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Geschichte Hawaiis

Die Besiedlung Hawaiis begann in der Zeit vom 5. bis 7. Jahrhundert n. Chr. Polynesier von den Marquesas-Inseln, 4000 Kilometer südöstlich von Hawaii, kamen in Doppel-Kanus gesegelt und ließen sich auf den Inseln nieder. Etwa im 12. Jahrhundert wanderten Polynesier aus Tahiti ein. Sie unterwarfen die Inselbewohner und errichten in den nächsten Jahrhunderten ein feudales Gesellschaftssystem, in dem Häuptlinge, Priester und Minister herrschten. Die Bewohner Hawaiis waren Fischer und Bauern, Privatbesitz gab es nicht, ebensowenig wie den Begriff des Individuums. Es wurde in Gruppen gearbeitet und der Lohn geteilt.


Mit der Ankunft der Europäer änderte sich das Leben der Hawaiianer: 1778 landete Captain James Cook mit zwei Schiffen auf Kauai.Bild von Captain James Cook Er nannte seine Entdeckung die "Sandwich-Inseln" - nach seinem Vorgesetzten, dem Earl of Sandwich. 1779 segelte Cook erneut nach Hawaii, wo es zwei Wochen später zu Streitigkeiten zwischen den Seeleuten und den Insulanern kam, die bisher friedlich ihre Tauschgeschäfte miteinander abgewickelt hatten. Captain Cook wurde von einem Einheimischen ermordet.


Nach seiner Entdeckung durch die Europäer entwickelte sich Hawaii zu einem wichtigen Zwischenstopp für viele Handelsschiffe. Die Ausländischen Seeleute schleppten jedoch auf Hawaii Krankheiten ein, an denen unzählige Inselbewohner starben.


1795 eroberte Häuptling Kamehameha I. die übrigen Inseln und gründete das erste Königreich Hawaii. Nach seinem Tod 1819 regierten seine Lieblingsfrau und sein Sohn weiter. Sie vergrößerten die Macht des Königs und schafften die traditionelle Religion ab. Damit ebneten sie den christlichen Missionaren, die 1820 nach Hawaii kamen, unabsichtlich den Weg. Die Missionare hielten die hawaiianische Sprache zum ersten Mal schriftlich fest und brachten den Insulanern Lesen und Schreiben bei. Sie sorgten auch dafür, dass Polygamie, Hula-Tänze, die bisher selbstverständliche Nacktheit und vieles andere verboten wurde. Auch der Versuch, das Wellenreiten zu untersagen, fiel in diese Zeit.


Fotomontage: Foto einer Königsfamilie auf einer Indistrieanlage

1824 wurde unter König Kamehameha III. die konstitutionelle Monarchie eingeführt. Hawaii erhielt 1840 eine demokratische Verfassung, die Männer bekamen das Wahlrecht. 1848 begann die Landreform, bei der alles Land aufgeteilt und verkauft wurde. Da Grundbesitz den Hawaiianern völlig fremd war, nutzten nur wenige die Möglichkeit zum Kauf. 80 Prozent des Landes wurde von Ausländern aufgekauft, die sich in den nächsten Jahren immer zahlreicher auf den Inseln niederließen. Dazu kamen Arbeitskräfte, die aus China, Japan, den Philippinen und vielen anderen Ländern geholt wurden. Die hawaiianische Monarchie hielt sich bis 1893. Königin Liliuokalani, die sich gegen den starken wirtschaftlichen und politischen Einfluss des Auslands wehrt, wurde von pro-amerikanischen Kräften gestürzt. 1894 wurde die Republik Hawaii ausgerufen, 1898 annektierten die Vereinigten Staaten die Inseln, die nun auch zum wichtigsten militärischen Stützpunkt der USA im pazifischen Raum wurden. 1941 griffen japanische Flieger Pearl Harbor an und zerstörten den größten Teil der US-Pazifikflotte. Hawaii wurde daraufhin unter Kriegsrecht gestellt. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es mehrere Versuche, Hawaii zum Bundesstaat der USA zu machen. Dazu kam es dann erst am 21. August 1959, als sowohl die hawaiianische Bevölkerung als auch der US-amerikanische Kongress die Eingliederung befürworteten.


In den 90er Jahren formierte sich im 50. Bundesstaat der USA eine hawaiianische Unabhängigkeitsbewegung. 1993 entschuldigte sich der damalige US-Präsident Bill Clinton formell bei den Hawaiianern für den Putsch gegen die Monarchie im Jahr 1893. 1996 kam es auf Hawaii zu einer Volksbefragung: Rund 30 000 Ureinwohner beteiligten sich daran; 75 Prozent von ihnen sprachen sich 1996 für die Unabhängigkeit von den USA aus. Die Unabhängigkeitsbewegung verlangt die Wiedereinsetzung der rechtmäßigen hawaiianischen Regierung und wählte inzwischen eine Übergangsregierung, die solange im Amt bleiben soll, bis Wahlen in einem souveränen Staat Hawaii stattfinden können.


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