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Die Zeit der Renaissance

Im Jahr 1250 endete mit dem Tod Kaiser Friedrichs II. in Italien die Macht der Staufer und mit ihr das Mittelalter. In seiner politischen Entwicklung war Italien für mehrere Jahrhunderte ein zerrissenes Land, das jedoch in Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Städteentwicklung den anderen europäischen Ländern weit voraus war und sich zum Zentrum des Humanismus und der Renaissance entwickelte.


Der Süden Italiens wurde in der Frührenaissance von fremden Mächten beherrscht - von den Franzosen und vom Haus Aragon. Unterdessen erlebte Nord- und Mittelitalien einen wirtschaftlichen Aufschwung. In vielen Stadtstaaten kamen Familien an die Macht, die ständig versuchten, ihren Einfluss zu vergrößern. Sie rivalisierten untereinander und teilweise kam es in den Städten selbst zu heftigen Machtkämpfen. Viele Stadtrepubliken wurden aufgelöst und es entstand die Herrschaftsform der "Signorien" auch "Tyrannis" genannt. Eine Signorie war ursprünglich eine zeitlich befristete Herrschaft einer Familie (verliehen vom Papst oder Kaiser), wurde von vielen Machthabern jedoch missbraucht, indem sie ihren Machtbereich ausdehnten und festigten - teilweise mit Gewalt. In Mailand regierten die Visconti und Sforza, in Florenz die Medici, in Rom die Borgia, die Este in Ferrara, die Gonzaga in Mantua; im Piemont herrschten die Herzöge von Savoyen; in Siena rangen die Popolari und der Adel während des gesamten 14. Jahrhunderts um die Macht; die Adelsrepubliken Genua und Venedig bekämpften sich gegenseitig, in Genua folgte ein Umsturz dem anderen.


Ein Dorfplatz mit Brunnen

Im 15. Jahrhundert, also der Hochrenaissance, war Italien im Bereich des Handels, im Bankenwesen, in der Kunst und der Wissenschaft führend in Europa. Der wirtschaftliche Aufstieg sicherte den führenden Familien die Macht, bei vielen ersetzt das Geld die adelige Herkunft. Genua und Venedig waren führend beim Handel mit dem Orient, Florenz und Mailand waren bedeutende Bankzentren. Die mächtigen Familien förderten Kunst und Architektur, was zu einzigartigen Bauwerken in den Städten, allen voran Florenz führte. Es war die Zeit der kulturellen Blüte, die Künstler wie Leonardo da Vinci, Raffael, Michaelanglo, Botticelli und Donatello, den Schriftsteller Machiavelli oder die Architekten Brunelleschi und Alberti hervorbrachten.


Die politische Zerrissenheit Italiens machte das Land jedoch bei aller Macht angreifbar - davor hatte vor allem Machiavelli gewarnt. Ende des 15. Jahrhunderts entbrannte zwischen Frankreich, Deutschland und Spanien erneut der Kampf um die Vorherrschaft in Italien. 1494 fiel Karl VIII. von Frankreich in Italien ein, 1502 nahm das habsburgisch beherrschte Spanien Neapel ein. Danach war der Norden Italiens französich beherrscht, der Süden spanisch. Nach dem Frieden von Cambrai (1529) blieb Spanien bis Ende des 17. Jahrhunderts die vorherrschende Macht.


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