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Zur Geschichte Chinas:

Ein kleines Boot auf einem Fluss

China zur Zeit Qu Yuans

Die Zeit, in welcher der Legende nach die Drachenbootrennen entstanden, ging in die Geschichte als die Zeit der Streitenden Reiche ein (475 bis 221 v. Chr.). Die Chou-Dynastie hatte faktisch kaum noch eine Bedeutung, die wahre Macht wurde von ihren Fürsten ausgeübt, die sich nach und nach alle Könige nannten.


Die Zeit der Streitenden Reiche ist gekennzeichnet durch wechselnde Bündnisse und Kämpfe der Staaten um die Vormachtstellung. Einer der Staaten, das einst so große Königreich Chu, verlor immer mehr von seiner Macht, während im Nordwesten der Staat Qin immer stärker wurde und sein Territorium langsam nach Süden und Westen ausdehnte.


Ein Soldat der Terracotta-Armee

256 v. Chr. endete die Chou-Dynastie, im Jahr 233 v. Chr. fiel dann das Königreich Chu, dem Qu Yuan gedient hatte und dessen südlichster Teil die heutige Provinz Hunan ist. Bis 221 v. Chr. hatte Qin auch alle anderen Staaten unterworfen, der König ernannte sich selbst zum ersten Kaiser der Qin-Dynastie [chi], von der der heutige Name China abstammt.


Die Dynastie dauerte nur 15 Jahre, prägt das Land aber bis heute: Es entstand das erste zentralisierte Kaiserreich. Die Schrift wurde vereinheitlicht, die Währung standardisiert; das Feudalsystem wurde abgeschafft und der Landbesitz gefördert. In dieser kurzen Zeit wurden die chinesische Mauer gebaut und die berühmte Armee aus Terracotta-Soldaten geschaffen.


Das moderne China

Mao Zedong verkündete am 1.10.1949 die Gründung der Volksrepublik China. Entsprechend der eigenen Deutung des Marxismus-Leninismus durch Mao (Maoismus) leitete die Staats- und Parteiführung eine radikale Änderung von Staat und Gesellschaft in China ein, in der schrittweise privates Eigentum an Produktionsmitteln in kollektives Eigentum umgeformt wurde. Ideologische und wirtschaftspolitische Auseinandersetzungen innerhalb der chinesischen KP führten immer wieder zu inneren Konflikten und in der ideologischen Abgrenzung zur UdSSR letztendlich zur Isolierung Chinas.


Mit der neuen Verfassung, die im März 1978 nach Ende der Kulturrevolution verabschiedet wurde, begann in China die Zeit der Reformen und der Öffnung gegenüber dem Ausland.Vernebelte Landschaftsaufnahme Die "Vier Modernisierungen", die in der Verfassung festgelegt wurden, umfassten Landwirtschaft, Industrie, Verteidigung sowie Wissenschaft und Technik.


Die Reformen wurden vor allem von Vize-Parteichef und Vize-Ministerpräsidenten Deng Xiaoping vorangetrieben. Deng Xiaoping blieb bis in die 90er Jahre der tonangebende Politiker Chinas, auch nachdem er alle seine Ämter bereits Ende der 80er Jahre offiziell abgegeben hatte. Dengs Vorstellung von einem "Sozialismus chinesischer Prägung" setzte sich durch und wurde 1993 als Kernaussage in die Verfassung aufgenommen.


Unterwäsche auf Schaufensterpuppen

Die Planwirtschaft wurde durch Marktwirtschaft ersetzt, Deng setzte darauf, Handel und Industrie durch ausländische Investitionen zu beleben. Nach und nach wurden Handelsabkommen mit westlichen Ländern geschlossen, 1993 wurden in beschränktem Umfang sogar Handelsbeziehungen mit Taiwan zugelassen.


Bei der Entwicklung der Marktwirtschaft wird einerseits am Prinzip des öffentlichen Eigentums festgehalten, andererseits können die chinesischen Unternehmen planen und produzieren, ohne staatliche Eingriffe befürchten zu müssen. Die Reformen in der Wirtschaft kamen dem Wachstum zugute, vor allem die Industrie konnte schon zweistellige Wachstumsraten verbuchen.


Die Reformen in China beschränkten sich allerdings auf die Wirtschaft - politisch änderte sich wenig. Hua Guofeng, der erste Ministerpräsident nach der Kulturrevolution, hielt sich nur ein Jahr im Amt. Er wurde von Zhao Ziyang abgelöst, das Amt des Parteivorsitzenden übernahm 1981 Hu Yaobang. Während die einen die Reformen Dengs misstrauisch beobachteten, ging es anderen nicht schnell genug. 1986 beginnen die ersten Studentendemonstrationen für mehr Mitspracherechte und Demokratie. Wenig später, im Januar 1987, muss Hu Yaobang zurücktreten, neuer Ministerpräsident und Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas wurde Zhao Ziyang.


Der Tod Hus im April 1989 löste eine neue Welle studentischer Demonstrationen auf dem Tian-An-Men-Platz in Peking aus, die am 4. Juni 1989 von der Armee blutig niedergeschlagen werden. Die genaue Zahl der Toten ist bis heute nicht bekannt. Danach geriet China außenpolitisch in Isolation. Zhao Yiyang wurde seiner politischen Ämter enthoben, an die Macht kam nun Jiang Zemin als Generalsekretär, der ebenso wie Ministerpräsident Li Peng als Gegner politischer Reformen galt. Während sich die Auslands- und Wirtschaftsbeziehungen nach und nach wieder verbesserten, sorgten Konflikte, beispielsweise im von China besetzten Tibet, sowie die Frage der Menschenrechte immer wieder für Verstimmungen bei den Beziehungen zum westlichen Ausland. 1998 wurde Zhu Rongji zum neuen Ministerpräsidenten gewählt, Li Peng zum neuen Vorsitzenden des Nationalen Volkskongresses. Staatspräsident ist seit 1993 Jiang Zemin.


China ist heute laut Verfassung ein "sozialistischer Staat unter der demokratischen Diktatur des Volkes". Der Nationale Volkskongress wird für fünf Jahre gewählt und ist das höchste Organ staatlicher Macht und die legislative Gewalt.Eine belebte Strasse in China. Offiziell hat China ein Mehrparteiensystem, doch die einzige Partei, die in China faktisch eine Bedeutung hat, ist nach wie vor die Kommunistische Partei (KPCh). Es existieren acht weitere "demokratische" Parteien ohne jeden Einfluss.


Eines der größten Probleme Chinas ist die Bevölkerungsentwicklung. Das bevölkerungsreichste Land der Erde hatte laut offizieller Statistik Ende 1997 bereits 1,23 Mrd. Einwohner. Die Regierung versuchte dem rasanten Bevölkerungswachstum mit der staatlich verordneten Ein-Kind-Politik zu begegnen, die sich jedoch gerade in den ländlichen Gebieten bis heute schwer durchsetzen lässt.


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