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Lacrosse - die Regeln

Wappen der National Lacrosse Association of Canada

In der Mitte des 19. Jahrhundert wurden die Regeln des Lacrosse erstmals schriftlich festgehalten. War es früher üblich, dass es nur Männer spielten, so gibt es heute auch Damenmannschaften und -wettkämpfe.


Herren-Lacrosse (Feld-Lacrosse):


Das Spiel:

Die Mannschaften versuchen, durch schnelles Zuspielen den Ball in das gegnerische Tor zu schleudern. Mit dem Ball darf beliebig weit gelaufen werden. Ein balltragender Spieler darf mit dem Körper und den Fäusten, die sich an dem Schläger befinden, gecheckt werden. Außerdem darf ein Verteidiger mit seinem Schläger den Schläger des balltragenden Spielers checken, d.h. er versucht, den Ball aus dem Netz herauszuschlagen. Die Ausholbewegung darf dabei 90° nicht überschreiten. Die Unterarme, die den Schläger berühren, zählen in diesem Fall auch zum Schläger.


Die Spieler:

Jubelende Lacrosse Spieler

Jede Mannschaft darf für ein Spiel 23 Spieler nominieren. Zehn Spieler befinden sich auf dem Spielfeld. Diese bestehen aus dem Torwart, drei Verteidigern, drei Mittelfeldspielern und drei Angreifern. Es kann jederzeit eine beliebige Anzahl von Spielern ausgewechselt werden. Die Spieler benutzen Schläger, die zwischen 1,00 und 1,80 Meter lang sind.
Nach internationalen Regeln dürfen beliebig viele lange Schläger eingesetzt werden. Von dieser Regelung wird besonders im Unterzahlspiel Gebrauch gemacht.


Anstoß (Face off):

Beim Anstoß befinden sich von jeder Mannschaft drei Spieler im mittleren Drittel des Spielfelds. Nach dem Pfiff des Schiedsrichters versuchen zwei Spieler in der Mitte den zwischen ihnen liegenden Ball herauszuspielen. Erst wenn eine Mannschaft im Ballbesitz ist (der Schiedsrichter ruft "possession"), dürfen die anderen Spieler ihr Drittel verlassen.


Die Spielzeit:

Die Spielzeit beträgt 4 x 20 Minuten. Pro Mannschaft dürfen zwei timeouts genommen werden. Falls es nach Spielende unentschieden steht, werden 2 x 5 Minuten Verlängerung gespielt, in denen das erste Tor entscheidet (sudden death).


Das Spielfeld:

Lacrosse Spieler beim Torversuch

Auf dem fußballfeldgroßen Rasenplatz darf wie beim Eishockey auch hinter dem Tor bis zur Auslinie weitergespielt werden. Nach einem verfehlten Torschuss erhält diejenige Mannschaft den Ball, deren Spieler dem über die Aus-Linie rollenden Ball am nächsten ist. An der Seite des Spielfeldes befindet sich zwischen den Mannschaftsbänken die Strafbank (Penalty Box), in der die Spieler ihre Zeitstrafen absitzen müssen.


Fouls:

Fouls werden mit Zeitstrafen belegt oder führen zum Ballverlust. Die Zeitstrafen dauern 30 Sekunden, 1 Minute oder in besonders harten Fällen 3 Minuten. Es wird unterschieden zwischen persönlichen und technischen Fouls. Persönliche Fouls sind Schubsen, wobei der Schläger schulterbreit gefasst als Widerstand benutzt wurde (Crosse Checking), Schläge mit dem Schläger, die den Körper oder den Kopf treffen (Slashing), unnötige Härte, unsportliches Verhalten oder nicht regelgerechte Ausrüstung. Die Strafzeit für ein persönliches Foul beträgt eine bis drei Minuten. Technische Fouls beinhalten Abseits, das Schubsen von hinten (Pushing), das Halten (Holding) und den aktiven Einsatz des freien Arms eines balltragenden Spielers. Wie beim Eishockey werden die Spieler durch ein Gegentor von ihrer Strafe erlöst. Das Reden mit dem Schiedsrichter ist den Spielern während des Spiels verboten. Entscheidungen werden unwidersprochen hingenommen.


Abseits:

Vier Spieler müssen sich immer in der eigenen und drei in der gegnerischen Hälfte befinden. Auch das kleinste Übertreten der Mittellinie führt zu einem technischen Foul. Das Spielfeld ist in drei Teile geteilt: Angriff, Mittelfeld und Verteidigung. Die Tore sind in das Feld eingerückt, wodurch die Spieler hinter dem Tor weiterspielen können.


Box-Lacrosse:

Die heute wohl populärste Version des Lacrosse-Spiels ist das Box-Lacrosse. Es wird vorwiegend in Kanada und den USA in großen Eishockey-Arenen gespielt. Die Regeln dieser Indoor-Variante unterscheiden sich in einigen Punkten erheblich von denen des Feld-Lacrosse. Gespielt wird beim Feld-Lacrosse 4 x 20 min, beim Box-Lacrosse nur 4 x 15 min. Die Anzahl der Spieler ist beim Box-Lacrosse geringer. Zwar besteht jede Mannschaft weiterhin aus 23 Spielern, von denen beim Box-Lacrosse 17 Spieler aufgestellt werden, aber es wechseln sich nur jeweils fünf Spieler und ein Torhüter auf dem Platz ab. Beim Feld-Lacrosse befinden sich hingegen 10 auf dem Platz. Das Spielfeld und die Tore sind beim Box-Lacrosse kleiner. Durch die in den Eishockey-Arenen üblichen Banden gewinnt das Spiel in der Halle an Härte, was sich auch in den Foul-Regelungen niederschlägt.


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