­lers).

Nahrungskreislauf in Feld und Flur

Ein Marder klettert vorsichtig den Baumstamm empor und schleicht sich an einen ahnungslosen Vogel heran. Noch ein paar vorsichtige Schritte, dann ein kleiner Sprung – der Marder reißt seinen Rachen weit auf und verschlingt sein Opfer! Fressen und gefressen werden - in der Natur geht es nicht zimperlich zu. Welche Wechselwirkungen gibt es in der Nahrungskette "Feld und Flur"? Das kann man in der lehrreichen, witzigen Interaktivität erfahren!

MultimedialInteraktive Animation [Flash]
Startscreen der Animation (Quelle: SWR) Multimedial