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Hintergrund: Waldgeschichte - Mittelalter und beginnende Neuzeit - Ära der Waldvernichtungen

Waldrodungsphasen

Die Zeit der großen Waldvernichtungen begann mit den Rodungen im 8. Jahrhundert und endete im 12. Jahrhundert, denn die ständig wachsende Bevölkerung dehnte ihren Lebensraum damals immer mehr aus. Städte und Dörfer wuchsen und man brauchte immer mehr Land für Äcker und das Vieh. Diese Flächen wurden durch Waldrodungen gewonnen. Am Ende der großen Rodungen war in etwa die heutige Verteilung von Wald und Feld festgelegt. Lediglich in unwegsamen Gegenden und auf nährstoffarmen Standorten wuchs noch Wald; so dass nur noch etwa 25% der Fläche Deutschlands damals Waldland war.

Es folgte eine Phase der erneuten Waldausbreitung als sich zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert die Pest in Mitteleuropa ausbreitete und große Teile der Bevölkerung dahinraffte. Tausende von ländlichen Siedlungen wurden zu Wüstungen; der Wald konnte sich erneut ausbreiten. Er fiel aber dem erneuten Bevölkerungswachstum und den großen technischen Fortschritten der menschlichen Zivilisation zum Opfer: zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert gab es eine weitere Periode der Waldvernichtung, darunter besonders im 30-jährigen Krieg.

Der Wald als Weidegebiet

  • Schwein (Quelle: Imago) Auf der Suche nach nahrhaften Eicheln - Schweinemast im Wald (Quelle: Imago)

Der Wald wurde aber nicht nur stark zurückgedrängt. Sein Zustand veränderte sich durch die Nutzung. Starken Einfluss hatte die Beweidung durch zehntausende von Schweinen, Rindern, Schafen und Ziegen. Besondere Bedeutung erlangte die Schweinemast in Eichen- und Buchenwäldern. Bei dieser Nutzungsart wurde das Vieh im Herbst und Winter in den Wald getrieben um es mit den herunterfallenden Eicheln und Bucheckern zu mästen. Die Eiche wurde als "Mastbaum" bevorzugt. Es wurden deshalb vor allem Eichen geschützt und neu angepflanzt, so dass diese Baumart in vielen Wäldern vorherrschte.

Während die Schweinemast nur in Eichen- und Buchenwäldern möglich war, konnten die Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen auch in die übrigen Wälder - vor allem im Gebirge auch in die Nadelwälder - getrieben werden. Im Gegensatz zur Schweinemast kam es mitunter zu erheblichen Waldzerstörungen, da besonders Schafe und Ziegen nicht nur die Früchte der Bäume fraßen, sondern auch die Bäume selbst, und zwar so weit, wie sie hinaufreichen konnten.