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Hintergrund: Nadeshda - Erholung für Tschernobyl-Kinder

  • (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)
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Das erste Erholungs- und Bildungszentrum, das speziell für Tschernobyl-Kinder errichtet wurde, bekam den Namen "Nadeshda", auf Deutsch: Hoffnung. Es liegt rund 100 Kilometer vom weißrussischen Minsk entfernt in einer nicht-verstrahlten Zone. 1994 wurde es vom Frankfurter Verein "Leben nach Tschernobyl e.V." eröffnet, der den Kindern aus den verstrahlten Gebieten im eigenen Land helfen will.

In den Anfangsjahren kamen etwa 1800 Kinder jährlich für zwei Monate nach Nadeshda. Der Aufenthalt in der besonders strahlungsarmen Umgebung sowie gesunde, vitaminreiche Kost sollten ihnen helfen, Strahlenbelastung abzubauen. Die Ernährung war besonders wichtig, da ein Großteil der Strahlung über Nahrungsmittel aufgenommen wird. Zu den typischen Krankheitsbildern der Kinder aus der Region um Tschernobyl zählten Schilddrüsenkrebs, Kreislauferkrankungen, Tumore, Störungen der Nervensystems und der Sinnesorgane.

Bis 2011 wurden in Nadeshda über 42.000 Kinder und Jugendliche aufgenommen, pro Jahr verzeichnet das Zentrum rund 100.000 Übernachtungen. Die Kinder, die heute dort von Sozialpädagogen, Psychologen, Lehrern und Ärzten betreut werden, wurden lange nach der Katastrophe von Tschernobyl geboren. Doch auch sie leiden unter den gesundheitlichen Folgen der Strahlenbelastung. Hauptsächliche Erkrankungen betreffen die Atemwege, den Nasen-Rachen-Raum, den Blutkreislauf, das Endokrine System und das Muskelsystem. In Nadeshda werden sie medizinisch untersucht und erhalten Reha-Maßnahmen und psychologische Betreuung. Außerdem stehen für sie Freizeit-, Kultur- und Bildungsangebote auf dem Programm.

Der Bau des Zentrums Nadeshda wurde durch Spendenmittel des Vereins "Leben nach Tschernobyl e.V." finanziert. Dazu kamen Fördergelder des Landes Hessen und des Staates Belarus. Weitere Mittel stammten vom Wohltätigkeitsfonds "Leben nach Tschernobyl-Republik Belarus"; von der Männerarbeit der evangelischen Kirche und vom Sozialdienst Evangelischer Männer. Vieles wurde in ehrenamtlicher Arbeit geleistet, unter anderem von Helfern aus Deutschland. Die erste Ausbaustufe des Heims kostete fünf Millionen Mark.

Nadeshda wurde im Lauf der Jahre immer wieder vergrößert und ist heute zu einem großen Dorf geworden. Das Zentrum ist frei von staatlicher Einflussnahme und wird von Stiftungen, kirchlichen Organisationen und anderen Tschernobyl-Initiativen unterstützt. Einen Teil der Kosten erwirtschaftet das Zentrum selbst durch Bildungs- und Tourismusangebote.


Kontakt:
Leben nach Tschernobyl e.V.
Ludolfusstraße 2-4
60487 Frankfurt am Main
Telefon 069/707603-17
LnT.eV@t-online.de